Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen können im weiteren Handelsverlauf ihre Gewinne ausbauen. Dabei stützen Quartalsausweise und die positiven Futures aus den USA. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 0,84 Prozent auf 2.892,19 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 steigt um 0,62 Prozent auf 2.619,84 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 rückt indes um 0,57 Prozent auf 708,16 Stellen vor. Die europäischen Länderbörsen tendieren ebenfalls im Plus.
An der Wall Street zeichnet sich derzeit ein positiver Handelsstart ab. So gewinnt der Dow Jones Future um 0,24 Prozent. Der NASDAQ-Future legt momentan um 0,33 Prozent zu. Der S&P-Future verbessert sich um 0,22 Prozent. Heute werden noch zahlreiche Quartalsbilanzen aus den USA erwartet. Zudem stehen die US-Großhandelumsätze für September auf dem Programm.
In Großbritannien standen heute wichtige Konjunkturmeldungen auf dem Programm. So ist die Industrieproduktion in Großbritannien im September mit vermindertem Tempo angestiegen. Der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) erhöhte sich binnen Jahresfrist um 3,8 Prozent. Für August war noch eine Steigerung um 4,3 Prozent ausgewiesen worden. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete eine Produktionssteigerung um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Des Weiteren hat sich der Immobilienmarkt in Großbritannien im Oktober nach Angaben des Royal Institute of Chartered Surveyors weiter abgekühlt. So reduzierte sich der britische RICS-Immobilienpreissaldo auf -49,0 Prozent, während Volkswirte nur einen Rückgang auf -39,0 Prozent erwartet hatten. Für September war ein Saldo von -36,0 Prozent gemeldet worden. Schließlich hat sich das britische Handelsbilanzdefizit im September nach Angaben von National Statistics reduziert. So belief sich das Defizit auf 8,2 Mrd. Britische Pfund (GBP), nachdem für August ein Passivsaldo von 8,5 Mrd. GBP gemeldet worden war. Volkswirte hatten sogar einen Rückgang auf 8,0 Mrd. GBP prognostiziert. In der Handels- und Dienstleistungsbilanz sank das Defizit auf 4,6 Mrd. GBP, nach zuvor 4,9 Mrd. GBP. Im FTSE 100 stehen die Aktien des Mobilfunkbetreibers Vodafone (Vodafone Group) nach Quartalszahlen im Blickpunkt. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im ersten Halbjahr wegen eines Umsatzwachstums und einer starken Entwicklung bei Verizon Wireless deutlich steigern. Zudem wurde der Ausblick nach oben korrigiert. Der Gewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 7,54 Mrd. Britische Pfund (GBP), im Vergleich zu 4,82 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um 3,9 Prozent auf 22,60 Mrd. GBP. Der operative Gewinn sank indes von 6,07 Mrd. GBP auf 5,21 Mrd. GBP. Für das Geschäftsjahr 2011 rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten operativen Gewinn von 11,8 bis 12,2 Mrd. GBP (bisher: 11,2 und 12,0 Mrd. GBP). Der Free Cash-Flow wird weiterhin bei über 6,5 Mrd. GBP erwartet. Wie die Gesellschaft ferner bekannt gab, will man seine Beteiligung an dem japanischen Internet- und Mobilfunkanbieter Softbank für insgesamt 3,1 Mrd. GBP verkaufen. Die Aktie von Vodafone kann um 0,4 Prozent zulegen. Gleichzeitig musste die britische Großbank Barclays im dritten Quartal 2010 infolge eines schwachen Investment Banking-Geschäfts ein deutlich geringeres Ergebnis ausweisen. So sank der Vorsteuergewinn um 76 Prozent auf 327 Mio. Britische Pfund (GBP). Die Investment Banking Sparte Barclays Capital verbuchte einen Vorsteuerverlust von 182 Mio. GBP, gegenüber einem Vorjahresgewinn von 369 Mio. GBP. Das Papier verteuert sich dennoch um 2,6 Prozent. Des Weiteren geben Marks & Spencer (MarksSpencer) um 1,6 Prozent nach. Der größte Bekleidungshändler in Großbritannien konnte im ersten Halbjahr 2010/11 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis verzeichnen. So stiegen die Umsatzerlöse um 5,4 Prozent auf 4,57 Mrd. Britische Pfund (GBP). Ferner kletterte der Vorsteuergewinn auf 348,6 Mio. GBP, nach zuvor 306,7 Mio. GBP. Schließlich legen die Aktien des Triebwerksherstellers Rolls-Royce (Rolls-Royce Group) um 1,5 Prozent zu. Das Unternehmen hat von China Eastern Airlines einen Auftrag im Wert von 1,2 Mrd. Dollar erhalten. An der Indexspitze verteuern sich Schroders um 4,3 Prozent, während am Ende Intercontinental Hotels 5 Prozent nachgeben.
Zahlen gab es heute auch aus der Schweiz. Die Telefongesellschaft Swisscom musste für die ersten neun Monate 2010 einen Gewinnrückgang ausweisen. Gleichzeitig wurden aber die Erwartungen für das Gesamtjahr angehoben. Die Aktie verteuert sich um 2 Prozent. Des Weiteren erzielte der Zeitarbeitsspezialist Adecco (Adecco SA) im dritten Quartal eine Gewinnsteigerung um 42 Prozent. Dabei profitierte der Konzern von Kostensenkungen und einem soliden Wachstum in den Kernmärkten Frankreich und Nordamerika. Das Papier legt als Spitzenreiter im SMI um 4,8 Prozent zu. Am Indexende geben Novartis 1,1 Prozent nach. Im CAC 40 rücken die Papier von Renault als bester Wert um 3,2 Prozent vor. Am Indexende verlieren EADS 0,7 Prozent an Wert. Hermes International (Hermès International) verteuern sich im breiten Markt um 6,6 Prozent. Der Luxusartikel-Hersteller konnte in den ersten neun Monaten mit einem Umsatzplus aufwarten.
Der dänische Brauereikonzern Carlsberg hat mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten wegen schwierigen Bedingungen in Nord- und Westeuropa verfehlt. Indes wurde die operative Ergebnisprognose nach oben korrigiert. Der Titel gibt um 4,3 Prozent nach. Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) verteuern sich um 1,5 Prozent. Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, gab bekannt, dass er mit der China Unicom (Hong Kong) Ltd. , dem zweitgrößten chinesischen Mobilfunkbetreiber, einen Managed Services-Vertrag geschlossen hat.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.892,19 (+0,84 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.619,84 (+0,62 Prozent) EURONEXT 100: 708,16 (+0,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.894,15 (+0,76 Prozent) CAC40 (Paris): 3.942,66 (+0,74 Prozent) MIB (Mailand): 21.568,24 (+1,60 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.399,90 (+1,05 Prozent) SMI (Zürich): 6.606,17 (+0,09 Prozent) ATX (Wien): 2.733,23 (+0,55 Prozent) (09.11.2010/ac/n/m)