31.03.2009 13:15
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Börsen in Europa: Sehr stark, Fortis meldet Milliardenverlust


Paris (aktiencheck.de AG) - Nach den heftigen Verlusten zum Wochenauftakt können die europäischen Börsen am Dienstag geschlossen zulegen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gewinnt aktuell 1,65 Prozent auf 2.043,85 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 rückt um 2,22 Prozent vor auf 1.789,74 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbessert sich um 1,72 Prozent auf 472,56 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Gewinne.

Der Kupferminenbetreiber Kazakhmys musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund gesunkener Rohstoffpreise sowie negativer Einmaleffekte einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Den weiteren Angaben zufolge lag der Umsatz im Berichtszeitraum leicht unter dem Vorjahreswert. Für das Fiskaljahr 2009 erwartet der Konzern ein Anhalten der schwierigen Marktbedingungen. Eine Prognose wurde nicht abgegeben. Die Aktie gewinnt als Spitzenreiter im britischen FTSE 100 mehr als 10 Prozent. Daneben rücken Xstrata um gut 9 Prozent, Vedanta um über 7 Prozent, Anglo American ebenfalls um mehr als 7 Prozent und BHP Billiton um knapp 7 Prozent vor. Ferner ziehen Barclays um rund 2 Prozent an. Die Großbank teilte am Vorabend mit, dass sie weiter auf Regierungshilfen verzichtet.

Der angeschlagene belgisch-niederländische Finanzdienstleister Fortis hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von 28 Mrd. Euro eingefahren, was mit der Abspaltung des Bankgeschäfts zusammenhängt. Der Titel gewinnt in Brüssel gut 1 Prozent.

In Mailand geht es für Fiat um fast 9 Prozent in die Höhe. Wie am Vorabend bekannt wurde, haben die Italiener und der angeschlagene US-Automobilkonzern Chrysler in ihren Gesprächen über eine Allianz eine Einigung erzielt.

Der gestern stark unter die Räder gekommene Finanzsektor führt die Erholungsbewegung an der Schweizer Börse an. Swiss Re gewinnen gut 6 Prozent, Swiss Life knapp 6 Prozent und UBS annähernd 5 Prozent. Julius Bär liegen mit fast 3 Prozent vorne. Der Vermögensverwalter teilte heute mit, dass der Verwaltungsrat der Bank Julius Bär Boris F.J. Collardi als künftigen CEO gewählt hat.

Indexstände (13:04 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.043,85 (+1,65 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 1.789,74 (+2,22 Prozent)

EURONEXT 100: 474,34 (-1,86 Prozent)

FTSE 100 (London): 3.880,96 (+3,14 Prozent)

CAC40 (Paris): 2.763,63 (+1,63 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 15.591,00 (+2,11 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 7.687,60 (+1,14 Prozent)

SMI (Zürich): 4.871,94 (+2,66 Prozent)

ATX (Wien): 1.658,07 (+2,32 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die britische Großbank Barclays plc teilte am Montagabend mit, dass sie weiter auf Regierungshilfen verzichtet. Wie das Institut erklärte, sei das Board nach sorgfältiger Prüfung und Gesprächen mit wichtigen Aktionären zu dem Schluss gekommen, dass eine Teilnahme an dem so genannten "Asset Protection Scheme" (APS) des britischen Finanzministeriums nicht im Interesse der Investoren und Kunden wäre. Barclays hat bereits am Freitag einen Pressebericht bestätigt, wonach man die Kapitalanforderungen der Regulierungsbehörden erfüllt.

Der Kupferminenbetreiber Kazakhmys plc (ISIN GB00B0HZPV38/ WKN A0HFWR) musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund gesunkener Rohstoffpreise sowie negativer Einmaleffekte einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Den Angaben zufolge lag der Umsatz im Berichtszeitraum leicht unter dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn ging gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zurück. Beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter wurde ebenfalls ein kräftiger Gewinnrückgang ausgewiesen. Dabei hatten negative Einmaleffekte das Ergebnis im Berichtszeitraum belastet. Wesentlichen Anteil an der rückläufigen Ergebnisentwicklung hatten die zuletzt deutlich rückläufigen Notierungen bei Industriemetallen. Für das Fiskaljahr 2009 erwartet der Konzern ein Anhalten der schwierigen Marktbedingungen. Eine Prognose wurde nicht abgegeben.

Der angeschlagene belgisch-niederländische Finanzdienstleister Fortis S.A. (ISIN BE0003801181/ WKN 982570) gab heute bekannt, dass er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen drastischen Milliarden-Verlust erwirtschaftet hat, was mit der Abspaltung des Bankgeschäfts zusammenhängt, das inzwischen vom belgischen und niederländischen Staat übernommen wurde. Der den Aktionären zuzurechnende Nettoverlust belief sich demnach auf 28 Mrd. Euro, im Vergleich zu einem Gewinn von 4 Mrd. Euro im Vorjahr.

Der schweizerische Vermögensverwalter Julius Bär Holding AG (ISIN CH0029758650/ WKN A0MQFZ) teilte heute mit, dass der Verwaltungsrat der Bank Julius Bär & Co. AG Boris F.J. Collardi als künftigen CEO der Bank Julius Bär gewählt hat. Den Angaben zufolge wird der derzeit als COO der Bank tätige Collardi am 1. Mai 2009 die Nachfolge von Johannes A. de Gier als CEO der Bank Julius Bär antreten.

Der angeschlagene US-Automobilkonzern Chrysler LLC und der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) haben in ihren Gesprächen über eine Allianz eine Einigung erzielt. Wie das von der Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management kontrollierte Unternehmen am Montag mitteilte, habe man sich mit Fiat auf eine globale Zusammenarbeit mit der Unterstützung des US-Finanzministeriums geeinigt. Die Kooperation werde nicht nur helfen, die gewährten Darlehen früher als geplant an die US-Regierung zurückzuzahlen, sondern auch die Fähigkeit stärken, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Durch die Einigung mit Fiat steigt die Chance, dass Chrysler von der amerikanischen Regierung eine weitere Kapitalspritze in Höhe von rund 6 Mrd. Dollar erhalten wird. (31.03.2009/ac/n/m)



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