Paris (aktiencheck.de AG) - Nach der Einigung im US-Schuldenstreit zeigen sich die wichtigsten europäischen Börsen im Montaghandel zur Mittagszeit weiter in guter Form. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,53 Prozent auf 2.684,48 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,58 Prozent auf 2.525,41 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt um 0,95 Prozent zu auf 674,75 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Die Arbeitsmarktsituation im Euroraum hat sich im Juni 2011 nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat stabilisiert. Im Euroraum (ER17) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 9,9 Prozent, nach 9,9 Prozent im Vormonat und 10,2 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 9,4 Prozent, im Vergleich zu 9,4 Prozent im Mai 2011 und 9,7 Prozent im Juni 2010. Eurostat schätzt, dass in der EU27 insgesamt 22,5 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 15,6 Millionen im Euroraum. Gegenüber Mai hat die Zahl der Arbeitslosen in der EU27 um 38.000 abgenommen und ist im Euroraum um 18.000 angestiegen. Im Vergleich zu Juni 2010 ist die Zahl in der EU27 um 706.000 und im Euroraum um 346.000 geschrumpft.
Kurz vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit haben sich in den USA Demokraten und Republikaner am Wochenende auf einen Kompromiss verständigt. Wie es heißt, sieht die Vereinbarung die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze um mindestens 2,1 Bio. US-Dollar bis 2013 und damit über die Präsidentenwahlen hinaus vor. Ohne diese Maßnahme hätte die weltweit größte Volkswirtschaft bereits ab dem morgigen Dienstag einen Teil ihrer Schulden nicht mehr bedienen können.
An der Wall Street zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So rückt der Dow Jones Future derzeit um 1,07 Prozent vor. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 1,10 Prozent, während der S&P-Future 1,08 Prozent ansteigt. Konjunkturseitig stehen heute in den USA vor allem noch der ISM Index für Juli sowie die Bauausgaben für Juni zur Veröffentlichung an.
HSBC Holdings (HSBC) rücken um 4,3 Prozent vor. Die Großbank konnte im ersten Halbjahr dank einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge im Kreditgeschäft mit einem Gewinnanstieg aufwarten. So erreichte man einen Vorsteuergewinn von 11,47 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Dank einer deutlich verbesserten Steuerquote lag der Nettogewinn in den sechs Monaten mit 8,93 Mrd. US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 6,63 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich dabei auf 50 Cents, nach zuvor 38 Cents je Aktie. Wesentlichen Anteil an der starken Ergebnisentwicklung hatten deutlich geringere Vorsorgeaufwendungen im Kreditgeschäft: Hier betrug die gesamte Risikovorsorge 5,27 Mrd. US-Dollar, nach 7,52 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Entsprechend konnte man in der Geschäfts- und Privatkundensparte sowie im Bereich Vermögensverwaltung beim operativen Ergebnis deutlich zulegen, während man im Handelsgeschäft und im Investmentbanking gegenüber dem starken Vorjahresergebnis einen operativen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Wie der Finanzkonzern weiter ausführte, will man in den kommenden Jahren 2,5 bis 3,5 Mrd. US-Dollar einsparen. Dazu ist der Abbau von insgesamt rund 5.000 Stellen geplant. Vodafone Group verteuern sich daneben um 0,9 Prozent. Wie bereits am Freitag bekannt gegeben wurde, plant der Mobilfunkbetreiber die Ausschüttung einer Sonderdividende. So erhält man aus der Beteiligung an dem amerikanischen Mobilfunkunternehmen Verizon Wireless erstmals seit 2005 wieder eine Dividende, die teilweise an die eigenen Aktionäre weitergegeben werden soll.
Air Liquide (Air Liquide) rücken als zweitbester Wert im CAC 40 um 2,7 Prozent vor. Der Industriegasehersteller hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr verbessert und profitierte dabei von einem Umsatzwachstum und höheren Erdgaspreisen. Zudem wurde der Ausblick bestätigt. Der Nettogewinn belief sich auf 750 Mio. Euro, nach 676 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 9,2 Prozent auf 7,12 Mrd. Euro zu, wobei auf vergleichbarer Basis ein Wachstum von 8,3 Prozent ausgewiesen wurde. Ferner verteuern sich die Aktien von EADS um 1,1 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete am Montag, dass seine Tochter Astrium eine Vereinbarung zum Erwerb von Vizada für 960 Mio. US-Dollar vom Mehrheitsaktionär Apax France, einem französischen Private-Equity-Fonds, getroffen hat. Den Angaben zufolge handelt es sich bei Vizada um einen führenden, unabhängigen Anbieter von weltweiten satellitengestützten mobilen Kommunikationsdiensten. Für 2011 erwartet Vizada einen Umsatz von rund 660 Mio. und ein EBITDA von 95 Mio. US-Dollar. Die Transaktion erfolgt vorbehaltlich der üblichen Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der amerikanische Kohleproduzent Peabody Energy und der in Luxemburg ansässige Stahlkocher ArcelorMittal wenden sich mit ihrem Übernahmeangebot für den australischen Kohleproduzenten Macarthur Coal nun direkt an die Aktionäre. So wird man nach Abschluss der Due Diligence den Aktionären des australischen Kohleproduzenten eine Übernahmeofferte in Höhe von 15,50 Australische Dollar (AUD) in bar für jeden ihrer Anteilsscheine unterbreiten. Die Aktie von ArcelorMittag legen daraufhin um 1,1 Prozent zu. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren können sich auch zur Mittagszeit die Papiere von LVMH mit einem Zugewinn von 2,7 Prozent behaupten. Am Indexende fahren indes Peugeot mit einem Wertverlust von 2,2 Prozent hinterher.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.684,48 (+0,53 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.525,41 (+0,58 Prozent) EURONEXT 100: 674,75 (+0,95 Prozent) FTSE 100 (London): 5.901,75 (+1,49 Prozent) CAC40 (Paris): 3.701,83 (+0,79 Prozent) MIB (Mailand): 18.423,06 (-0,06 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.591,50 (-0,41 Prozent) SMI (Zürich): 5.783,35 ATX (Wien): 2.636,13 (+0,95 Prozent) (01.08.2011/ac/n/m)