15.11.2012 20:25
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Börsen in Europa Schluss: Weitere Verluste, Konjunkturdaten und schwache US-Börsen belasten

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes sind am Donnerstag nach sehr schwachen Vorgaben der US-Börsen erneut mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Im Blickfeld der Investoren standen dabei vor allem auch diverse Konjunkturdaten. Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 0,45 Prozent auf 2.461,77 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 0,90 Prozent auf 2.472,43 Zähler nach.

Die europäischen Länderbörsen wiesen ebenfalls durch die Bank Verluste aus. Die höchsten Einbußen verzeichnete dabei der Schweizer SMIT mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Dagegen hielt sich der österreichische ATX mit einem Minus von 0,3 Prozent vergleichsweise robust.

Das europäische Statistikamt Eurostat legte heute seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal vor, wonach die Wirtschaft im Euroraum geschrumpft ist. So verringerte sich das BIP in der Eurozone (ER17) um 0,1 Prozent und wuchs in der gesamten Europäischen Union (EU27) um 0,1 Prozent gegenüber dem Niveau des Vorquartals. Im zweiten Quartal war das BIP jeweils um 0,2 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich schrumpfte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 0,6 Prozent, während sie im Vorquartal um 0,4 Prozent gesunken war. In der EU27 lag das BIP um 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau, nach einem Minus von 0,3 Prozent im zweiten Quartal.

Die europäischen Verbraucherpreise haben sich derweil im Oktober mit vermindertem Tempo erhöht. So sank die jährliche Inflationsrate der Eurozone auf 2,5 Prozent, nach 2,6 Prozent im September 2012 und 3,0 Prozent im Oktober 2011. Die Monatsteuerungsrate betrug im Berichtsmonat 0,2 Prozent. In der EU fiel die jährliche Inflationsrate auf 2,6 Prozent, während sie im September 2012 noch bei 2,7 Prozent und im Oktober 2011 bei 3,4 Prozent gestanden hatte. Die monatliche Teuerung belief sich auf 0,3 Prozent.

Der ifo Weltwirtschaftsklimaindikator ist im vierten Quartal weiter gesunken. Dies geht aus den Ergebnissen des Ifo World Economic Survey (WES) hervor, die das ifo Institut für Wirtschaftsforschung heute vorlegte. Mit 82,4 Punkten lag der entsprechende Index unter dem Wert vom Vorquartal mit 85,1 Zählern aber über dem Vorjahresniveau von 78,7 Punkten. Im Einzelnen schrumpfte der Subindex zur Lage von 78,5 Zählern im Vorquartal auf 76,6 Zähler, während der Teilindex der Erwartungen auf 87,7 Punkte zurückging, nach zuvor 91,2 Punkten.

Die spanische Wirtschaft ist im dritten Quartal nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens um 0,3 Prozent gesunken, nachdem sie im zweiten Quartal um 0,4 Prozent nachgegeben hatte. Damit befindet sich Spanien weiterhin in einer Rezession. Gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,6 Prozent, während es im Vorquartal um 1,4 Prozent gefallen war.

Auch die italienische Wirtschaft ist im dritten Quartal nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat erneut geschrumpft und befindet sich damit unverändert in einer Rezession. Im Vergleich zum Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Davor hatte sie im zweiten Quartal um 0,7 Prozent abgenommen. Gegenüber dem Vorjahresquartal verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,4 Prozent, nach einem Minus von ebenfalls 2,4 Prozent im zweiten Quartal 2012. Daneben hat die italienische Leistungsbilanz im September nach Angaben der Notenbank mit einem kleineren Defizit abgeschlossen. So belief sich der Passivsaldo nur noch auf 2,58 Mrd. Euro, nach einem Defizit von 4,18 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei verzeichnete die Warenhandelsbilanz ein Plus von 613 Mio. Euro, gegenüber einem Passivsaldo von 1,24 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Dagegen ergab sich in der Dienstleistungsbilanz ein Plus von 86 Mio. Euro, gegenüber einem Defizit von 34 Mio. Euro im September 2011.

Die französische Wirtschaft ist im dritten Quartal nach Angaben der Statistikbehörde INSEE leicht angewachsen. So kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld ein unverändertes Niveau erwartet. Im zweiten Quartal war das BIP hingegen um 0,1 (vorläufig: 0,0) Prozent gesunken. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im französischen Leitindex CAC 40 die Aktien von Vivendi mit einem Wertzuwachs von 1,8 Prozent, während sich die Anleger bevorzugt von den Titeln von Alcatel-Lucent trennten, die als Schlusslicht um 5,1 Prozent nachgaben.

In den Niederlanden verschlechterten sich Ahold um 2,2 Prozent. Der Einzelhandelskonzern verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang. Zurückzuführen war dies in erster Linie auf eine steuerliche Sonderbelastung. Der Umsatz konnte unterdessen prozentual zweistellig erhöht werden. Für den Rest des Jahres geht man unverändert von schwierigen Marktbedingungen aus. Unterdessen hat sich der Telekommunikationskonzern KPN (Koninklijke KPN) von einigen Mobilfunktürmen in Deutschland getrennt. Das Papier fiel daraufhin um 5,3 Prozent.

Für eine Enttäuschung sorgte in der Schweiz der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group . So musste man in den ersten neun Monaten 2012 und im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine Anpassung im Segment General Insurance in Deutschland. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Titel gab als Schlusslicht im schweizerischen Leitindex SMI um 3,9 Prozent nach. Mit UBS schloss lediglich ein Wert in der Gewinnzone.

H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) verschlechterten sich um 3,0 Prozent. Die Bekleidungskette konnte im Oktober mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Jedoch gingen die vergleichbaren Filialumsätze zurück.

Lenzing (Lenzing) musste derweil in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Ergebnisrückgang ausweisen. Der konsolidierte Umsatz verringerte sich leicht. Indes wurde die zum Halbjahr 2012 veröffentlichte Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Die Aktie des Faserherstellers verbilligte sich um 2,1 Prozent. Daneben verloren Mayr-Melnhof Karton 0,1 Prozent an Wert, nachdem man in den ersten neun Monaten einen leichten Ergebnisrückgang zu verzeichnen hatte. Der Umsatz verringerte sich ebenfalls. Für das laufende Fiskaljahr gibt sich der Kartonhersteller weiterhin vorsichtig. Im österreichischen Leitindex ATX standen Telekom Austria mit einem Wertzuwachs von 0,9 Prozent an der Indexspitze, während gleichzeitig die rote Laterne von Verbund mit einem Minus von 3,5 Prozent getragen wurde.

Die britischen Einzelhandelsumsätze sind im Oktober nach Angaben von National Statistics gegenüber dem Vorjahreswert angestiegen. Binnen Jahresfrist zog das Absatzvolumen der britischen Einzelhändler um 0,6 Prozent an. Davor war im September noch ein Plus von 2,4 Prozent verzeichnet worden. Im Vormonatsvergleich schrumpfte der Einzelhandelsabsatz demnach um 0,8 Prozent, wogegen für September ein Anstieg um 0,5 Prozent ausgewiesen worden war.

In Großbritannien verbilligten sich Antofagasta um 1,1 Prozent. Der Minenbetreiber konnte in den ersten neun Monaten mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. Profitiert hat man vor allem von höheren Absatzvolumina bei Kupfer, Gold und Molybdän. Daneben rückten Invensys um 2,6 Prozent vor. Der Technologiekonzern hat im ersten Halbjahr trotz eines leichten Umsatzrückgangs einen Gewinnanstieg erzielt. Der Energieversorger Centrica geht schließlich für das laufende Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der Analystenschätzungen aus. Der Titel verschlechterte sich um 0,6 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.461,77 (-0,45 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.472,43 (-0,90 Prozent) FTSE 100 (London): 5.677,75 (-0,77 Prozent) CAC40 (Paris): 3.382,40 (-0,52 Prozent) MIB (Mailand): 15.162,82 (-0,59 Prozent) SMI (Zürich): 6.574,56 (-1,53 Prozent) ATX (Wien): 2.170,01 (-0,27 Prozent) (15.11.2012/ac/n/m)

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