Paris (aktiencheck.de AG) - An den wichtigsten europäischen Aktienmärkten geht es am Dienstag auch zur Mittagszeit weiter deutlich nach unten. Die Ankündigung Griechenlands, eine Volksabstimmung über das Rettungspaket durchführen zu wollen, sorgt für massive Verunsicherung. Viele Anleger fürchten nun, dass eine theoretisch mögliche Ablehnung des Rettungspaketes Griechenland ins Chaos stürzen könnte. Vor diesem Hintergrund und angesichts relativ schwach ausgefallener Zahlen von Credit Suisse stehen heute europaweit Banktitel auf dem Verkaufszettel der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 4,83 Prozent auf 2.270,04 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 3,31 Prozent auf 2.241,26 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Wie Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Montagabend bekannt gab, will er das Volk über die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels entscheiden lassen. Laut Papandreou seien die Beschlüsse so schwerwiegend, dass sie eine breite Basis brauchten. Die Ergebnisse der Abstimmung sollen bindend sein. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos dürfte die Volksabstimmung voraussichtlich Anfang kommenden Jahres durchgeführt werden.
Die Wall Street wird heute voraussichtlich mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 1,41 Prozent nach. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 1,45 Prozent, während der S&P-Future 1,61 Prozent verliert. In den USA werden am Nachmittag noch der ISM Index für Oktober sowie die Bauausgaben für September erwartet.
Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal 2011 nach vorläufigen Zahlen von National Statistics angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent, nachdem im zweiten Quartal ein Plus von 0,6 Prozent ausgewiesen worden war. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das BIP ebenfalls um 0,5 Prozent, gegenüber einem Plus von 0,1 Prozent im Vorquartal. Im FTSE 100 können sich Imperial Tobacco (Imperial Tobacco Group) mit einem Wertverlust von 0,3 Prozent in einem sehr schwachen Gesamtmarkt relativ gut behaupten. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen höheren Gewinn erzielt. Dabei profitierte der Zigarettenhersteller von einem Umsatzwachstum. Der Zigarettenabsatz zeigte sich jedoch rückläufig. Zudem will man sich weiter auf Kostensenkungen konzentrieren. Der Nettogewinn belief sich nach Abzug von Minderheitsanteilen auf rund 1,8 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach 1,51 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Umsatz nahm von 28,17 Mrd. GBP auf 29,22 Mrd. GBP zu. Unterdessen geht es für die Bankwerte Barclays, Lloyds und Royal Bank of Scotland zwischen 6 und 10,1 Prozent nach unten.
In der Schweiz stehen Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) als schwächster Wert im SMI mit einem Verlust von 8,8 Prozent deutlich unter Druck. Die Großbank hat zwar im dritten Quartal ein höheres Ergebnis erzielt. Allerdings wurden die Erwartungen klar verfehlt. Dabei war der Berichtszeitraum geprägt durch ein schwieriges Marktumfeld und Sonderposten. Ferner wurden weitere Stellenstreichungen angekündigt. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich auf 683 Mio. Schweizer Franken (CHF), nach 609 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Analysten waren aber von einem Gewinn von 979 Mio. CHF ausgegangen. Ferner erzielte die Credit Suisse Group einen bereinigten Vorsteuergewinn von 519 Mio. CHF, einen bereinigten Reingewinn von 441 Mio. CHF und eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 11,8 Prozent. Zusätzlich zu den im Juli angekündigten Maßnahmen strebt die Credit Suisse weitere Kosteneinsparungen von 0,8 Mrd. CHF bis Ende 2013 an. Diese zusätzlichen Kosteneinsparungen dürften verbunden sein mit einem Abbau von rund 3 Prozent des Personalbestandes in der gesamten Credit Suisse Group, mit Prozessoptimierungen, Verbesserungen beim Einkauf sowie mit einer stärkeren Integration und effizienterem Einsatz von Infrastruktur in Betriebsorganisation und Geschäft. Daneben verlieren UBS und Julius Baer 5,4 bzw. 4,5 Prozent an Wert. Der Schweizer Leitindex zeigt sich zur Mittagszeit einheitlich in rot. Am kleinsten fallen die Wertverluste mit 0,4 Prozent bei Nestlé aus.
Im französischen Leitindex finden sich auf den Plätzen eins, drei und vier der Verliererliste mit der Société Générale, Crédit Agrocole und BNP Paribas drei Banktitel mit Abschlägen zwischen 10,5 und 14,4 Prozent wieder. Unterdessen ist auch im CAC 40 kein Gewinner auszumachen. Die geringsten Abschläge verzeichnen mit 1,2 Prozent EADS.
Überzeugende Quartalszahlen legte DSM (Koninklijke DSM NV) vor. Der niederländische Chemiekonzern hat seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Neben positiven Einmaleffekten profitierte man von sehr guten Ergebnissen in der Sparte Materials Sciences, einem starken organischen Umsatzwachstum und einer geringeren Steuerlast. Der Ausblick wurde bestätigt. Der Nettogewinn belief sich auf 171 Mio. Euro, nach 79 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Einmaleffekten lag bei 159 Mio. Euro (Vorjahr: 128 Mio. Euro). Der Umsatz stieg indes um 5 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro. Der Titel verliert lediglich 1,7 Prozent an Wert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.270,04 (-4,83 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.241,26 (-3,31 Prozent) FTSE 100 (London): 5.373,90 (-3,07 Prozent) CAC40 (Paris): 3.090,73 (-4,69 Prozent) MIB (Mailand): 15.019,02 (-6,24 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.559,40 (-4,42 Prozent) SMI (Zürich): 5.574,73 (-2,73 Prozent) ATX (Wien): 1.983,75 (01.11.2011/ac/n/m)