Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte konnten sich am Dienstag nicht eindeutig für die eine oder andere Richtung entscheiden. Besonders die fehlenden Aussagen von US-Notenbankchef Bernanke bezüglich der Lockerung der Geldpolitik bremsten die Entwicklung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,05 Prozent auf 2.250,75 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,24 Prozent auf 2.434,96 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten am Ende uneinheitlich.
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juli leicht gefallen. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 2,7 Punkte gesunken und stehen nun bei -19,6 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland bewegt sich zwar noch immer deutlich im positiven Bereich, fällt aber wiederum deutlich schwächer aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator sinkt im Juli um 12,1 auf nun 21,1 Punkte. Für die Eurozone sind die Konjunkturerwartungen im Juli um 2,2 Punkte gegenüber dem Vormonat gefallen und liegen nun bei -22,3 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage notiert nahezu unverändert bei -72,9 Punkte (+0,3 gegenüber dem Vormonat).
Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel ermittelte für Juni einen Rückgang bei den Auto-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU27). So verringerte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 2,8 Prozent auf 1.201.578 Einheiten. In den ersten sechs Monaten 2012 fiel die Zahl um 6,8 Prozent. Für Deutschland wurde im Berichtsmonat ein Zuwachs um 2,9 Prozent gemeldet. Im Sechs-Monats-Zeitraum ergab sich ein Plus von 0,7 Prozent.
Der Anstieg bei den britischen Verbraucherpreisen (CPI) hat sich im Juni nach Angaben von National Statistics mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. Die Inflationsrate sank auf 2,4 Prozent, nachdem sie im Mai 2012 bei 2,8 Prozent und im Juni 2011 bei 4,2 Prozent gestanden hatte. Auf Monatssicht nahmen die Lebenshaltungskosten um 0,4 Prozent ab, nach einem Preisrückgang um 0,1 Prozent im Mai. Die britischen Einzelhandelpreise sind derweil im Juni mit abgebremstem Tempo angestiegen. Auf Jahressicht kletterten die Preise der britischen Einzelhändler um 2,8 Prozent, nach einer Preissteigerung von 3,1 Prozent im Mai und 5,0 Prozent im Juni 2011. Volkswirte hatten mit einem Plus von 3,0 Prozent gerechnet.
Im Blickfeld der Investoren standen im Dienstaghandel die Anteilsscheine von Rio Tinto , die sich um 2,3 Prozent verbilligten. Der Bergbaukonzern verbuchte im ersten Halbjahr 2012 eine rekordhohe Eisenerz-Produktion. Gleichzeitig sank die Aluminiumproduktion prozentual zweistellig, während bei Bauxit, Tonerde und Kokskohle deutliche Zuwächse verzeichnet wurden. Wolseley verlautbarte indes, dass man für das Geschäft in Frankreich strategische Optionen prüfen wird. Dabei haben die Aktivitäten in Frankreich im Geschäftsjahr zum 31. Juli 2012 einen Umsatz von 1,3 Mrd. Britischen Pfund (GBP) erwirtschaftet. Man geht im Zusammenhang mit diesem Geschäft von einer Abschreibung aus. Gleichzeitig bleiben die Marktbedingungen in Kontinentaleuropa weiter schwierig. Man habe jedoch Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen und musste seit dem 1. August 2011, wie erwartet, einmalige Restrukturierungskosten in Höhe von 20 Mio. GBP verbuchen, die wiederum den Trading Profit belasten werden. Auch im Zusammenhang mit dem Dänemark-Geschäft dürfte den Angaben zufolge eine Sonderbelastung anfallen. Die Aktie des Baustoffhändlers verschlechterte sich um 1,9 Prozent. Spitzenreiter im FTSE 100 waren die Anteilsscheine von BSkyB und Amec mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent. Die rote Laterne wurde von G4S mit einem Wertverlust von 5,7 Prozent getragen.
In Frankreich brachen die Papiere des Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent nach einer Gewinnwarnung für das Gesamtjahr als Schlusslicht im CAC 40 um 19,8 Prozent ein. Der Konzern geht für das zweite Quartal 2012 beim bereinigten operativen Ergebnis von einem Verlust von rund 40 Mio. Euro aus, bei Umsätzen von mehr als 3,5 Mrd. Euro. Auf Basis des aktuellen Auftragsbestands rechnet Alcatel-Lucent mit einem zweiten Halbjahr 2012, das stärker ausfällt als das erste Halbjahr. Jedoch wird man den Angaben zufolge die zuletzt veröffentlichte Planung für das Gesamtjahr hinsichtlich der bereinigten operativen Marge angesichts der bisherigen Geschäftsentwicklung und des schwierigen makroökonomischen Umfelds nicht mehr erreichen können. Die Gewinnerliste im CAC 40 wurde unterdessen von den Titeln der L'Oreal angeführt, die sich um 1,9 Prozent verteuerten. Auch EDF und Technip konnten um mehr als 1,8 Prozent vorrücken.
Die US-Ratingagentur Moody´s hat sich am Montagabend negativ zum italienischen Bankensektor zu Wort gemeldet und das Kreditrating von insgesamt dreizehn Großbanken herabgestuft. Zur Begründung verwies die Ratingagentur auf die zuletzt erfolgte Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens. Zu den prominentesten Opfern zählen die beiden führenden italienischen Großbanken UniCredit (-2,3 Prozent) und Intesa Sanpaolo (-3,1 Prozent). Hier wurde die Bonitätsnote jeweils von "A3" um zwei Stufen auf "Baa2" herabgestuft. Der Ausblick wurde jeweils mit "negativ" angegeben.
Zahlen gibt es heute aus Schweden. Svenska Handelsbanken (Svenska Handelsbanken (A, FRIA)) konnte im zweiten Quartal mit einem leichten Gewinnanstieg aufwarten. Die Gesamteinnahmen wurden ebenfalls erhöht. Bei der Risikovorsorge im Kreditgeschäft musste der Finanzkonzern allerdings angesichts der schwieriger werdenden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Anstieg verzeichnen. Der Titel stieg um 2,2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.250,75 (-0,05 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.434,96 (-0,24 Prozent) FTSE 100 (London): 5.629,09 (-0,59 Prozent) CAC40 (Paris): 3.176,97 (-0,09 Prozent) MIB (Mailand): 13.536,73 (-0,94 Prozent) IBEX35 (Madrid): 6.558,20 (+0,40 Prozent) SMI (Zürich): 6.202,34 (+0,11 Prozent) ATX (Wien): 1.967,94 (+0,27 Prozent) (17.07.2012/ac/n/m)