Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes befanden sich am Dienstag nach den starken Vortagesgewinnen wieder auf dem Rückzug. Die Anleger warteten mit Spannung auf die Entscheidung des slowakischen Parlaments zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF. Dabei droht von dieser Seite ein Nein, was eine schnelle Umsetzung der Erweiterung verhindern würde. Bis zum Abend war noch unklar ob überhaupt eine Abstimmung stattfinden soll. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,21 Prozent auf 2.315,97 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,21 Prozent auf 2.249,49 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten mehrheitlich im Minus.
In Frankreich stiegen im breiten Markt für die Papiere von Arkema (ArkemaAct) um 2,8 Prozent, nachdem der Chemiekonzern seine Geschäftsziele für das laufende Fiskaljahr bestätigt hat. So geht Arkema nach wie vor von einem EBITDA von mehr als 1 Mrd. Euro für das Fiskaljahr 2011 aus. Mittelfristig will Arkema zu einem der weltweit führenden Spezialchemiekonzerne aufsteigen, wobei man zu den profitabelsten der Branche gehören will. Im CAC 40 standen die Finanztitel an der Spitze. Société Générale gewannen an der Indexspitze 5,3 Prozent. Auf der Verliererseite standen wiederum STMicroelectronics mit einem Minus von 4,5 Prozent.
Die Industrieproduktion in Großbritannien ist im August 2011 nach Angaben von National Statistics erneut zurückgegangen. So verringerte sich der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) binnen Jahresfrist um 1,0 Prozent. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Rückgang von 1,1 Prozent ausgegangen. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete jedoch eine Produktionssteigerung um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Volkswirte hatten hier ein Plus von 1,6 Prozent erwartet. Der Minenkonzern Eurasian Natural Resources (ENRC) verlautbarte heute, dass seine Directors einstimmig entschieden haben, von der Call-Option zum Erwerb der ausstehenden Anteile des Kohleproduzenten Shubarkol Gebrauch zu machen. Den Angaben zufolge will ENRC bis zu 2.638.103 Shubarkol-Anteile von der Eurasian Industrial Company JSC (EIC) erwerben. Der Kaufpreis beläuft sich dabei auf insgesamt bis zu 600 Mio. US-Dollar, wobei zusätzlich Verbindlichkeiten in Höhe von rund 50 Mio. US-Dollar übernommen werden. Shubarkol ist einer der größten Kohleproduzenten Kasachstans. Die Anteilsscheine gaben um 2,3 Prozent nach. Für die Aktie des Homeshopping-Anbieters N Brown Group (NBrown Group) ging es unterdessen um 1,6 Prozent nach oben, nachdem der Konzern trotz verbesserter Konzernergebnisse im ersten Halbjahr für die zweite Jahreshälfte einen eher verhaltenen Ausblick gegeben hatte. Im FTSE 100 gewannen am Ende BAE Systems 4 Prozent. Am Indexende standen wiederum Man Group mit einem Abschlag von 2,8 Prozent.
In der Schweiz verbesserte sich die Aktie von Givaudan um 2,6 Prozent. Der Duft- und Aromenhersteller musste im dritten Quartal einen klaren Umsatzrückgang hinnehmen. Allerdings wurden die mittelfristigen Ziele bestätigt. So lag der Umsatz mit 966 Mio. Schweizer Franken (CHF) um 10,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Lokalwährungen konnte Givaudan aber einen Umsatzanstieg von 5,4 Prozent ausweisen. In den ersten neun Monaten 2011 belief sich der Konzernumsatz auf 2,97 Mrd. CHF, was einem Rückgang um 9,5 Prozent zur Vorjahresperiode entspricht. In Lokalwährungen wurde wiederum ein Plus von 4,7 Prozent verzeichnet. Wie der Konzern weiter ausführte, peilt er mittelfristig weiterhin ein jährliches organisches Wachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent an, wobei ein Marktwachstum von 2 bis 3 Prozent unterstellt wird. Spitzenreiter im SMI war allerdings der Titel von Actelion mit einem Aufschlag von 5,1 Prozent, während sich am Indexende Swiss Re um 2,1 Prozent verbilligten.
Flughafen Wien (Flughafen Wien) schlossen nach Fluggastzahlen für den Monat September unverändert. Der Flughafenbetreiber hat im Berichtszeitraum insgesamt 2.098.055 Fluggäste abgefertigt, was einem Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) stieg um 0,9 Prozent, die Flugbewegungen verzeichneten ein Plus von 0,4 Prozent und das Frachtaufkommen sank um 7,9 Prozent. Daneben will der Lichtkonzern Zumtobel (ZUMTOBEL) 20 Mio. Euro in die Erweiterung des Leuchtenwerks am Stammsitz Dornbirn investieren. Das Papier verschlechterte sich um 0,3 Prozent. Im ATX standen erneut die Banktitel Raiffeisen Bank (-4,4 Prozent) und Erste Group (-6,1 Prozent) an der Spitze der Verliererliste.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.315,97 (-0,21 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.249,49 (-0,21 Prozent) FTSE 100 (London): 5.395,70 (-0,06 Prozent) CAC40 (Paris): 3.153,52 (-0,25 Prozent) MIB (Mailand): 16.036,14 (-0,38 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.845,50 (-0,53 Prozent) SMI (Zürich): 5.732,19 (+0,24 Prozent) ATX (Wien): 1.926,96 (-2,45 Prozent) (11.10.2011/ac/n/m)