Paris (aktiencheck.de AG) - An den europäischen Börsen sind heute auch im weiteren Handelsverlauf deutliche Kursverluste auszumachen. Nach wie vor lastet die Furcht vor den Konsequenzen eines möglichen schweren atomaren Unfalls in den japanischen Atomkraftwerken auf der Stimmung der Anleger. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 4,16 Prozent auf 2.733,50 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt indes 3,47 Prozent nach auf 2.477,64 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verliert 3,65 Prozent auf 671,70 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Die US-Börsen dürften heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 2,17 Prozent ab. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 3,01 Prozent, während der S&P-Future 2,70 Prozent zurückgeht. Konjunkturseitig steht heute in den USA insbesondere noch das Fed-Sitzungsergebnis zur Veröffentlichung an.
Die Erwerbstätigkeit in der EU hat sich im vierten Quartal 2010 nach vorläufigen Schätzungen von Eurostat leicht erhöht. Im Euroraum (ER16) nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,3 Prozent und verglichen mit dem Vorquartal um 0,1 Prozent zu. Im dritten Quartal 2010 war die Erwerbstätigkeit um 0,2 Prozent geschrumpft bzw. unverändert geblieben. In der EU27 erhöhte sich die Erwerbstätigkeit um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau und gegenüber dem dritten Quartal 2010 um 0,1 Prozent. Im Vorquartal waren ein Rückgang von 0,1 Prozent bzw. ein Zuwachs von 0,1 Prozent ausgewiesen worden. Eurostat schätzt, dass im vierten Quartal 2010 in der EU27 insgesamt 221,7 Millionen Menschen, davon im Euroraum 144,8 Millionen, erwerbstätig waren.
Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Januar 2011 weniger stark erhitzt. Wie das Department of Communities and Local Government heute bekannt gab, haben sich die britischen DCLG-Immobilienpreise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht, nachdem sich Immobilien im Dezember um 3,8 Prozent verteuert hatten. In London bricht der FTSE 100 derzeit um 2,63 Prozent ein auf 5.623,33 Zähler.
Die französischen Verbraucherpreise sind im Februar 2011 nach Angaben der Statistikbehörde INSEE mit vermindertem Tempo angestiegen. So sank die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,7 Prozent, nach 1,8 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten mit einer Preissteigerung um 1,7 Prozent gerechnet. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent an, gegenüber einem Preisrückgang um 0,2 Prozent im Januar. An der Börse verliert der Leitindex CAC40 derzeit 3,94 Prozent auf 3.725,14 Zähler.
Im Schweizer SMI sind aktuell ausschließlich Verlierer auszumachen. Papiere von Nestle markieren mit einem Minus von 3,1 Prozent die Indexspitze. Am unteren Ende sind Anteile von Richemont und Transocean mit Abschlägen von 7,6 bzw. 5,8 Prozent zu finden. Aktien der Großbank UBS verlieren 4,4 Prozent an Wert. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2010 ein höheres Ergebnis erzielt als Anfang Februar gemeldet, nachdem man noch Anpassungen vorgenommen hat. Den Angaben zufolge belief sich der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn auf 7,53 Mrd. Schweizer Franken (CHF), gegenüber einem Verlust von 2,74 Mrd. CHF im Jahr 2009. Papiere von Lindt & Sprüngli (Chocoladefabriken LindtSpruengli) stehen dagegen mit 0,7 Prozent im Plus. Der Schokoladenspezialist erklärte, dass er die für das Jahr 2010 kommunizierten Umsatzerwartungen erreicht hat und auch die Ertragsprognosen erfüllen konnte. Dabei profitierte man von den Aufbaumaßnahmen, die man schon im Jahr 2009 als gezielte Reaktion auf die weltweite Wirtschaftskrise eingeleitet hatte, um für die Zukunft gerüstet zu sein und von einem erneuten Aufschwung voll profitieren zu können.
Im ATX liegen Aktien von Verbund mit einem Plus von 5,1 Prozent einsam in der Gewinnzone. Es folgt eine lange Reihe der Verlierer. Anteile von EVN geben an zweiter Stelle um 0,3 Prozent ab. Aktien der Österreichischen Post (Oesterreichische Post) fallen indes um 0,9 Prozent zurück. Der Konzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem Ergebnisplus aufwarten und geht für das Fiskaljahr 2011 von einer weiteren Ergebnisverbesserung aus. Insgesamt erwartet der Post- und Logistikkonzern für 2011 einen Umsatzanstieg von 1 bis 2 Prozent. Die EBITDA-Marge soll am oberen Ende der Zielbandbreite von 10 bis 12 Prozent liegen. Am Indexende sind bei Zumtobel und Intercell deutliche Abschläge von 7,0 Prozent bzw. 8,3 Prozent auszumachen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.733,50 (-4,16 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.477,64 (-3,47 Prozent) EURONEXT 100: 671,70 (-3,65 Prozent) FTSE 100 (London): 5.623,33 (-2,63 Prozent) CAC40 (Paris): 3.725,14 (-3,94 Prozent) MIB (Mailand): 21.058,89 (-3,42 Prozent) SMI (Zürich): 6.018,68 (-4,08 Prozent) ATX (Wien): 2.664,46 (-3,22 Prozent) (15.03.2011/ac/n/m)