Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen liegen nach wie vor im Plus. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gewinnt aktuell 0,98 Prozent auf 2.815,83 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 rückt daneben um 0,76 Prozent vor auf 2.562,68 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 geht es um 1,10 Prozent nach oben auf 681,48 Stellen. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Zuwächse.
Die Wirtschaftsstimmung in der EU hat sich im April weiter aufgehellt. Dies gab die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission bekannt. So stieg der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 101,9 Punkte, nach 99,8 Punkten im März. Daneben wuchs der Index für die Eurozone auf 100,6 Zähler, nachdem er im Vormonat bei 97,9 Punkten gelegen hatte. Zudem hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone klar aufgehellt. Damit hat sich der Index zum 13. Mal in Folge verbessert.
Die Wall Street dürfte im Plus eröffnen. Aktuell gewinnen der Dow Jones Future 0,42 Prozent, der S&P 500 Future 0,68 Prozent und der Nasdaq 100 Future 0,56 Prozent. Am Vorabend konnte der Kreditkartenkonzern Visa mit seinen Zahlen für das zweite Fiskalquartal überzeugen. Heute dürften insbesondere die Ergebnisse von Aetna, Bristol-Myers Squibb, Burger King, Colgate-Palmolive, ConocoPhillips, Eastman Kodak, Expedia, Exxon Mobil, International Paper, Ingram Micro, Kellogg, Motorola, MetLife, OfficeMax, Procter & Gamble, Safeway, Viacom und Weyerhaeuser für Aufsehen sorgen. Konjunkturseitig werden der Chicago Fed Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet.
Der Satellitenfernsehanbieter BSkyB (British Sky Broadcasting Group) meldete, dass er in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnanstieg erzielt hat, was mit einem stark gewachsenen Kundenstamm zusammenhängt. Der größte Pay-TV-Betreiber in Großbritannien konnte im dritten Quartal 62.000 Neukunden gewinnen, womit er nun insgesamt 9,77 Millionen Kunden zählt. Die Aktie schießt im FTSE 100 um über 5 Prozent in die Höhe. Unilever gewinnen knapp 4 Prozent. Der Konsumgüterkonzern konnte seinen Gewinn im ersten Quartal um 33 Prozent steigern, was mit höheren Umsätzen als Folge von Preissenkungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden dabei geschlagen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 973 Mio. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 909 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz erhöhte sich um 6,7 Prozent auf 10,14 Mrd. Euro. Der Pharmakonzern AstraZeneca konnte im ersten Quartal einen Ergebnisanstieg vorweisen. Der Umsatz lag mit 8,58 Mrd. Dollar über dem Vorjahreswert von 7,70 Mrd. Dollar. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 2,78 Mrd. Dollar ausgewiesen, nach 2,14 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Wert kann um gut 3 Prozent vorrücken. Wie der Energie- und Erdgasversorger BG Group meldete, ist sein Gewinn im ersten Quartal um 5 Prozent gesunken, was auf geringere LNG-Umsätze zurückzuführen ist. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen nahm von 1,01 Mrd. Dollar im Vorjahr auf 960 Mio. Dollar ab. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 1,12 Mrd. Dollar (+13 Prozent) und damit über der Erwartungen der Analysten (985 Mio. Dollar). Der Umsatz nahm von 4,33 Mrd. Dollar auf 4,50 Mrd. Dollar zu. Die Aktie gewinnt knapp 2 Prozent.
Pernod Ricard (Pernod Ricard) stechen im CAC40 mit einem Plus von 4 Prozent ins Auge. Der Spirituosenhersteller hat im dritten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg verbucht und hob im Anschluss die Prognose für das laufende Fiskaljahr an. France Télécom gewinnen ein halbes Prozent. Europas drittgrößte Telefongesellschaft gab bekannt, dass ihr Umsatz und EBITDA im ersten Quartal leicht gesunken ist. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Das EBITDA belief sich auf 3,76 Mrd. Euro, im Vergleich zu 3,96 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem EBITDA von 3,86 Mrd. Euro ausgegangen. Der Umsatz fiel um 2 Prozent auf 10,96 Mrd. Euro. ArcelorMittal verlieren gegen den Trend 1,5 Prozent. Der weltgrößte Stahlkonzern hat im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben, was mit einer erhöhten Produktion angesichts der sich erholenden Stahlnachfrage sowie Sonderbelastungen im Vorjahr zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 679 Mio. Dollar, gegenüber einem Verlust von 1,06 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 15,12 Mrd. Dollar auf 18,65 Mrd. Dollar. Das EBITDA kletterte von 883 Mio. Dollar auf 1,89 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld allerdings von einem EBITDA von 2,05 Mrd. Dollar ausgegangen. Sanofi-Aventis geben ein knappes Prozent ab. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal steigern was mit einer stärkeren Nachfrage nach dem Diabetes-Medikament Lantus und Erlösen aus dem Verkauf seines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe zusammenhängt. Der bereinigte Nettogewinn (Business Net Income) erhöhte sich um 9,7 Prozent auf 2,43 Mrd. Euro. Analysten hatten auf dieser Basis einen Gewinn von 2,36 Mrd. Euro erwartet. Der Umsatz nahm um 3,9 Prozent auf 7,39 Mrd. Euro zu.
Papiere des Öl- und Erdgaskonzerns Repsol (Repsol YPF) rücken im IBEX 35 um etwa 4 Prozent vor. Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen Ergebniszuwachs um 30 Prozent erzielt, was auf höhere Öl- und Gaspreise zurückzuführen ist. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 688 Mio. Euro. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er seine Produktion um 10,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 gesteigert.
Clariant (Clariant) legen im Schweizer SLI mehr als 3 Prozent zu. Der Spezialchemiekonzern konnte im ersten Quartal dank der zuletzt deutlichen konjunkturellen Belebung wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Der Konzernumsatz lag mit 1,82 Mrd. Schweizer Franken (CHF) über dem Vorjahreswert von 1,60 Mrd. CHF. Unter dem Strich wies man einen Nettogewinn von 10 Mio. CHF aus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 91 Mio. CHF zu Buche gestanden hatte. Logitech (Logitech International SA) büßen indes 1 Prozent ein. Der Hardware-Hersteller meldete am späten Mittwoch, dass er im vierten Quartal einen Überschuss erwirtschaftet hat, was mit höheren Umsätzen zusammenhängt. Im Gesamtjahr wurde indes ein Gewinnrückgang verzeichnet.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.815,83 (+0,98 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.562,68 (+0,76 Prozent) EURONEXT 100: 681,48 (+1,10 Prozent) FTSE 100 (London): 5.627,63 (+0,73 Prozent) CAC40 (Paris): 3.818,81 (+0,84 Prozent) MIB (Mailand): 21.614,71 (+0,53 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.406,00 (+2,35 Prozent) SMI (Zürich): 6.662,42 (+1,31Prozent) ATX (Wien): 2.640,19 (+0,36 Prozent) (29.04.2010/ac/n/m)