Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktien können ihre morgendlichen leichten Gewinne bis zum Mittag trotz der schwachen Vorgaben aus den USA und Tokio etwas ausbauen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 steigt aktuell 0,45 Prozent auf 2.962,35 Zähler, während beim Dow Jones STOXX 50 ein Plus von 0,54 Prozent auf 2.675,81 Zähler auszumachen ist. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gewinnt 0,32 Prozent auf 723,52 Zähler. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls durchweg grüne Vorzeichen.
Auf der Konjunkturseite ist der von der sentix GmbH ermittelte Konjunktur-Index für die Eurozone im März erneut gestiegen. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, verzeichnete der Konjunktur-Index der Eurozone demnach einen Anstieg auf 17,1 Punkte, nach 16,7 Punkten im Vormonat. Damit markierte der sentix-Gesamtindex für Euroland ein neues 3,5-Jahres-Hoch. Haupttreiber für den deutlichen Anstieg sind die Lagewerte, die sich um 4,75 Punkte auf einen Indexstand von 26 Punkten verbessern. Die Erwartungskomponente gibt im Zuge der Unruhen in Nordafrika um 3,75 Punkte nach.
Im französischen Leitindex CAC 40 ziehen aktuell Alcatel-Lucent um 3,3 Prozent an und stehen damit an der Spitze. Dahinter zeigen Titel von STMicro (+1,8 Prozent) und Cap Gemini (+1,3 Prozent) deutlichere Aufschläge. Papiere von LVMH (LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton) tendieren geringfügig im Minus, nachdem der Luxusgüterkonzern angekündigt hat, den italienischen Konkurrenten Bulgari mehrheitlich zu übernehmen. Den Angaben zufolge wurde ein entsprechendes Abkommen am vergangenen Wochenende erzielt. Dabei hat das LVMH-Board der Vereinbarung am Sonntag einstimmig zugestimmt. Im Rahmen der Transaktion wird LVMH 16,5 Millionen Aktien ausgeben, im Tausch für die 152,5 Millionen Bulgari-Anteile (50,4 Prozent), die derzeit von der Bulgari-Familie gehalten werden. Für die restlichen Anteilsscheine von Bulgari wird der LVMH-Konzern den Minderheitsaktionären ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 12,25 Euro je Aktie unterbreiten, hieß es. Daneben verbilligen sich Aktien von Sanofi-Aventis um gut 1 Prozent. Der Pharmakonzern meldete heute, dass er sein Angebot für Genzyme um zwei Wochen verlängert hat. Demnach hat man seine Offerte in Höhe von 74,00 US-Dollar je Aktie für die ausstehenden Genzyme-Anteile bis zum 1. April 2011 verlängert. Ursprünglich sollte das Angebot für die Papiere des US-Biotechnologiekonzerns nur bis zum 16. März 2011 laufen. Top-Verlierer im CAC 40 sind die Bankenwerte Societe Generale und Credit Agricole mit einem Minus von 1,2 Prozent bzw. 1,3 Prozent.
Im FTSE 100 stehen am Mittag Anteilsscheine von Intertek mit einem satten Plus von 4,5 Prozent ganz oben im britischen Leitindex, gefolgt von Burberry, Fresnillo, Investec und ARM Holdings mit Aufschlägen zwischen 2,1 und 3,6 Prozent. Die rote Laterne trägt Inmarsat mit einem heftigen Abschlag von knapp 11 Prozent. Im breiten Markt geben London Stock Exchange gut ein halbes Prozent ab. Der Börsenbetreiber, der vor einigen Wochen eine Fusion mit der Toronto Stock Exchange angekündigt hat, nimmt nun Presseangaben zufolge auch den US-Börsenbetreiber Nasdaq OMX Group (NASDAQ Stock Market) ins Visier. Einem Zeitungsbericht zufolge will die LSE jedoch zuerst ihren geplanten Zusammenschluss mit der Toronto Stock Exchange, Teil der TMX Group , zum Abschluss bringen, bevor sie das neue Ziel in den USA angeht.
In der Schweiz profitieren an der Spitze des SMI momentan Papiere von Richemont (+2,9 Prozent) und Swatch (+1,9 Prozent) von der angekündigten Bulgari-Übernahme durch LVMH. Etwas fester (+0,4 Prozent) präsentieren sich Titel von Nestlé . Der Nahrungsmittelhersteller stellt aufgrund eines Kostendrucks Preiserhöhungen in Aussicht, so der Finanzvorstand des Konzerns in einem Zeitungsinterview vom Wochenende. Top-Verlierer im SMI ist Novartis mit einem Minus von rund 1 Prozent.
In den Niederlanden hat der Allfinanzkonzern ING (ING Groep) heute die Rückzahlung weiterer staatlicher Beihilfen angekündigt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, habe man den niederländischen Staat darüber informiert, dass man eine Option zur vorzeitigen Rückzahlung von Staatsbeihilfen im Gesamtwert von nominal 2 Mrd. Euro ausgeübt hat. Der von ING zu leistende Gesamtbetrag wurde inklusive einer Prämie von 50 Prozent auf insgesamt 3 Mrd. Euro beziffert. Daneben hat der Einzelhandelskonzern Ahold ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Mrd. Euro gestartet. Während Aktien von ING um 0,7 Prozent steigen, verteuern sich die von Ahold um 0,9 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.962,35 (+0,45 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.675,81 (+0,54 Prozent) EURONEXT 100: 723,52 (+0,32 Prozent) FTSE 100 (London): 6.029,91 (+0,66 Prozent) CAC40 (Paris): 4.030,57 (+0,26 Prozent) MIB (Mailand): 22.406,92 (+1,21 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.609,90 (+1,06 Prozent) SMI (Zürich): 6.541,80 (+0,17 Prozent) ATX (Wien): 2.844,92 (+0,61 Prozent) (07.03.2011/ac/n/m)