Paris (aktiencheck.de AG) - Nach einem freundlichen Start bewegen sich die wichtigsten europäischen Indizes zur Mittagszeit im Minus. Auch nach der Ankündigung der Rücktrittsbereitschaft von Regierungschef Berlusconi sorgt die Lage in Italien weiterhin für Verunsicherung an den Märkten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 2,83 Prozent auf 2.237,99 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt um 1,89 Prozent ab auf 2.243,43 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So gibt der Dow Jones Future derzeit 1,76 Prozent ab. Der NASDAQ-Future verliert momentan 1,89 Prozent, während der S&P-Future 2,27 Prozent verliert.
Der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im vierten Quartal 2011 deutlich gesunken. Laut dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung verringerte sich der Geschäftsklimaindex auf 83,7 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index noch bei 110,6 Zählern und im Vorjahresquartal bei 107,5 Punkten gelegen. Damit hat sich das ifo Wirtschaftsklima für den Euroraum zum zweiten Mal in Folge verschlechtert und liegt nun deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Oktober 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INSEE verschlechtert. So verringerte sich der entsprechende saisonbereinigte Stimmungsindex auf 96 Punkte, während Volkswirte ebenfalls mit einem Rückgang auf 96 Punkte gerechnet hatten. Im Vormonat war noch ein Indexstand von 97 Punkten gemeldet worden.
J. Sainsbury plc (J Sainsbury) verbessert sich um 0,7 Prozent. Die drittgrößte britische Supermarktkette verzeichnete im ersten Halbjahr trotz gestiegener Umsätze einen Gewinnrückgang. Allerdings profitierte das Vorjahresergebnis noch von höheren Einmalerträgen aus dem Verkauf von Assets. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen aber geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 302 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber 347 Mio. GBP im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 6,6 Prozent auf 354 Mio. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem bereinigten Vorsteuergewinn von 352 Mio. GBP ausgegangen. Der Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) nahm um 6,1 Prozent auf nun 11,69 Mrd. GBP zu. Daneben geht es für HSBC Holdings um 5,9 Prozent nach unten. Die Bank konnte ihren Gewinn im dritten Quartal trotz gestiegener Rückstellungen für Kreditausfälle deutlich steigern, was mit einem hohen Einmalertrag zusammenhängt. So belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 5,22 Mrd. US-Dollar, gegenüber 3,15 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal 2010. Dabei profitierte das jüngste Ergebnis von einem positiven bilanziellen Einmaleffekt in Höhe von 4,1 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,84 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Gewinn vor Steuern lag im Berichtszeitraum bei 7,16 Mrd. US-Dollar, im Vergleich zu 3,53 Mrd. US-Dollar in der Vorjahresperiode. Bereinigt um den genannten Einmaleffekt betrug der Gewinn vor Steuern 2,96 Mrd. US-Dollar, nach 4,60 Mrd. US-Dollar im Vorjahr.
Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev konnte im abgelaufenen dritten Quartal den Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte EBITDA steigern. Der Titel rückt daraufhin um 1,2 Prozent vor.
Für die Anteilsscheine des Windanlagenherstellers Vestas Wind Systems geht es um 2,7 Prozent nach unten. Der Konzern meldete Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal. Dabei lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,34 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 1,92 Mrd. Euro. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Verlust von 60 Mio. Euro erreicht, nach einem Nettogewinn von 187 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Brauereikonzern Carlsberg konnte seinen Gewinn im dritten Quartal zwar leicht steigern, die Erwartungen wurden jedoch verfehlt, was mit einem rückläufigen Absatzvolumen zusammenhängt. Die Jahresprognose wurde indes bestätigt. Anteile von Carlsberg legen hieraufhin um 2,4 Prozent zu.
Im SMI geben Holcim um 2,5 Prozent nach. Der Zementhersteller musste im dritten Quartal angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 5,32 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Beim betrieblichen EBITDA verzeichnete man einen Rückgang auf 1,07 Mrd. CHF, nach 1,23 Mrd. CHF im Vorjahreszeitraum. Das Nettoergebnis verringerte sich um 34 Prozent auf 356 Mio. CHF, nach zuvor 544 Mio. CHF. Daneben geht es für Swisscom nach einem eher verhalten ausgefallenen Quartalsausweis um 0,7 Prozent nach unten. Operativ hatte Swisscom vor allem unter der anhaltenden Preiserosion auf dem Heimatmarkt sowie in Italien zu leiden. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern nach wie vor einen Umsatz von 11,5 Mrd. CHF und ein EBITDA von 4,6 Mrd. CHF.
In Österreich verschlechtern sich OMV um 3,9 Prozent. Der Mineralölkonzern konnte das dritte Quartal mit einem höheren Ergebnis abschließen. So kletterten der Betriebserfolg (EBIT) um 43 Prozent auf 563 Mio. Euro und der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss um 48 Prozent auf 220 Mio. Euro. Deutlich niedrigere Sonderaufwendungen in E&P stützen dabei das EBIT. Dagegen fiel das CCS EBIT vor Sondereffekten um 8 Prozent auf 581 Mio. Euro vorwiegend auf Grund des Produktionsausfalls in Libyen. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten sank um 20 Prozent auf 233 Mio. Euro. Aktien von Wienerberger geben um 5,8 Prozent nach. Der Baumaterialhersteller präsentierte die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des laufenden Fiskaljahres. Dabei lag der Umsatz mit 1,56 Mrd. Euro um 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim Nachsteuerergebnis wurde ein Gewinn von 64,7 Mio. Euro erzielt, nach einem Verlust von 13,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr wurde der Ausblick bestätigt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.237,99 (-2,83 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.243,43 (-1,89 Prozent) FTSE 100 (London): 5.461,39 (-1,90 Prozent) CAC40 (Paris): 3.070,39 (-2,32 Prozent) MIB (Mailand): 15.076,14 (-3,75 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.300,90 (-2,55 Prozent) SMI (Zürich): 5.603,91 (-1,39 Prozent) ATX (Wien): 1.934,28 (-2,51 Prozent)
(09.11.2011/ac/n/m)