Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen notieren im Dienstaghandel zur Mittagszeit weiter in der Verlustzone. Dabei drücken vor allem auch negative Konjunkturdaten aus Deutschland und Europa auf die Stimmung der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 1,77 Prozent auf 2.283,45 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,97 Prozent auf 2.223,97 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Wie aus einer heute veröffentlichten Schnellschätzung der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht, ist das BIP sowohl im Euroraum als auch in der EU27 um 0,2 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2011 betrugen die Wachstumsraten +0,8 Prozent in beiden Gebieten. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres ist das saisonbereinigte BIP im zweiten Quartal 2011 in beiden Gebieten um 1,7 Prozent angezogen, nach +2,5 Prozent in beiden Gebieten im Vorquartal. Des Weiteren hat sich der Handelsbilanzüberschuss in der Eurozone im Juni 2011 erhöht. Demnach ergab sich nach ersten Schätzungen für den Euroraum im Juni 2011 ein Überschuss von 0,9 Mrd. Euro im Handel mit der übrigen Welt, gegenüber +0,7 Mrd. im Juni 2010. Im Mai 2011 betrug der Saldo +0,2 Mrd. und im Mai 2010 -4,9 Mrd. Euro. Dabei nahmen die Ausfuhren (saisonbereinigt) im Juni im Vergleich zum Mai 2011 um 4,7 Prozent und die Einfuhren um 4,1 Prozent ab.
Die Wall Street dürfte heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 0,76 Prozent nach. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 1,09 Prozent, während es für den S&P-Future um 0,83 Prozent nach unten geht. Konjunkturseitig werden heute in den USA die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen für Juli sowie die Ein- und Ausfuhrpreise für Juli und die Industrieproduktionsdaten für Juli erwartet.
Der Anstieg der Verbraucherpreise in Großbritannien hat sich im Juli nach Angaben von National Statistics weiter fortgesetzt. So lag die Inflationsrate im Berichtsmonat bei 4,4 Prozent, nach 4,2 Prozent im Vormonat. Damit befindet sich die Inflationsrate weiterhin deutlich über dem von der Bank of England ausgegebenen Ziel von 2,0 Prozent.
In Frankreich verschlechtern sich EADS um 2,3 Prozent. Die australische Fluggesellschaft Qantas hat einen Großauftrag an den Flugzeugbauer Airbus vergeben. So wurde eine Absichtserklärung zum Kauf von mindestens 106 Maschinen vom Typ A320 mit der Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns unterzeichnet. Bei 78 der bestellten Maschinen handelt es sich um die neue treibstoffsparende Version A320neo. Alcatel-Lucent rücken im CAC 40 als einziger Wert im positiven Terrain um 1,8 Prozent vor, während am Indexende Renault mit einem Wertverlust von 4,3 Prozent hinterherfahren.
Nachdem Transocean gestern deutlich zulegen konnten, geht es momentan wieder um 2 Prozent nach unten. Der Ölbohrkonzern hat bereits gestern die Übernahme der norwegischen Aker Drilling (Aker Drilling AS) angekündigt. So bietet der man 26,50 Norwegische Kronen (NOK) je Aktie von Aker Drilling. Damit wird der norwegische Spezialist für Tiefseebohrungen mit rund 1,43 Mrd. US-Dollar bewertet. Mit Nestlé, Roche und Synthes notieren im SMI drei Werte knapp in der Gewinnzone. Auf dem letzten Platz geben derweil Swatch Group um 3,4 Prozent nach.
In Österreich befinden sich die Papiere von Intercell mit einem Zugewinn von 13,2 Prozent im Höhenrausch. Der Impfstoffhersteller konnte den Verlust im zweiten Quartal deutlich reduzieren. So lag der Umsatz mit 12,69 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 9,66 Mio. Euro. Der Periodenverlust konnte gleichzeitig deutlich auf 1,61 Mio. Euro reduziert werden, nach einem Minus von 8,35 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr verzeichnete man einen deutlichen Umsatzanstieg auf 18,38 Mio. Euro, nach zuvor 14,41 Mio. Euro. Der Periodenverlust im ersten Halbjahr verringerte sich auf 12,87 Mio. Euro, nach zuvor 23,05 Mio. Euro. Wesentlichen Anteil an der starken Umsatzentwicklung hatte der starke Produktumsatz bei IXIARO/JESPECT. Zwei Jahre nach der Einführung des Impfstoffs gegen Japanische Enzephalitis konnte man hier im ersten Halbjahr bei den Verkaufszahlen ein Plus von 84,9 Prozent ausweisen. Daneben verschlechtern sich Lenzing um 0,9 Prozent. Die zu dem Faserhersteller gehörende chinesische Tochtergesellschaft Lenzing Nanjing Fibers hat heute ihre neue Produktionslinie erfolgreich hochgefahren. Durch Inbetriebnahme der neuen Linie verdoppelt sich die Jahresproduktionskapazität von Lenzing Nanjing Fibers annähernd auf knapp 140.000 Tonnen Viscosefasern.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.283,45 (-1,77 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.223,97 (-0,97 Prozent) FTSE 100 (London): 5.287,04 (-1,19 Prozent) CAC40 (Paris): 3.181,39 (-1,78 Prozent) MIB (Mailand): 15.434,56 (-2,86 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.524,50 (-2,12 Prozent) SMI (Zürich): 5.285,04 (-0,75 Prozent) ATX (Wien): 2.211,90 (-0,96 Prozent) (16.08.2011/ac/n/m)