Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes können im Donnerstaghandel auch zur Mittagszeit ihre Zugewinne verteidigen. Dabei hebt die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket die Stimmung. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,29 Prozent auf 2.810,74 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,08 Prozent auf 2.534,66 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt um 0,23 Prozent zu auf 696,48 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Die Verbraucherpreise sind im Juni 2011 mit unverändertem Tempo angestiegen, teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So verharrte die jährliche Inflationsrate bei 2,7 Prozent, während sie im Vormonat schon bei 2,7 Prozent gelegen hatte.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit 0,24 Prozent. Der NASDAQ-Future rückt momentan um 0,26 Prozent vor, während der S&P-Future um 0,08 Prozent hinzugewinnt. Am Nachmittag stehen in den USA vor allem noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Einkaufsmanagerindex Chicago für Juni auf der Agenda.
Lloyds Banking (Lloyds Banking Group) schießen als bester Wert im FTSE 100 um 8,6 Prozent nach oben, nachdem man heute ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm angekündigt hat. So will man bis zum Jahr 2014 insgesamt rund 15.000 Stellen abbauen. Dies soll durch eine Vereinfachung der Konzernstruktur, Einschnitte in der Verwaltung und eine Reorganisation der Konzern-IT erreicht werden. Außerdem will sich der Finanzkonzern verstärkt auf das Inlandsgeschäft konzentrieren und kündigte in diesem Zusammenhang bis zum Jahr 2014 den Rückzug aus mehr als der Hälfte seiner insgesamt 30 Auslandsmärkte an. Dadurch erhofft sich Lloyds Banking bis 2014 zusätzliche Einsparungen in Höhe von jährlich 1,5 Mrd. Britische Pfund (GBP). Im Zuge der Umsetzung der großangelegten Restrukturierung geht der Bankkonzern von Kosten in Höhe von 2,3 Mrd. GBP aus. Daneben notieren Royal Bank of Scotland mit einem Aufschlag von 2,8 Prozent derzeit auf dem dritten Platz. Gleichzeitig verschlechtern sich am Indexende Petrofac um 2,5 Prozent. Der Börsenbetreiber London Stock Exchange (LSE) hat indes die Fusionsvereinbarung mit dem kanadischen Börsenbetreiber TMX Group aufgekündigt. Die Aktie der LSE verbessert sich daraufhin um 4,8 Prozent.
Die französischen Erzeugerpreise sind im Mai 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee gefallen. Binnen Monatsfrist gingen die Erzeugerpreise um 0,5 Prozent zurück, gegenüber einer Preiserhöhung um 0,8 Prozent im April. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Erzeugerpreise um 6,0 Prozent. Indes hat der private Konsum in Frankreich im Mai 2011 nachgelassen. Im Vormonatsvergleich sanken die Verbraucherausgaben um 0,8 Prozent. Für April war sogar ein Rückgang von revidiert 1,4 (vorläufig: 1,8) Prozent ausgewiesen worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich der private Verbrauch um 1,8 Prozent. EADS rücken um 0,6 Prozent vor. Die zum Luft- und Raumfahrtkonzern gehörende Tochter Airbus steht einem Pressebericht zufolge möglicherweise vor einem Großauftrag. So kämpft man dem Bericht zufolge mit Boeing um einen Großauftrag der zu AMR gehörenden Fluggesellschaft American Airlines. Dem Bericht zufolge will American Airlines 38 Prozent seiner Flotte ersetzen und plant demnach den Kauf von mindestens 250 neuen Maschinen. Der Großauftrag hat laut der Wirtschaftszeitung ein Gesamtvolumen von rund 15 Mrd. US-Dollar. Wie ferner bereits gestern bekannt gegeben wurde, hat Sanofi mit dem Weill Cornell Medical College eine Zusammenarbeit vereinbart. Mit der Kooperation wird das Ziel verfolgt, neue Antiinfektiva zu identifizieren. Für die Aktie des Pharmakonzerns geht es um 0,4 Prozent nach oben. An der Spitze des CAC 40 können sich im Mittagshandel die Papiere von Natixis mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent halten, während am Indexende Peugeot mit einem Abschlag von 1,9 Prozent hinterherfahren. Daneben zählen auch die Papiere des Konkurrenten Renault mit einem Minus von 1,1 Prozent zu den größeren Verlierern.
Akzo Nobel will sich durch einen Zukauf verstärken. So hat der Chemiekonzern eine Vereinbarung zur Übernahme der Schramm Holding AG geschlossen. Außerdem wird Akzo Nobel den Angaben zufolge die Lackaktivitäten des größten Aktionärs der Schramm Holding, der koreanischen SSCP, übernehmen. Bei der Schramm Holding handelt es sich um einen Hersteller von hochmodernen, gezielt auf ausgerichteten und spezifisch auf Kundenanforderungen zugeschnittenen Lacksystemen. Im Fiskaljahr 2010 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 115 Mio. Euro und ein EBITDA von 13,3 Mio. Euro. In diesem Zusammenhang hat Akzo Nobel eine Übernahmeofferte im Gesamtwert von umgerechnet rund 142 Mio. Euro für die Schramm Holding angekündigt. Das Papier verschlechtert sich um 0,6 Prozent.
Barry Callebaut (Barry Callebaut) geben in der Schweiz im breiten Markt um 0,5 Prozent nach. Der Schokoladenhersteller konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 per 31. Mai 2011 erneut ein mehr als doppelt so starkes wachsen wie der globale Schokoladenmarkt. So erhöhte sich die Verkaufsmenge im Rahmen der Wachstumsziele und stieg um 7,3 Prozent auf 1,046,141 Tonnen. Der Umsatz wuchs in Lokalwährungen um 12,5 Prozent auf 3,99 Mrd. Schweizer Franken (CHF). In Berichtswährung wurde ein Umsatzplus von 1,6 Prozent ausgewiesen.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im Juni 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE verlangsamt. So verringerte die jährliche Inflationsrate auf 3,2 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 3,5 Prozent gelegen hatte.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.810,74 (+0,29 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.534,66 (+0,08 Prozent) EURONEXT 100: 696,48 (+0,23 Prozent) FTSE 100 (London): 5.891,40 (+0,61 Prozent) CAC40 (Paris): 3.933,42 (+0,23 Prozent) MIB (Mailand): 19.891,41 (+0,13 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.214,80 (+0,70 Prozent) SMI (Zürich): 6.099,28 (-0,04 Prozent) ATX (Wien): 2.721,23 (-0,13 Prozent) (30.06.2011/ac/n/m)