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12.02.2009 13:17

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Börsen in Europa: Schwach, Renault auf der Überholspur

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Paris (aktiencheck.de AG) - Schwache US-Futures und Zweifel an den von Washington geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschafskrise setzen den europäischen Börsen schwer zu. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert aktuell 1,81 Prozent auf 2.226,84 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassenden Dow Jones STOXX 50 büßt 1,45 Prozent ein auf 1.955,55 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 geht es gleichzeitig 2,02 um Prozent nach unten auf 514,74 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen liegen teils deutlich im Minus.

An der Londoner Börse rutschen Papiere der BT Group um fast 7 Prozent ab. Die größte Telefongesellschaft in Großbritannien hat im abgelaufenen Quartal einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen, was mitunter das Ergebnis einer restrukturierungsbedingten Sonderbelastung ist. Der Umsatz kletterte indes stärker als erwartet. Bei Diageo ist ein Minus von gut 5 Prozent auszumachen. Wie der größte Spirituosenhersteller der Welt heute mitteile, konnte er in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Ergebnisanstieg verbuchen. Wenig angetan sind die Anleger aber vom Ausblick. Papiere des Rohstoffkonzerns Rio Tinto zeigen sich nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt kaum verändert. Das Unternehmen hat 2008 einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen müssen. Allerdings erhält man eine milliardenschwere Finanzspritze vom staatlichen chinesischen Aluminiumkonzern Chinalco.

An der Börse in Zürich gewinnen Swiss Re fast 5 Prozent. Der Rückversicherer meldete zuvor, dass sein Verwaltungsrat den Rücktritt von Jacques Aigrain als CEO angenommen hat. Als Nachfolger von Aigrain hat der Verwaltungsrat Stefan Lippe ernannt. Nobel Biocare (+6 Prozent) profitieren unterdessen von den Ergebnissen des Mitbewerbers Straumann. ABB verlieren hingegen nach anfänglichen Gewinnen fast 3 Prozent. Der Mischkonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 88 Prozent eingebrochen ist, was auf Sonderbelastungen sowie einen Einmalertrag im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen.

In Paris gewinnen Renault fast 5 Prozent. Und dass, obwohl der Automobilhersteller im zweiten Halbjahr einen unerwartet hohen Verlust erwirtschaftet hat, was mit einem Einbruch in der weltweiten Automobilindustrie zusammenhängt. Peugeot legen im Windschatten knapp 3 Prozent zu. Der Ölkonzern Total meldete daneben, im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet zu haben. Auf bereinigter Basis wurde jedoch ein Gewinn erzielt, der die Erwartungen schlagen konnte. Der Titel gewinnt 1,7 Prozent. Anteile des Versorgers EDF, der 2008 aufgrund einer Änderung bei der Regulierung der Versorgungsraten einen Ergebnisrückgang ausweisen musste, brechen hingegen um fast 7 Prozent ein. Ähnliche Verluste sind auch bei Cap Gemini auszumachen. Der IT-Dienstleister hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr verdient, die Erwartungen aber verfehlt.

Indexstände (13:06 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.226,84 (-1,81 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 1.955,55 (-1,45 Prozent)

EURONEXT 100: 514,74 (-2,02 Prozent)

FTSE 100 (London): 4.184,88 (-1,17 Prozent)

CAC40 (Paris): 2.979,32 (-1,60 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 17.723,00 (-1,94 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 8.223,50 (-1,58 Prozent)

SMI (Zürich): 5.089,86 (-0,66 Prozent)

ATX (Wien): 1.671,97 (-2,36 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die BT Group plc , die größte Telefongesellschaft in Großbritannien, teilte heute mit, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 73 Prozent gesunken ist, was u.a. mit einer restrukturierungsbedingten Sonderbelastung zusammenhängt. Der Umsatz kletterte um 5 Prozent und damit stärker als erwartet.

Die britische Diageo plc (ISIN GB0002374006/ WKN 851247), der größte Spirituosenhersteller der Welt, verbuchte in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Ergebnisanstieg. Beim Umsatz verzeichnete Diageo vor allem dank positiver Wechselkurseffekte einen Anstieg um 18 Prozent. Das organische Umsatzplus hatte lediglich bei 3 Prozent gelegen. Beim Absatzvolumen musste der Spirituosenhersteller allerdings einen Rückgang von 1 Prozent hinnehmen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern angesichts einer niedrigeren Steuerrate sowie positiven Wechselkurseffekten einen prozentual zweistelligen Anstieg beim um Einmaleffekte bereinigten Gewinn je Aktie.

Der britisch/australische Bergbaukonzern Rio Tinto plc/ Ltd. (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) (ISIN AU000000RIO1/ WKN 855018) erhält finanzielle Hilfe vom staatlichen chinesischen Aluminiumkonzern Chinalco. Unternehmensangaben von heute zufolge will Chinalco dem weltweit zweitgrößten Bergbaukonzern mit 19,5 Mrd. Dollar aus seinen finanziellen Schwierigkeiten helfen. Chinalco verdoppelt damit seinen Anteil an Rio Tinto auf 18 Prozent. Zudem wurde bekannt, dass Rio Tinto für das Jahr 2008 einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen musste. Unternehmensangaben zufolge schrumpfte das Nettoergebnis um 50 Prozent. Hierin sind hohe Abschreibungen enthalten, die durch Vermögensverkäufe nur teilweise ausgeglichen werden konnten. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn erhöhte sich um 38 Prozent.

Der französische Automobilhersteller Renault S.A. (ISIN FR0000131906/ WKN 893113) gab heute bekannt, dass er im zweiten Halbjahr einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit einem Einbruch in der weltweiten Automobilindustrie zusammenhängt. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei verfehlt. Der Umsatz ging um 16 Prozent zurück.

Der französische Versorger Electricité de France (EDF) (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) musste in 2008 aufgrund einer Änderung bei der Regulierung der Versorgungsraten einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der Energie- und Gasversorger heute mitteilte, wuchsen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,8 Prozent. Gleichzeitig kletterte das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 1,5 Prozent. Dagegen ging das Nettoergebnis um 39,5 Prozent zurück.

Die französische Total S.A. (ISIN FR0000120271/ WKN 850727), der drittgrößte Ölkonzern in Europa, meldete heute, dass sie im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat. Auf bereinigter Basis wurde jedoch ein Gewinn erzielt, der die Erwartungen schlagen konnte. Aufgrund stark gesunkener Ölpreise ging das bereinigte Ergebnis jedoch leicht zurück. Der Umsatz nahm um 10 Prozent ab.

Der französische IT-Dienstleister Cap Gemini S.A. (ISIN FR0000125338/ WKN 869858) meldete heute, dass er seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gesteigert hat, was mit einem Wachstum im Bereich Software Testing zusammenhängt. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau. Für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres rechnet der Konzern mit einem leichten Rückgang der Umsätze auf vergleichbarer Basis.

Der schweizerische Mischkonzern ABB Ltd. (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 88 Prozent eingebrochen ist, was auf Sonderbelastungen sowie einen Einmalertrag im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 5 Prozent.

Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Swiss Re) (ISIN CH0012332372/ WKN 852246) meldete heute, dass ihr Verwaltungsrat den Rücktritt von Jacques Aigrain als CEO angenommen hat. Wie der weltweit zweitgrößte Rückversicherer erklärte, hat der Verwaltungsrat Stefan Lippe, derzeit stellvertretender CEO und COO von Swiss Re, als Nachfolger von Aigrain ernannt. (12.02.2009/ac/n/m)

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