Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben nach einem positiven Start im bisherigen Montaghandel bis zur Mittagszeit wieder in die Verlustzone gedreht. Dabei drücken neu aufkommende Rezessionssorgen auf die Stimmung der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,44 Prozent auf 2.327,29 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,07 Prozent auf 2.277,32 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren uneinheitlich.
Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU hat es bislang keine Einigung über Schritte zur Lösung der Euro-Schuldenkrise oder Beschlüsse zu einem Konsens über die Sanierung des kurz vor der Pleite stehenden Euro-Mitglieds Griechenland gegeben. Stattdessen wurden konkrete Entscheidungen auf Mitte dieser Woche vertagt. Die Entscheidungen zur Rettung des Euros werden am Mittwoch fallen, unterstrichen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntag in Brüssel. Merkel erläuterte, es müsse jetzt einerseits darum gehen, den europäischen Rettungsfonds EFSF so auszubauen, dass er den Anforderungen zum Schutz der Euro-Länder gerecht werde. Andererseits müsse es um ein neues Griechenland-Programm gehen. Aber man habe am Sonntagmittag bei dem Treffen der 27 EU-Mitgliedstaaten auch darüber gesprochen, in Zukunft die Haushaltsdisziplin strenger zu fassen.
Die Auftragseingänge in der europäischen Industrie sind derweil nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat im August 2011 gestiegen. So erhöhte sich der entsprechende Index der Eurozone (EZ17) auf Monatssicht um 1,9 Prozent, gegenüber einem Rückgang um 1,6 Prozent im Juli. In der gesamten EU27 kletterten die Auftragseingänge um 0,4 Prozent, während sie zuvor um 0,6 Prozent gefallen waren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Auftragseingänge in der Eurozone um 6,2 Prozent und in der EU27 um 6,5 Prozent zu. Im Juli waren Zuwächse von 8,9 bzw. 7,4 Prozent verbucht worden.
Die US-Börsen dürften heute wenig verändert in den Handel starten. So legt der Dow Jones Future derzeit um 0,03 Prozent zu. Für den NASDAQ-Future geht es momentan um 0,09 Prozent nach oben, während sich der S&P-Future um 0,08 Prozent verschlechtert. Am Nachmittag wird in den USA noch der Chicago Fed National Activity Index für September erwartet.
Julius Bär (Julius Baer Gruppe) gab heute eine Personalie bekannt. So hat die Bank Kaven Leung zum CEO North Asia, Deputy CEO Asia und CEO der Hongkong-Filiale ernannt. Die Bestellung tritt zum 19. April 2012 in Kraft. Leung übernimmt die Position von Dr. Thomas R. Meier, der diese bisher interimistisch bekleidet. Leung wechselt von der US-Großbank Goldman Sachs Group zu Julius Bär, wo er derzeit noch das asiatische Private Banking-Geschäft mit verantwortet. Der Titel verbilligt sich um 0,2 Prozent. Daneben geht es für ABB um 1,6 Prozent nach oben, nachdem der Mischkonzern einen weiteren Großauftrag erhalten hat. So wurde man vom Energiekonzern Statoil (Statoil ASA) mit der Lieferung eines Antriebssystems für zwei neue Vorverdichtungseinheiten beauftragt. Der Lieferumfang umfasst zwei Kompressor-Antriebssysteme, die jeweils aus einem 50-MW/66-kVHochspannungsmotor bestehen. Die Systeme werden genutzt, um den Gasdurchfluss in der Pipeline zu erhöhen. Darüber hinaus liefert ABB zwei HGÜ-Stromübertragungssysteme (HochspannungsGleichstromübertragung), einschließlich HGÜ-Umrichtern und Gleichstrom-Seekabeln, für die zuverlässige Versorgung der Offshore-Ausrüstung mit Landstrom. Der Auftragswert wurde auf geschätzt 270 Mio. US-Dollar beziffert. Der erste Platz der Gewinnerliste wird von Swatch Group mit einem Plus von 4,3 Prozent eingenommen, während die rote Laterne an Roche mit einem Wertverlust von 1,5 Prozent geht.
In den Niederlanden befinden sich die Aktien von TomTom mit einem Aufschlag von 19,8 Prozent weiterhin im Höhenrausch. Der Navigationsgerätehersteller verlautbarte heute, dass er seinen Gewinn im dritten Quartal zum Vorjahr deutlich steigern konnte. Im Vorquartal war noch ein hoher Verlust ausgewiesen worden. Allerdings zeigten sich operatives Ergebnis und Umsatz rückläufig. Angesichts dieser Entwicklung wurde ein Restrukturierungsprogramm beschlossen. Daneben wurde ein starker Ausblick gegeben. Der Nettogewinn belief sich auf 28,9 Mio. Euro bzw. 13 Cent pro Aktie, nach 19,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 10 Prozent auf 336,5 Mio. Euro. Der Konzern hat ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet, das TomTom auf wachstumsstarke Bereiche ausrichten soll, darunter z.B. Automotive und Content & Services. Dabei werden auch Stellen abgebaut, wobei keine konkreten Zahlen genannt wurden. Für das laufende Fiskaljahr wurde die zuletzt veröffentlichte Prognose bestätigt, wobei TomTom nun einen Umsatz am oberen Ende der Spanne von 1,225 und 1,275 Mrd. Euro und einen bereinigten Gewinn je Aktie am oberen Ende der Spanne von 25 bis 30 Cent erwartet.
Unterdessen geht es für Nokia um 1,2 Prozent nach oben. Der Mobiltelefonhersteller hat nach Einschätzung des neuen Vorstands Michael Halbherr den Tiefpunkt seiner Krise erreicht.
Im französischen Leitindex CAC 40 stehen als bester Wert zur Mittagszeit Accor mit einem Zugewinn von 2,3 Prozent hoch im Kurs, während sich die Anleger gleichzeitig vornehmlich von den Papieren von Total trennen, die am Indexende um 2,2 Prozent nachgeben.
In Österreich verteuern sich conwert Immobilien Invest um 2,7 Prozent. Das Unternehmen investiert rund 50 Mio. Euro in ein exklusives Wohnquartier mit 54 Wohneinheiten in Berlin-Dahlem. Unternehmensangaben zufolge fiel Vorgestern in Anwesenheit des Bezirksbürgermeisters von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp, und mehreren hundert Gästen mit einem feierlichen Spatenstich der Startschuss für das neue Bauprojekt. Das 18.000 Quadratmeter große Grundstück Am Hegewinkel 5 zählte früher zum Gelände des US-Hauptquartiers und wurde bis Ende der 90er-Jahre ausschließlich für Wohnzwecke genutzt. Die Topografie und der über Jahrzehnte gewachsene Baumbestand begründen den besonderen Reiz des Geländes, auf dem die anspruchsvollen Apartments, Reihenhäuser, Doppelhäuser und Penthouses mit Wohnflächen zwischen 80 und 225 Quadratmetern realisiert werden. Ab 4.000 Euro pro Quadratmeter sind die exklusiven Wohneinheiten auf dem verkehrsberuhigten Gelände erhältlich.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.327,29 (-0,44 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.277,32 (-0,07 Prozent) FTSE 100 (London): 5.495,47 (+0,12 Prozent) CAC40 (Paris): 3.161,74 (-0,30 Prozent) MIB (Mailand): 15.933,50 (-1,14 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.837,60 (-0,17 Prozent) SMI (Zürich): 5.769,84 (+0,28 Prozent) ATX (Wien): 1.969,55 (+0,65 Prozent) (24.10.2011/ac/n/m)