Paris (aktiencheck.de AG) - Ein unerwarteter Anstieg der Inflationsrate in Europa und Sorgen um die Wachstumslokomotive China drückten die Kurse an den europäischen Börsen am Freitag deutlich ins Minus. Überraschend positive US-Konjunkturdaten sorgten am Nachmittag aber immerhin für eine Stabilisierung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,48 Prozent auf 2.179,66 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 1,29 Prozent auf 2.159,70 Zähler.
Die europäischen Länderbörsen verzeichneten ebenfalls durchweg Einbußen. Dabei hielt sich der spanische IBEX mit einem Minus von 0,5 Prozent vergleichsweise gut. Der österreichische ATX präsentierte sich mit einem Tagesverlust von 2,5 Prozent dagegen einmal mehr schwach.
Die Verbraucherpreise sind im September 2011 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Dies teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So erhöhte sich die jährliche Inflationsrate auf 3,0 Prozent, während sie im Vormonat nur bei 2,5 Prozent gestanden hatte. Unterdessen hat sich die Arbeitsmarktsituation im Euroraum im August stabilisiert. Im Euroraum (ER17) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent, nach 10,0 Prozent im Vormonat und 10,2 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 9,5 Prozent, im Vergleich zu 9,5 Prozent im Juli 2011 und 9,6 Prozent im August 2010.
Der private Konsum in Frankreich hat im August 2011 nach Angaben der französischen Statistikbehörde INSEE zugenommen. Im Vormonatsvergleich wuchsen die Verbraucherausgaben um 0,2 Prozent. Für Juli war hingegen ein Rückgang von 0,2 Prozent ausgewiesen worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich der private Verbrauch um 0,3 Prozent. Ferner sind die französischen Erzeugerpreise im August gefallen. Binnen Monatsfrist gingen die Erzeugerpreise um 0,1 Prozent zurück, gegenüber einer Preiserhöhung um 0,3 Prozent im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Erzeugerpreise um 5,4 Prozent.
Sanofi (Sanofi) verlautbarte heute, dass Stefan Oelrich zum 1. Oktober als Leiter Marketing & Vertrieb für die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich startet. Oelrich folgt auf Peter Guenter, der Mitte Juli 2011 zum Senior Vice President Europe Global Operations ernannt worden war. Der Titel verlor 1,0 Prozent an Wert. Im CAC 40 standen Total mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent an der Spitze. Am Ende der Kursliste verlor die Aktie von PPR 6,2 Prozent.
Im SMI rückten auf Platz eins der Gewinnerliste Roche um 0,5 Prozent vor. Daneben notierten lediglich noch Givaudan knapp im Plus. Den letzten Platz nahm die Aktie von Swatch ein, die um 7,0 Prozent abrutschte.
Für DSM (Koninklijke DSM NV) ging es um 1,9 Prozent nach unten. Der Chemiekonzern hat die Übernahme der chinesischen Shandong ICD High Performance Fiber Co. Ltd. (ICD) abgeschlossen. Den Angaben zufolge hat DSM demnach erfolgreich 91,75 Prozent der Anteile an der Gesellschaft mit Sitz in Laiwu (Provinz Shandong) übernommen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt.
In Spanien verbesserten sich Banco Santander (Banco Santander Central Hispano) um 0,6 Prozent. Bei ihrem Investorentag in London hat die Bank ihre Geschäftsaussichten trotz der Turbulenzen und der unsicheren Wachstumsaussichten auf einigen Märkten optimistisch eingeschätzt.
Die Arbeitsmarktsituation in Italien hat sich im August 2011 nach Angaben der italienischen Statistikbehörde Istat verbessert. So verringerte sich die Arbeitslosenquote in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 7,9 Prozent. Im Vormonat hatte die Arbeitslosenquote noch bei 8,0 Prozent gestanden. Die Zahl der Arbeitslosen lag mit 1,97 Millionen um 1,8 Prozent unter dem Vormonatsniveau und um 4,0 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.179,66 (-1,48 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.159,70 (-1,29 Prozent) FTSE 100 (London): 5.128,48 (-1,32 Prozent) CAC40 (Paris): 2.981,96 (-1,51 Prozent) MIB (Mailand): 14.836,33 (-1,39 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.546,60 (-0,53 Prozent) SMI (Zürich): 5.531,74 (-1,37 Prozent) ATX (Wien): 1.947,85 (-2,51 Prozent) (30.09.2011/ac/n/m)