Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen können ihre morgendlichen leichten Gewinne bis zum Mittag halten, nachdem die Wall Street gestern einen Großteil ihrer Kursverluste vom Vortag wieder wettmachen konnte. Hintergrund für die kräftigen Kursaufschläge in den USA war der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Demnach wurden die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0,00 bis 0,25 Prozent belassen. Zudem sollen die Zinsen mindestens bis Mitte 2013 auf einem niedrigen Niveau verharren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,13 Prozent auf 2.297,11 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,39 Prozent auf 2.226,30 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren weiter uneinheitlich.
In Großbritannien stehen im FTSE 100 am Mittag unverändert Anteilsscheine von Standard Life (ISN GB00B16KPT44/ WKN A0J3TV) an der Spitze. Das Plus liegt inzwischen bei fast 13 Prozent, womit die morgendlichen Gewinne noch einmal deutlich ausgebaut wurden. Der Lebensversicherer gab heute bekannt, dass sich sein Gewinn im ersten Halbjahr erhöht hat. Operativ wurde ein über den Markterwartungen liegendes Ergebnis erzielt, was vor allem auf ein starkes Kanada-Geschäft zurückzuführen ist. Ganz oben im britischen Leitindex sind zudem Man Group (+9,2 Prozent), Weir Group (+6,5 Prozent) und Lloyds Banking (+5,3 Prozent) zu finden. Indes tendieren Titel von HSBC mit 0,3 Prozent im Minus. Die Großbank äußerte sich am gestrigen Dienstag zu den jüngsten Spekulationen in der Presse hinsichtlich eines möglichen Verkaufs ihres Kreditkartengeschäfts in den USA. Demnach bestätigt HSBC, dass man sich zurzeit in Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des Card and Retail Services-Geschäfts befindet. Am Ende des FTSE 100 geben Aktien von Essar Energy und Standard Chartered 1,5 Prozent bzw. 2,5 Prozent ab. Im breiten Markt ziehen Papiere von TUI Travel um 2,0 Prozent an. Europas größtes Touristikunternehmen konnte seinen Verlust im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich verringern. Das bereinigte operative Ergebnis konnte indes deutlich zulegen, was mit einer starken Entwicklung in Großbritannien und Skandinavien zusammenhängt. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist es zuversichtlich, die eigenen Erwartungen im Gesamtjahr erfüllen zu können.
In Frankreich verteuern sich im CAC 40 aktuell unverändert Veolia Environnement mit einem satten Plus von rund 5 Prozent. Dahinter rücken Technip, Vallourec und PPR um 3,6 Prozent, 2,9 Prozent bzw. 2,8 Prozent vor. Titel von GDF SUEZ (GDF SUEZ ) steigen zurzeit um 2,7 Prozent. Der Energie- und Gasversorger meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr gesunken ist, was mit widrigen Wetterverhältnissen sowie einer schwächeren Nachfrage nach Erdgas in Europa zusammenhängt. Zudem profitierte das Vorjahresergebnis von einem Einmalertrag. Beim EBITDA konnte man die Erwartungen jedoch übertreffen. Zudem wurde die EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2011 bestätigt. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er mit der China Investment Corp. (CIC) ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das eine Kooperation zwischen beiden Parteien über sämtliche Geschäftsbereiche und Regionen hinweg vorsieht, vor allem im Asien/Pazifik-Raum. Dabei befindet man sich zurzeit in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine 2,3 Mrd. Euro teure Beteiligung von CIC an der Exploration & Production-Sparte von GDF SUEZ. Zudem will CIC sich für 0,6 Mrd. Euro mit 10 Prozent an der LNG Atlantic-Verflüssigungsanlage in Trinidad und Tobago beteiligen. Die Schlusslichter im CAC 40 bilden weiter Bankenwerte. So verlieren Societe Generale und BNP Paribas 3,9 Prozent bzw. 3,1 Prozent, während sich Credit Agricole und Natixis 2,5 Prozent bzw. 2,1 Prozent verbilligen. Indes hat sich die französische Industrieproduktion im Juni 2011 verringert. Demnach schrumpfte die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent, wogegen sie im Mai um 1,9 Prozent angestiegen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat die Industrieproduktion um 2,1 Prozent zugelegt.
In der Schweiz stehen im SMI Anteilsscheine von ABB mit einem Zugewinn von 2,9 Prozent ganz oben. Gefragt sind zudem Aktien von Zurich Financial, Swiss Re, UBS und Credit Suisse mit Aufschlägen zwischen 2,1 und 2,5 Prozent. Im Mittelfeld tendieren Nestlé 0,8 Prozent fester. Der Lebensmittelkonzern meldete heute, dass er im ersten Halbjahr 2011 einen geringeren Gewinn erwirtschaftet hat, was u.a. mit einem starken Schweizer Franken und höheren Rohstoffkosten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Ganz am Ende sind Anteilsscheine von Adecco (-7,2 Prozent) und Lonza Group (-5 Prozent) zu finden. Der Zeitarbeitsspezialist Adecco (Adecco SA) konnte im zweiten Quartal mit einem deutlichen Gewinnzuwachs aufwarten. Insgesamt habe man im Berichtszeitraum von der weiterhin freundlichen Gesamtentwicklung profitieren können. Insbesondere in der Industrie sei die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hoch geblieben. Kostensenkungsmaßnahmen hätten ebenfalls zu der freundlichen Ergebnisentwicklung beigetragen. Das mittelfristige Ziel einer EBITA-Marge von mehr als 5,5 Prozent wurde bestätigt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.297,11 (+0,13 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.226,30 (+0,39 Prozent) FTSE 100 (London): 5.210,40 (+0,88 Prozent) CAC40 (Paris): 3.184,29 (+0,26 Prozent) MIB (Mailand): 15.564,87 (-1,00 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.393,60 (-0,42 Prozent) SMI (Zürich): 5.041,91 (+0,88 Prozent) ATX (Wien): 2.223,36 (+3,90 Prozent) (10.08.2011/ac/n/m)