Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes können im Dienstaghandel zur Mittagszeit ihre anfänglichen Gewinne nicht verteidigen und sind teilweise in die Verlustzone gerutscht. Neben der sich abzeichnenden negativen Eröffnung an der Wall Street belasten dabei auch relativ verhaltende Konjunkturdaten aus Europa. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,24 Prozent auf 2.233,95 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,86 Prozent auf 2.176,39 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Die Wirtschaftsstimmung in der EU hat sich im August 2011 eingetrübt. Dies gab die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission heute bekannt. So schrumpfte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 97,3 Punkte, nach 102,3 Punkten im Juli. Ferner gab der Index für die Eurozone auf 98,3 Zähler nach, während er im Vormonat bei 103,0 Punkten gelegen hatte. Ferner hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im August 2011 nach Angaben der Generaldirektion Wirtschaft der EU-Kommission eingetrübt. So verringerte sich der entsprechende Indexstand auf 0,07 Punkte, nach revidiert 0,44 (vorläufig 0,45) Punkten im Vormonat und 0,67 Punkten im August 2010.
Die US-Börsen dürften heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So geht es für den Dow Jones Future derzeit um 0,47 Prozent nach unten. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,18 Prozent, während der S&P-Future 0,41 Prozent verliert. Konjunkturseitig steht heute in den USA das Verbrauchervertrauen für August, der Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex für Juni sowie das FOMC Sitzungsprotokoll zur Veröffentlichung an.
Bovis Homes Group (Bovis Homes Group) verbessern sich um 3,8 Prozent, nachdem der Baukonzern im ersten Halbjahr seinen Gewinn steigern konnte. Der Umsatz lag mit 133,6 Mio. Britischen Pfund (GBP) über dem Vorjahreswert von 115,6 Mio. GBP. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettogewinn nach Anteilen Dritter auf 5,9 Mio. GBP, nach 2,39 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum.
In Frankreich richtet sich der Fokus der Investoren unter anderem auf die Aktien von ArcelorMittal , die um 0,9 Prozent zulegen. Der Stahlkocher und der amerikanische Kohleproduzent Peabody Energy haben sich mit dem Board des australischen Kohleproduzenten Macarthur Coal auf die Bedingungen für die geplante Übernahme geeinigt. Wie es heißt, hat man sich mit dem Board von Macarthur Coal auf eine Barübernahme aller ausstehenden Aktien geeinigt. Dabei sollen die Aktionäre des australischen Kohleproduzenten 16 Australische Dollar je Aktie erhalten. Insgesamt wird das Unternehmen damit mit etwa 4,8 Mrd. Australische Dollar bewertet. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im CAC 40 auch zur Mittagszeit Accor mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent wieder, während am Indexende EDF um 1,3 Prozent nachgeben.
In der Schweiz verschlechtern sich Bâloise Holding (Bâloise-Holding) im breiten Markt um 3,2 Prozent. Der Versicherungskonzern musste im ersten Halbjahr einen leichten Gewinnrückgang ausweisen. So lag das Geschäftsvolumen mit 5,18 Mrd. Schweizer Franken (CHF) um 15,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich wurde beim Gewinn nach Finanzierungskosten und Steuern ein leichter Rückgang auf 203.4 Mio. CHF ausgewiesen, nach 213.5 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Dabei resultierte der Gewinnrückgang unter anderem aus dem schwächeren Finanzergebnis, welches im Vorjahr von Realisierungen bei den Wertschriften profitiert hatte. Außerdem hat man unter der leicht höheren Schadenslast sowie Integrations- und Restrukturierungskosten in Deutschland und Belgien zu leiden gehabt. Indes hat Sika die Marktposition in den Emerging Markets mit einem Zukauf verstärkt. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der brasilianischen Colauto Adesivos e Massas Ltda geschlossen. Bei der Gesellschaft handelt es sich um einen Hersteller von Kleb- und Dichtmassen sowie von akustischen Dämpf- und strukturellen Verstärkungselementen für die stark wachsende Automobil- und Transportindustrie in Lateinamerika. Colauto erzielte 2010 einen Umsatz von 40 Mio. Schweizer Franken (CHF) und beschäftigte rund 250 Mitarbeiter. Der Titel fällt um 3,4 Prozent. Im SMI wird die Spitzenposition derzeit von ABB mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent eingenommen, während auf dem letzten Platz Nestlé um 1,4 Prozent nachgeben.
Der Umsatz des italienischen Einzelhandels hat sich im Juni 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat reduziert. Demnach fielen die Umsatzerlöse der Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent, während im Mai ein Minus von 0,6 Prozent ausgewiesen worden war. Auf Monatssicht schrumpften die Einzelhandelsumsätze in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 0,2 Prozent. Im Mai war ein Rückgang um 0,1 Prozent ermittelt worden.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im August 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE verlangsamt. So verringerte die jährliche Inflationsrate auf 2,9 Prozent, nachdem sie im Juli noch bei 3,1 Prozent gelegen hatte. Der für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HVPI) wies eine Jahresteuerung von 2,7 Prozent aus, nach zuvor 3,0 Prozent.
Der finnische Maschinenbaukonzern Metso wurde von der polnischen Elektrocieplownia Bialystok S.A mit der Umrüstung einer kohlebefeuerten Boileranlage in eine mit Biomasse betriebenen Boileranlage beauftragt. Das Auftragsvolumen wurde dabei auf rund 20 Mio. Euro beziffert. Der Titel verbessert sich um 3,7 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.233,95 (-0,24 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.176,39 (+0,86 Prozent) FTSE 100 (London): 5.249,79 (+2,34 Prozent) CAC40 (Paris): 3.150,05 (-0,13 Prozent) MIB (Mailand): 15.033,60 (-0,71 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.436,50 (+0,49 Prozent) SMI (Zürich): 5.457,65 (+0,21 Prozent) ATX (Wien): 2.205,54 (+0,53 Prozent) (30.08.2011/ac/n/m)