Paris (aktiencheck.de AG) - Nach Gewinnen am Vormittag liegen die europäischen Börsen mittlerweile wieder im negativen Terrain. Der
Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert zur Stunde 0,81 Prozent und steht bei 2.234,23 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassenden Dow Jones STOXX 50 büßt 1,21 Prozent ein auf 1.950,11 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt unterdessen 1,02 Prozent ab auf 511,99 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Verluste.
Die Großbank BNP Paribas steht einem Pressebericht zufolge vor einem drastischen Gewinnrückgang. Dem Artikel zufolge wird die größte Bankgesellschaft in Frankreich für das Gesamtjahr 2008 einen Nettogewinn in Höhe von rund 3 Mrd. Euro verbuchen, was zum Vorjahr einem Rückgang um 60 Prozent entspricht. Die Aktie verliert in Paris mehr als 7 Prozent. Daneben knicken Société Générale um 5,5 Prozent und Crédit Agricole um über 2 Prozent ein.
Noch härter trifft es Papiere der Fluggesellschaft Air France-KLM mit -9,5 Prozent. Der Konzern gab am Vorabend bekannt, dass er im dritten Quartal angesichts eines geringeren Passagieraufkommens und eines deutlichen Rückgangs bei den Cargo-Umsätzen mit einem operativen Verlust rechnet. Alstom legen dagegen gut 4 Prozent zu. Der Industriekonzern meldete zuvor, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 11 Prozent gestiegen ist.
Die Aktie des Automobil- und Industriekonzerns Fiat ist in Mailand weiter vom Handel ausgesetzt. Wie der Konzern heute bestätigte, will er eine Allianz mit dem angeschlagenen US-Autobauer Chrysler eingehen und sich in einem ersten Schritt mit 35 Prozent an den Amerikanern beteiligen.
In der Schweiz verlieren Logitech fast 12 Prozent. Der Hardware-Hersteller meldete am Vorabend, dass sein Gewinn im dritten Quartal um 70 Prozent eingebrochen ist. Der Umsatz verringerte sich dabei um 16 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Titel des Sanitärtechnikkonzerns Geberit, der im vierten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen musste, geben daneben gut 6 Prozent ab.
Für die Aktie von TomTom geht es in Amsterdam um knapp 2 Prozent nach unten. Der Technologiekonzern hat sich zuvor enttäuscht über die Absatzentwicklung im vierten Quartal sowie im Gesamtjahr 2008 geäußert und die Ergebnisprognosen nach unten revidiert.
Indexstände (12:57 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.234,23 (-0,81 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 1.950,11 (-1,21 Prozent)
EURONEXT 100: 511,99 (-1,02 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.082,23 (-0,64 Prozent)
CAC40 (Paris): 2.974,35 (-0,51 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 18.192,00 (-0,95 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.460,00 (-0,41 Prozent)
SMI (Zürich): 5.349,36 (-0,59 Prozent)
ATX (Wien): 1.628,61 (-0,86 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die französische Großbank BNP Paribas S.A. wird für das Gesamtjahr 2008 Presseangaben zufolge einen drastischen Gewinnrückgang verbuchen. Wie die Tageszeitung "La Tribune" berichtet, wird die größte Bankgesellschaft in Frankreich für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nettogewinn in Höhe von rund 3 Mrd. Euro verbuchen, was zum Vorjahr einem Rückgang um 60 Prozent entspricht.
Die Fluggesellschaft Air France-KLM (ISIN FR0000031122/ WKN 855111) gab am Montag bekannt, dass sie im dritten Quartal einen operativen Verlust erwartet, was mit einem geringeren Passagieraufkommen und einem deutlichen Rückgang bei den Cargo-Umsätzen zusammenhängt. Den Angaben zufolge konnte die Fluglinie nicht von den gesunkenen Ölpreisen profitieren, was auf das Treibstoff-Hedging zurückzuführen ist. Für das Geschäftsjahr 2009 soll das operative Ergebnis jedoch positiv bleiben.
Der französische Industriekonzern Alstom S.A. (ISIN FR0010220475/ WKN A0F7BK) meldete heute, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 11 Prozent zulegen konnte, was mit Aufträgen im Bereich Züge, Energieproduktion und Wartung zusammenhängt. Der Auftragseingang erreichte im Berichtszeitraum 6,12 Mrd. Euro, nach 7,01 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2008 lag bei 47 Mrd. Euro, hieß es.
Der schweizerische Hardware-Hersteller Logitech International S.A. (ISIN CH0025751329/ WKN A0J3YT) meldete am späten Montag, dass sein Gewinn im dritten Quartal um 70 Prozent eingebrochen ist, was mit einem Umsatzrückgang zusammenhängt. Der Umsatz verringerte sich um 16 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Wie der Hersteller von Computer-Peripheriegeräten weiter mitteilte, hat er eine Restrukturierung eingeleitet, welche die Konzernbelegschaft um 550 bis 600 Mitarbeiter reduzieren wird.
Das Schweizer Sanitärtechnikunternehmen Geberit AG (ISIN CH0030170408/ WKN A0MQWG) musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen Umsatzrückgang ausweisen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, sank der Gesamtumsatz im Jahr 2008 um 1,3 Prozent. Bei der organischen Umsatzentwicklung wurde hingegen ein Plus von 3,2 Prozent ausgewiesen. Im vierten Quartal habe sich die weltweite Wirtschaftskrise wie erwartet negativ auf den Umsatzverlauf ausgewirkt, was im Vorjahresvergleich zu einem Umsatzrückgang von 10,5 Prozent geführt habe. Der organische Umsatzrückgang hatte im vierten Quartal bei 3,5 Prozent gelegen.
Der niederländische Technologiekonzern TomTom N.V. (ISIN NL0000387058/ WKN A0ET88) hat sich heute enttäuscht über die Absatzentwicklung im vierten Quartal sowie im Gesamtjahr 2008 geäußert und die Ergebnisprognosen nach unten revidiert. Wie der Konzern heute bekannt gab, habe sich der Gesamtabsatz bei Navigationsgeräten im vierten Quartal sowohl in Europa als auch in Nordamerika unterhalb der Erwartungen entwickelt. In diesem Zusammenhang erwartet TomTom einen Gesamtabsatz von nunmehr 17 Millionen Endgeräten, nachdem man zuvor von 18 Millionen Navigationsgeräten in beiden Absatzmärkten ausgegangen war. TomTom erwartet für 2008 einen Absatz am unteren Ende der ursprünglichen Prognose von 12 bis 13 Millionen Geräten. Im Anschluss wurden die Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr nach unten revidiert. Außerdem geht der Konzern in Zusammenhang mit der Übernahme der deutschen Tele Atlas N.V. (ISIN NL0000233948/ WKN 927101) von Wertberichtigungen für das vierte Quartal aus. (20.01.2009/ac/n/m)