Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes folgten den schlechten US-Vorgaben und schlossen am Donnerstag in der Verlustzone. Mit der gestern Abend erfolgten Veröffentlichung des Protokolls der letzten US-Notenbanksitzung haben die Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen der US-Notenbank zunächst einen Dämpfer erhalten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,81 Prozent auf 2.228,01 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 schrumpfte 1,03 Prozent auf 2.411,04 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren im Minus.
Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im Mai 2012 gegenüber dem Vormonat erhöht. Dies gab die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt. Auf Monatssicht wuchs die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ17) um 0,6 Prozent, während sie im April um 1,1 Prozent gefallen war. Im Vorjahresvergleich ging die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 2,8 Prozent zurück, nach einem Minus von 2,4 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) kletterte die Erzeugung um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einem Rückgang um 0,7 Prozent im April. Binnen Jahresfrist nahm der Output um 2,3 Prozent ab, während er im April um 2,0 Prozent nachgegeben hatte.
Wie die französische Statistikbehörde INSEE bekannt gab, sind die französischen Verbraucherpreise im Juni 2012 mit abgebremstem Tempo angestiegen. So verringerte sich die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,9 Prozent, nach 2,0 Prozent im Vormonat. Top-Gewinner im CAC40 waren Carrefour mit einem Aufschlag von 7,0 Prozent. Der Handelskonzern musste im zweiten Quartal einen leichten Umsatzrückgang ausweisen. Im ersten Halbjahr nahmen die Erlöse dagegen zu. Aktien des Automobilkonzerns Peugeot fielen dagegen um 1,7 Prozent zurück. Der Konzern gab bekannt, dass er im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung 8.000 Arbeitsplätze in Frankreich abbauen wird. Den Angaben zufolge hat sich das Geschäftsumfeld im ersten Halbjahr weiter verschlechtert. Vor diesem Hintergrund strukturiert der Konzern seine Produktion um mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen und die Zukunft von PSA Peugeot Citroën zu sichern.
Der zu EADS gehörende Flugzeugbauer Airbus hat im Rahmen der Branchenmesse in Farnborough ebenfalls mehrere Großaufträge erhalten. So hat Synergy Aerospace insgesamt neun Maschinen vom Typ A330 bei Airbus geordert. Außerdem hat die russische Fluglinie UTair 20 Maschinen vom Typ A321 bei Airbus bestellt. Ferner hat die Middle East Airlines-Air Liban (MEA), die nationale Fluggesellschaft des Libanon, eine Grundsatzvereinbarung über den Kauf von fünf A320neo und fünf A321neo geschlossen. Dazu kommt eine Option über weitere acht Flugzeuge. Den weiteren Angaben zufolge hat die in Irland ansässige Leasing-Gesellschaft Avolon eine Absichtserklärung über den Kauf von fünfzehn Maschinen vom Typ A320neo unterzeichnet. Finanzielle Einzelheiten der Aufträge wurden nicht bekannt gegeben. EADS schlossen mit einem Abschlag von 0,5 Prozent. Stärkster Verlierer mit -2,9 Prozent war im CAC 40 die Aktie von Cap Gemini.
Im schweizerischen SMI war Transocean mit einem Plus von 1,0 Prozent der mit Abstand stärkste Wert. Am Indexende lagen mit einem Minus von über 4 Prozent Richemont. ABB schloss sich im Mittelfeld (-0,5 Prozent). Der Mischkonzern meldete, dass er Aufträge im Wert von rund 80 Mio. US-Dollar für die Lieferung von Energietechnologien und Mittelspannungsantrieben für eine neue Aufbereitungsanlage für das Flüssiggasprojekt Ichthys in der Nähe von Darwin (Australien) erhalten hat.
Vodafone (Vodafone) teilte mit, dass man TelstraClear, die neuseeländische Tochter des australischen Telekommunikationsunternehmens Telstra Corp. , übernehmen wird. Den Angaben zufolge beläuft sich der Kaufpreis für TelstraClear auf umgerechnet 430 Mio. Britische Pfund (GBP). Die Aktie des Mobilfunkanbieters verbilligte sich um 1,2 Prozent. Spitzenreiter im FTSE 100 war das Papier von Admiral Group mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent, während am Indexende Ashmore um 6,7 Prozent einbrachen. Im breiten Markt rauschten die Papiere des Werbekonzerns Aegis Group um mehr als 45 Prozent in die Höhe. Der japanische Werbekonzern Dentsu hat eine Übernahmeofferte in Höhe von 240 Pence je Aktie für den britischen Wettbewerber angekündigt, was einem Aufschlag von 48 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von Aegis entspricht.
Für eine negative Nachricht sorgte heute TeliaSonera (TeliaSonera AB). Die Telefongesellschaft wird in Zusammenhang mit ihren Geschäften in Norwegen und Litauen einmalige Abschreibungen vornehmen. So wird der Konzern bei NetCom (Norwegen) eine nicht zahlungswirksame Goodwill-Abschreibung in Höhe von 2,75 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) verbuchen, während bei Omnitel (Litauen) eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 318 Mio. SEK anfällt. Damit belaufen sich Sonderbelastungen insgesamt auf 3,07 Mrd. SEK. Sie werden im zweiten Quartal verbucht. Das Papier gewann 2,0 Prozent an Wert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.228,81 (-0,81 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.411,04 (-1,03 Prozent) FTSE 100 (London): 5.608,25 (-0,99 Prozent) CAC40 (Paris): 3.135,18 (-0,70 Prozent) MIB (Mailand): 13.583,82 (-2,00 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.630,10 (-2,58 Prozent) SMI (Zürich): 6.147,57 (-0,44 Prozent) ATX (Wien): 1.934,36 (-1,33 Prozent) (12.07.2012/ac/n/m)