14.11.2012 19:45
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Börsen in Europa Schluss: Verluste überwiegen am Ende

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes schlossen den Mittwochshandel in der Verlustzone ab. Dabei wurde die Kauflaune der Investoren durch den anhaltenden Streit um den US-Haushalt, negative Konjunkturdaten sowie Sorgen um Griechenland gebremst. Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 0,81 Prozent auf 2.472,84 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 1,19 Prozent nach auf 2.494,97 Zähler. Die europäischen Länderbörsen wiesen mehrheitlich Abschläge aus.

Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im September gegenüber dem Vormonat reduziert. Dies gab die EU-Statistikbehörde Eurostat bekannt. Auf Monatssicht schrumpfte die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ17) um 2,5 Prozent, wogegen sie im August um 0,9 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich ging die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 2,3 Prozent zurück, nach einem Minus von 1,3 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) fiel die Erzeugung um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einem Zuwachs um 0,5 Prozent im August. Binnen Jahresfrist nahm der Output um 2,7 Prozent ab, während er im August um 0,9 Prozent nachgegeben hatte.

Die griechische Wirtschaft ist im dritten Quartal nach Angaben der nationalen Statistikbehörde mit beschleunigtem Tempo geschrumpft. Nach vorläufigen Angaben verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,2 Prozent, nach einem Minus von 6,3 Prozent im zweiten Quartal. Hierbei handelt es sich um das siebzehnte Quartal in Folge mit einem Rückgang. Damit rutscht Griechenland tiefer in die Rezession. Die portugiesische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2012 mit vermindertem Tempo geschrumpft. Dies gab die nationale Statistikbehörde heute bekannt. Nach vorläufigen Angaben reduzierte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,4 Prozent, nach einem Minus von 3,2 Prozent im zweiten Quartal 2011. Gegenüber dem Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent. Davor hatte sie im zweiten Quartal um 1,1 Prozent nachgegeben. Hierbei handelt es sich um die achte Abnahme in Folge. Die spanischen Frühindikatoren sind im September 2012 angewachsen. Dies gab das Conference Board heute bekannt. Demnach erhöhten sich die Frühindikatoren gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Davor war für August 2012 hingegen ein Rückgang um 0,1 Prozent ermittelt worden.

Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im September nach Angaben von National Statistics verbessert. In den drei Monaten von Juli bis September schrumpfte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,51 Millionen, das sind 49.000 weniger als im Drei-Monats-Zeitraum April bis Juni 2012 und 110.000 weniger als in der entsprechenden Vorjahresperiode. J. Sainsbury (J Sainsbury) verloren 2,4 Prozent an Wert. Die drittgrößte britische Supermarktkette hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr angesichts gestiegener Umsätze erhöht. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Dabei profitierte man neben Kostensenkungen von einer starken Entwicklung in den Online- und Convenience-Segmenten. Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a), will in den kommenden Jahren massiv in die Exploration von Erdgas investieren, dies gab das Unternehmen heute bekannt. Wie aus einer Pressemitteilung des Ölkonzerns hervorgeht, will man im Zeitraum von 2012 bis 2015 mehr als 20 Mrd. US-Dollar in diesem Bereich investieren, um die stetig wachsende Nachfrage nach Erdgasprodukten befriedigen zu können. Die Aktie von Shell schloss mit einem Minus von 2,8 Prozent. Als bester Wert im britischen Leitindex FTSE 100 stiegen Centrica um 2,4 Prozent. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren fanden sich Evraz mit einem Wertverlust von 7,0 Prozent wieder.

Die französischen Verbraucherpreise sind im Oktober mit unverändertem Tempo angestiegen. Dies gab die Statistikbehörde INSEE bekannt. So verharrte die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone bei 1,9 Prozent, nach 1,9 Prozent im Vormonat. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten um 0,2 Prozent an, gegenüber einem Preisrückgang um 0,3 Prozent im September. Bereits gestern gab es noch interessante Quartalsbilanzen aus Frankreich. Vivendi (Vivendi Universal) hat in den ersten neun Monaten 2012 einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet. Der angepasste Nettogewinn zeigte sich ebenfalls rückläufig. Im Anschluss hob Vivendi aber seine Prognose für den angepassten Nettogewinn von zuvor 2,5 Mrd. Euro auf nun 2,7 Mrd. Euro an. Die Aktien des Medien- und Mobilfunkkonzerns verteuerten sich auf Platz eins der Gewinnerliste des französischen Leitindex CAC 40 um 4,7 Prozent. Gleichzeitig trennten sich die Anleger bevorzugt von den Titeln von EDF, die sich auf dem letzten Platz um 4,8 Prozent verschlechterten.

Julius Bär Gruppe (Julius Baer) gaben um 2,6 Prozent nach und bildeten somit zum Handelsende das Schlusslicht im schweizerischen Leitindex SMI. Das Unternehmen veröffentlichte ihr Interim Management Statement für die ersten zehn Monate 2012. Demnach nahmen die von der Julius Bär Gruppe verwalteten Vermögen per Ende Oktober 2012 auf 187 Mrd. Schweizer Franken (CHF) zu, was einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zu Ende 2011 entspricht. Die gesamthaft betreuten Kundenvermögen stiegen um 9 Prozent auf 274 Mrd. CHF. Syngenta verlautbarte indes, dass die Griffin Greenhouse Supplies Inc. eine Vereinbarung zur Übernahme der Vertriebs- und Großhandelsorganisation Syngenta Horticultural Services (SHS) unterzeichnet hat. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Die Papiere des Agrochemiekonzerns verbilligten sich um 0,8 Prozent. Des Weiteren hat ABB einen Großauftrag aus Saudi-Arabien erhalten. Das Gesamtvolumen wurde auf rund 170 Mio. US-Dollar beziffert. Der Titel fiel um 1,0 Prozent. Tagessieger wurde die Aktie von Swiss Re mit einem Plus von 0,2 Prozent. Daneben gab es mit Zurich Insurance lediglich einen weiteren Wert, der in der Gewinnzone schließen konnte. Die Papiere legten marginal zu.

Im österreichischen Leitindex ATX befanden sich die Papiere von Telekom Austria mit einem Zugewinn von 8,0 Prozent im Höhenrausch. Die Telefongesellschaft konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen überraschend deutlichen Gewinnanstieg ausweisen. Der Umsatz war indes rückläufig. Profitieren konnte der Konzern vor allem von den konsequent umgesetzten Sparmaßnahmen und rückläufigen Restrukturierungsaufwendungen. Im Anschluss wurde die Prognose für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Daneben rückten auch Andritz um 1,1 Prozent vor, während die rote Laterne von voestalpine mit einem Abschlag von 2,4 Prozent getragen wurde.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.472,84 (-0,81 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.494,97 (-1,19 Prozent) FTSE 100 (London): 5.722,01 (-1,11 Prozent) CAC40 (Paris): 3.400,02 (-0,89 Prozent) MIB (Mailand): 15.252,93 (-0,52 Prozent) SMI (Zürich): 6.676,96 (-0,68 Prozent) ATX (Wien): 2.175,90(+0,02 Prozent) (14.11.2012/ac/n/m)

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