Paris (aktiencheck.de AG) - Nach einer anfänglich uneinheitlichen Entwicklung haben sich die wichtigsten europäischen Indizes am Dienstag im bisherigen Handelsverlauf doch für den Rückwärtsgang entschieden. Dabei belasten neben dem anhaltenden US-Schuldenstreit auch teilweise negativ aufgenommene Quartalsberichte. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,10 Prozent auf 2.739,95 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,15 Prozent auf 2.550,97 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt um 0,26 Prozent nach auf 686,27 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Die wichtigsten US-Börsen dürften heute mit Zugewinnen in den Handel starten. So legt der Dow Jones Future derzeit um 0,17 Prozent zu. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 0,12 Prozent, während der S&P-Future um 0,07 Prozent steigt. Konjunkturseitig stehen heute in den USA insbesondere der Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex für Mai, die Verkäufe neuer Häuser für Juni und das Verbrauchervertrauen für Juli zur Veröffentlichung an.
Für eine Enttäuschung sorgt heute in der Schweiz die UBS . Die Großbank verlautbarte, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines starken Schweizer Frankens und einer schwachen Entwicklung der Investment Bank halbiert hat. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. Zudem wurden umfangreiche Kosteneinsparungen angekündigt. Der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich auf 1,02 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 2,01 Mrd. CHF im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,29 Mrd. CHF ausgegangen. Der Titel verschlechtert sich als Schlusslicht im SMI um 2 Prozent. Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) geben indes um 0,7 Prozent nach. Die Bank plant Presseangaben zufolge offenbar Stellenstreichungen. Wie es heißt, wird das Institut demnach Kostensenkungsmaßnahmen ankündigen, darunter der Abbau von 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätzen. Eine Ankündigung könnte bereits am Donnerstag erfolgen. Sika musste daneben im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Zwar verbesserte sich der Umsatz um 6,6 Prozent auf 2,23 Mrd. Schweizer Franken (CHF), unter dem Strich wurde beim Nettogewinn aber ein Rückgang auf 113,6 Mio. CHF ausgewiesen, nach 150,5 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns rückt trotzdem im breiten Markt um 4,6 Prozent vor. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im SMI weiterhin die Anteilsscheine von Actelion mit einem Zugewinn von 1,7 Prozent wieder.
Der britische Dienstleistungsindex ist im Mai 2011 nach Angaben von National Statistics angewachsen. Auf Monatssicht erhöhte sich der Index um 1,6 Prozent, gegenüber einem Rückgang um 1,2 Prozent im April. Ferner kletterte der Dienstleistungsindex gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent, nach 0,8 Prozent im April. Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist daneben im zweiten Quartal 2011 nach vorläufigen Berechnungen mit abgebremstem Tempo angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent. Im ersten Quartal war das BIP noch um 1,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorquartal kletterte das BIP um 0,2 Prozent, nach einem Plus von 0,5 Prozent im ersten Quartal 2011. Negativ aufgenommen wurden die Zahlen von BP . Der Ölkonzern konnte zwar im zweiten Quartal einen Gewinn ausweisen, nachdem im Vorjahr angesichts einer hohen Sonderbelastung in Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko ein massiver Verlust erwirtschaftet worden war. Jedoch wurden die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 5,62 Mrd. US-Dollar, nach einem Nettoverlust von 17,15 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis blieb der Gewinn mit 5,6 Mrd. US-Dollar jedoch hinter der Analystenschätzung von 5,9 Mrd. US-Dollar zurück. Die Aktie fällt um 2,4 Prozent. Daneben geht es für BG Group als bester Wert im FTSE 100 um 3,4 Prozent nach oben. Der Öl- und Erdgaskonzern konnte im zweiten Quartal den Gewinn deutlich steigern. Der Umsatz lag mit 5,16 Mrd. US-Dollar deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 4,05 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 1,25 Mrd. US-Dollar ausgewiesen, nach zuvor 439 Mio. US-Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Nachsteuergewinn kletterte auf 1,12 Mrd. US-Dollar, nach 882 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
ARM Holdings (ARM) verschlechtern sich um 1,4 Prozent, obwohl der Halbleiterhersteller im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. Der Umsatz lag mit 117,8 Mio. GBP über dem Vorjahreswert von 100,0 Mio. GBP. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 26,6 Mio. GBP verzeichnet, nach 21,9 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Wie der Konzern weiter ausführte, geht man im laufenden Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der derzeitigen Markterwartungen aus. Schließlich geben Imperial Tobacco Group um 0,7 Prozent nach. Der Tabakkonzern geht für das laufende Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der konzerneigenen Erwartungen aus. Wie aus dem heute veröffentlichten Trading Statement des Konzerns hervorgeht, erhöhte sich der Gesamtumsatz im Bereich Tabak in den ersten neun Monaten des im September endenden Fiskaljahres um 2 Prozent. Ganz oben auf dem Verkaufszettel der Investoren finden sich im FTSE 100 die Anteilsscheine von Burberry mit einem Abschlag von 3 Prozent wieder.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Juli 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 86 Zählern. Für Juni war ein Indexwert von 83 Punkten verbucht worden. STMicroelectronics brechen als schwächstern Wert im CAD 40 um 10,4 Prozent ein. Der größte Chip-Hersteller in Europa verlautbarte bereits gestern nach US-Börsenschluss, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal erhöht hat, was vor allem mit einem Einmalertrag zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen aber verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 420 Mio. US-Dollar bzw. 46 Cents pro Aktie, nach 356 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der jüngste Gewinn bei 14 Cents (Vorjahr: 18 Cents) pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich von 2,53 Mrd. US-Dollar auf 2,57 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 22 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,57 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich derweil nach wie vor die Papiere von EDF mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent wieder.
Aktien von Norsk Hydro (Norsk Hydro ASA) rücken um 3,5 Prozent vor. Der Öl- und Aluminiumkonzern hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung erzielt. Dabei profitierte man unter anderem von gestiegenen Aluminiumpreisen sowie einer erhöhten Produktion. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,41 Mrd. Norwegische Kronen (NOK), nach Gewinn 503 Mio. NOK im Vorjahr. Auf bereinigter Basis lag der Nettogewinn bei 1,39 Mrd. NOK (Vorjahr: 530 Mio. NOK). Der Umsatz erhöhte sich um 25 Prozent auf 24,73 Mrd. NOK. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er seine 20,86-prozentige Beteiligung am norwegischen Stromerzeuger SKS Produksjon AS für 1 Mrd. NOK an die Salten Kraftsamband AS verkaufen. Der Buchgewinn aus der Transaktion wird auf rund 650 Mio. NOK im dritten Quartal geschätzt.
In den Niederlanden geht es für die Aktie von KPN (Koninklijke KPN) um 2,3 Prozent nach oben. Der Telekommunikationskonzern musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz lag mit 3,29 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,35 Mrd. Euro. Der Nettogewinn sank auf 414 Mio. Euro, nach 465 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr wurde die zuletzt nach unten revidierte Ergebnisprognose bestätigt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.739,95 (-0,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.550,97 (-0,15 Prozent) EURONEXT 100: 686,27 (-0,26 Prozent) FTSE 100 (London): 5.929,37 (+0,07 Prozent) CAC40 (Paris): 3.795,44 (-0,46 Prozent) MIB (Mailand): 19.025,34 (+0,24 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.819,70 (-0,47 Prozent) SMI (Zürich): 6.007,01 (-0,17 Prozent) ATX (Wien): 2.667,20 (-0,19 Prozent) (26.07.2011/ac/n/m)