Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen können auf recht deutliche Gewinne blicken. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) legt aktuell 0,69 Prozent zu auf 2.785,33 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) steigt um 0,63 Prozent auf 2.513,68 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) kann um 0,53 Prozent vorrücken auf 666,43 Stellen. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Gewinne.
Die Wirtschaftsstimmung in der EU hat sich im Juli aufgehellt. So stieg der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 102,2 Punkte, nach revidiert 100,3 Punkten im Juni. Daneben kletterte der Index für die Eurozone auf 101,3 Zähler, während er im Vormonat bei 99,0 Punkten gelegen hatte. Wie ferner bekannt wurde, hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im Juli verbessert. Demnach erhöhte sich der entsprechende Indexstand auf +0,66 Punkte, nach revidiert +0,40 Punkten im Vormonat.
Nach den recht deutlichen Vortagesverlusten dürfte die Wall Street heute fester eröffnen. Aktuell gewinnen der Dow Jones Future 0,40 Prozent, der S&P 500 Future 0,42 Prozent und der Nasdaq 100 Future 0,35 Prozent. In Kürze werden die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet.
Der britische Pharmakonzern AstraZeneca verbuchte im zweiten Quartal infolge einer positiven Entwicklung in den Schwellenländern ein Gewinnwachstum. Wie das Unternehmen erklärte, erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 8,18 Mrd. Dollar, nach 7,96 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Gleichzeitig kletterte der Vorsteuergewinn von 2,61 Mrd. auf nun 2,92 Mrd. Dollar. Das operative Ergebnis kletterte auf 3,03 Mrd. Dollar, nach zuvor 2,85 Mrd. Dollar. AstraZeneca rücken im FTSE 100 um 5 Prozent vor. BAE Systems gewinnen 3,2 Prozent. Wie zuvor bekannt wurde, konnte der Rüstungskonzern im ersten Halbjahr infolge von Personaleinsparungen ein positives Ergebnis ausweisen. Titel der BT Group gewinnen 3 Prozent. Die größte Telefongesellschaft in Großbritannien hat im ersten Quartal eine Gewinnsteigerung erzielt, was mit Kostensenkungen zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 284 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber 214 Mio. GBP im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 4,4 Prozent auf 5,01 Mrd. GBP. Daneben hat der Triebwerkshersteller Rolls-Royce (Rolls-Royce Group) die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr präsentiert. Der Umsatz lag mit 5,42 Mrd. GBP über dem Vorjahreswert von 5,14 Mrd. GBP. Das bereinigte Vorsteuerergebnis lag mit 465 Mio. GBP um 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Rolls-Royce rücken um 1,5 Prozent vor. Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) gewinnen 1,4 Prozent. Der größte europäische Ölkonzern hat im zweiten Quartal einen Gewinnzuwachs von 15 Prozent erzielt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 4,39 Mrd. Dollar. Der Umsatz erreichte 90,57 Mrd. Dollar und lag damit deutlich über dem Niveau des zweiten Quartals 2009 (63,88 Mrd. Dollar). Anteile des Satellitenfernsehanbieters BSkyB (British Sky Broadcasting Group) geben 0,8 Prozent ab. Der Konzern konnte sein Ergebnis im vierten Quartal nahezu vervierfachen, was mit einem starken Kundenzuwachs zusammenhängt.
Wie Europas drittgrößte Telefongesellschaft France Télécom erklärte, ist ihr Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gestiegen, was mit Einmalerträgen aus Asset-Verkäufen zusammenhängt. Demnach belief sich der Nettogewinn auf 3,73 Mrd. Euro, im Vergleich zu 2,56 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 1,2 Prozent auf 22,14 Mrd. Euro. Für 2010 und 2011 hält der Konzern an seinen Zielen fest und geht demnach weiterhin von einem organischen Cash-Flow von rund 8 Mrd. Euro aus. France Télécom gewinnen im CAC40 mehr als 6 Prozent. Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis konnte im zweiten Quartal dank seines Sparkurses ein Ergebnisplus erzielen. Die Umsatzerlöse stiegen dabei um 4,6 Prozent auf 7,78 Mrd. Euro. Ferner kletterte der Nettogewinn um 7,6 Prozent auf 2,48 Mrd. Euro. Sanofi-Aventis geben leicht ab. Wie der Rüstungselektronikkonzern Thales am Vorabend erklärte, hat er im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnet. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 5,96 Mrd. Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 138 Mio. Euro, nach 12 Mio. Euro im Vorjahr. Die Ergebnisse lagen über den Erwartungen der Analysten. Thales geben im breiten Markt dennoch mehr als 2 Prozent ab.
Die Banco Santander (Banco Santander Central Hispano), die größte Bankgesellschaft in Spanien, meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 8 Prozent gesunken ist, was auf eine schwächere Entwicklung auf dem Heimatmarkt zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 2,23 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,28 Mrd. Euro ausgegangen. Banco Santander kommen im IBEX 35 um 1,2 Prozent zurück. Wie die zweitgrößte europäische Telefongesellschaft Telefonica mitteilte, hat sich ihr Gewinn im zweiten Quartal um 16 Prozent verbessert, was auf eine starke Geschäftsentwicklung in Lateinamerika zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 2,12 Mrd. Euro, im Vergleich zu 1,83 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 9 Prozent auf 15,12 Mrd. Euro. Telefonica gewinnen aktuell 3,4 Prozent.
Der schweizerische Spezialchemiekonzern Clariant konnte dank einer deutlich verbesserten Profitabilität im zweiten Quartal einen kräftigen Ergebnisanstieg ausweisen. Titel von Clariant sacken in Zürich um 3,4 Prozent ab. Dagegen gewinnen Logitech (Logitech International SA) fast 6 Prozent. Der Hardware-Hersteller meldete am späten Mittwoch, dass er im ersten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet hat, was mit deutlich höheren Umsätzen zusammenhängt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.785,33 (+0,69 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.513,68 (+0,63 Prozent) EURONEXT 100: 666,43 (+0,53 Prozent) FTSE 100 (London): 5.360,02 (+0,76 Prozent) CAC40 (Paris): 3.692,54 (+0,60 Prozent) MIB (Mailand): 21.272,54 (+0,90 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.732,20 (+0,83 Prozent) SMI (Zürich): 6.289,52 (+0,19 Prozent) ATX (Wien): 2.515,44 (+1,43 Prozent) (29.07.2010/ac/n/m)