Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Indizes haben auch am Donnerstag ihren positiven Trend fortgesetzt und sind mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Stützend wirkte dabei die Hoffnung auf eine baldige Lösung der Griechenland-Problematik. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,62 Prozent auf 2.460,40 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbesserte sich um 0,81 Prozent auf 2.453,52 Zähler.
Auch die europäischen Länderbörsen verbuchten durchweg Kursgewinne. Dabei stach insbesondere der österreichische ATX positiv heraus, der mit einem Aufschlag von 3,0 Prozent in den Feierabend ging.
Das italienische Verbrauchervertrauen hat sich im Januar 2012 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat stabilisiert. So verharrte der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums bei 91,6 Punkten. Davor hatte er im Dezember schon bei 91,6 Punkten gelegen.
Nokia (Nokia) legten nach Geschäftszahlen für das vierte Quartal um 3,2 Prozent zu. Der Mobiltelefonhersteller musste angesichts rückläufiger Mobiltelefonverkäufe sowie hohen Einmalbelastungen einen Verlust ausweisen. Der Umsatz lag mit 10,01 Mrd. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 12,65 Mrd. Euro. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 1,08 Mrd. Euro bzw. 29 Cent je Aktie ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 742 Mio. Euro bzw. 20 Cent je Aktie erwirtschaftet hatte. Beim um Einmaleffekte bereinigten Ergebnis je Aktie wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 6 Cent ausgewiesen, nachdem man im entsprechenden Vorjahresquartal einen Gewinn von 22 Cent erzielt hatte.
easyJet (easyJet) flogen um 9,9 Prozent vor. Die Billigfluglinie konnte im ersten Quartal dank höherer Passagierzahlen einen Umsatzanstieg ausweisen. So wurden insgesamt 12,9 Millionen Passagiere befördert, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 8,1 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozentpunkte auf 87,6 Prozent. Beim Umsatz wies man im Auftaktquartal einen Anstieg von 16,7 Prozent auf 763 Mio. Britische Pfund (GBP) aus. Dabei konnte der durchschnittliche Umsatz pro Passagier um 8,0 Prozent auf 59,17 GBP verbessert werden.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Januar 2012 nach Angaben der Statistikbehörde Insee leicht verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 81 Zähler. Für Dezember war ein Indexwert von 80 Punkten gemeldet worden.
EADS flogen als schwächster Wert im CAC 40 mit einem Abschlag von 1,4 Prozent hinterher. Der zum Luft- und Raumfahrtkonzern gehörende Flugzeugbauer Airbus hat einem Pressebericht von gestern zufolge Probleme bei der Produktion seines Großraumflugzeugs A380. Demnach sind die Risse in den Tragflächen des Flugzeugs nicht auf Materialermüdung zurückzuführen. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA fordert, dass fast ein Drittel der Flugzeuge auf entsprechende Risse untersucht wird. Indes hat Etihad Airways zur Umsetzung ihrer Wachstumspläne im Frachtgeschäft zwei weitere A330-200F fest bei Airbus in Auftrag gegeben.
Nach Handelsende kündigte der Konzern an, dass Tom Enders der neue Vorstandschef des Unternehmens werden wird. Demnach soll der langjährige Airbus-Chef Enders nach der Hauptversammlung am 31. Mai 2012 die Nachfolge des derzeitigen Chief Executive Officer (CEO) Louis Gallois antreten. Zeitgleich wird Arnaud Lagardère den Vorsitz des Verwaltungsrats (Chairman) übernehmen, den derzeit Bodo Uebber innehat. Darüber hinaus kündigte EADS weitere Veränderungen in der Führungsspitze an. Mit Wirkung zum 1. Juni 2012 wird Fabrice Brégier Tom Enders als CEO von Airbus, der größten EADS-Sparte, nachfolgen. Günter Butschek, derzeit Head of Operations bei Airbus, wird zum Chief Operating Officer (COO) von Airbus ernannt. Weiterhin übernimmt Harald Wilhelm zusätzlich zu seiner derzeitigen Funktion als Chief Financial Officer (CFO) von Airbus die Position des CFO von EADS. Damit wird dem Wunsch von Hans Peter Ring entsprochen, in den Ruhestand zu treten und sich anderen Zielen widmen zu können. Hans Peter Ring wird seinen Nachfolger in den kommenden Monaten auf die Übergabe vorbereiten und ihm bis Ende 2012 als Senior Advisor zur Verfügung stehen. An der Indexspitze rückten Carrefour um 7,5 Prozent vor.
Die Aktie der Bekleidungskette H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) ging nahezu unverändert aus dem Handel. Das Unternehmen verlautbarte, dass sein Gewinn im vierten Quartal leicht gesunken ist, was auf gestiegene Kosten und Preissenkungen zurückzuführen ist. Auch im Gesamtjahr zeigte sich das Ergebnis rückläufig. Trotzdem konnte der Konzern in 2011 Marktanteile hinzugewinnen. Im Dezember wurde aber ein deutliches Umsatzplus erzielt. Das Jahr 2012 dürfte jedoch schwierig bleiben. So belief sich der Nettogewinn im vierten Quartal 2011 auf 5,36 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 5,49 Mrd. SEK im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 5,4 Mrd. SEK ausgegangen. Der Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) stieg von 29,71 Mrd. SEK auf 30,95 Mrd. SEK. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Nettogewinn bei 15,82 Mrd. SEK, gegenüber 18,68 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) kletterte von 108,48 Mrd. SEK auf knapp 110 Mrd. SEK. Der operative Gewinn sank von 24,66 Mrd. SEK auf 20,38 Mrd. SEK.
In der Schweiz brechen im breiten Markt die Anteilsscheine von Logitech International um 12,0 Prozent ein. Der Hardware-Hersteller meldete bereits gestern Abend, dass er im dritten Quartal einen geringeren Gewinn erwirtschaftet hat. Der Ausblick wurde nach unten korrigiert. Der Nettogewinn belief sich auf 55 Mio. US-Dollar bzw. 32 Cents pro Aktie, nach 65 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um 5 Prozent auf 715 Mio. US-Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz von rund 2,3 Mrd. US-Dollar (bisher: 2,4 Mrd. US-Dollar), wobei das operative Ergebnis ca. 60 Mio. US-Dollar (bisher: 90 Mio. US-Dollar) betragen dürfte. Die Bruttomarge soll unverändert rund 33 Prozent betragen.
SKF (SKF AB (A, Fria)) rückten um 0,3 Prozent vor. Der Maschinenbaukonzern konnte im vierten Quartal einen Umsatzanstieg ausweisen, musste jedoch einen leicht rückläufigen Nettogewinn verbuchen. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 16,26 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem entsprechenden Vorjahreswert von 15,41 Mrd. SEK. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn ein Rückgang auf 1,21 Mrd. SEK verzeichnet, nach 1,35 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Unter anderem hatte man im Schlussquartal unter der erwartungsgemäß leicht rückläufigen Nachfrage insbesondere in Asien zu leiden.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.460,40 (+1,62 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.453,52 (+0,81 Prozent) FTSE 100 (London): 5.793,10 (+1,22 Prozent) CAC40 (Paris): 3.363,23 (+1,53 Prozent) MIB (Mailand): 16.122,42 (+1,78 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.707,40 (+1,78 Prozent) SMI (Zürich): 6.088,95 (+0,26 Prozent) ATX (Wien): 2.123,00 (+2,98 Prozent) (26.01.2012/ac/n/m)