Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes notieren im Mittwochhandel zur Mittagszeit in der Gewinnzone. Angeheizt wird die Stimmung dabei von der Zuversicht der Anleger, dass das slowakische Parlament nach dem gestrigen Nein in einer zweiten Abstimmung der Erweiterung des Euro-Rettungsschirms zustimmen wird. Ferner stützt auch die sich abzeichnende positive Eröffnung an der Wall Street. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,55 Prozent auf 2.351,92 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,76 Prozent auf 2.266,64 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im August 2011 gegenüber dem Vormonat erhöht. Dies gab die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt. Auf Monatssicht kletterte die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ17) um 1,2 Prozent, während sie im Juli um 1,1 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich zog die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 5,3 Prozent an, nach einem Plus von 4,4 Prozent im Vormonat.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So legt der Dow Jones Future derzeit um 0,85 Prozent zu. Für den NASDAQ-Future geht es um 1,09 Prozent nach oben, während der S&P-Future um 0,75 Prozent steigt. Konjunkturseitig steht heute in den USA noch die Veröffentlichung des FOMC Sitzungsprotokolls auf der Agenda.
Das slowakische Parlament hat am späten Dienstagabend die Aufstockung des europäischen Rettungsschirms EFSF mehrheitlich abgelehnt. Die Slowakei war das letzte Euro-Mitglied, welches dem EFSF hätte zustimmen müssen. Mit der Ablehnung des EFSF ist die derzeitige Regierung unter der Führung von Premierministerin Iveta Radicova am Ende. Radicova hatte die Abstimmung mit einer Vertrauensfrage verknüpft. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass in den kommenden Tagen erneut über den EFSF abgestimmt wird.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im September 2011 nach Angaben von National Statistics verschlechtert. Binnen Monatsfrist kletterte die Zahl der Antragsteller auf Arbeitslosenhilfe um 17.500 auf 1,60 Millionen. Volkswirte hatten hier im Vorfeld sogar eine Zunahme um 24.000 erwartet. Burberry Group konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 29 Prozent steigern und profitierte dabei von neuen Filialen und einer starken Nachfrage in China. So belief sich der Umsatz in den drei Monaten zum 30. September 2011 auf 463 Mio. Britische Pfund (GBP), im Vergleich zu 359 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld Erlöse von 448 Mio. GBP erwartet. Für das erste Halbjahr wurde ein Umsatz von 830 Mio. GBP ausgewiesen, gegenüber 641 Mio. GBP in den entsprechenden sechs Monaten des Vorjahres. Die Papiere des Luxusartikelherstellers verteuern sich um 2,8 Prozent. Daneben geht es für BAE Systems um 1,2 Prozent nach unten, nachdem der Rüstungskonzern verlautbarte, dass er für das laufende Fiskaljahr von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen ausgeht. Das Geschäft hat sich bislang im Rahmen der vom Management geäußerten Erwartungen entwickelt. Nach Einschätzung von BAE Systems dürfte es in Zusammenhang mit Flutschäden am US-Werk Johnson City zu kurzfristigen Lieferverzögerungen kommen, negative Auswirkungen auf das Konzernergebnis sind jedoch nicht zu erwarten. Allerdings geht BAE Systems angesichts der restriktiveren Auftragsvergabepraxis der US-Regierung kurzfristig von Beeinträchtigungen aus. Dem wird man durch weitere Kostensenkungsmaßnahmen und Effizienzsteigerungen begegnen. Insgesamt geht man für das laufende Fiskaljahr von einem bereinigten Ergebnis je Aktie auf Vorjahresniveau aus.
Die Aktien des Chip-Ausrüsters ASML Holding rücken um 2,4 Prozent vor. Der weltgrößte Hersteller von Lithographiesystemen hat im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnsprung erzielt und die Erwartungen geschlagen. Dabei profitierte man von einem starken Geschäftsmodell und einer soliden Nachfrage. Der Jahresumsatzausblick wurde bestätigt. Zudem wird für das laufende Quartal ein stärkerer Auftragseingang erwartet. Für 2012 wurde indes keine Prognose gegeben. Der Nettogewinn belief sich auf 355 Mio. Euro, nach 269 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 1,18 Mrd. Euro auf 1,46 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 323 Mio. Euro und einem Umsatz von 1,39 Mrd. Euro ausgegangen. Die Bruttomarge betrug im Berichtszeitraum 42,1 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.351,92 (+1,55 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.266,64 (+0,76 Prozent) FTSE 100 (London): 5.423,21 (+0,51 Prozent) CAC40 (Paris): 3.198,86 (+1,44 Prozent) MIB (Mailand): 16.330,05 (+1,83 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.971,90 (+1,43 Prozent) SMI (Zürich): 5.760,58 (+0,50 Prozent) ATX (Wien): 1.977,78 (+2,64 Prozent) (12.10.2011/ac/n/m)