Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten Europäischen Börsen notieren im Dienstaghandel zur Mittagszeit weiterhin in der Verlustzone. Die anhaltenden Sorgen um die politische Lage in Libyen veranlassen die Marktteilnehmer dazu, Gewinne mitzunehmen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verschlechtert sich aktuell um 0,89 Prozent auf 2.985,48 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt indes um 0,85 Prozent nach auf 2.701,03 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verliert 1,23 Prozent auf 722,28 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
An den US-Börsen zeichnet sich derzeit eine negative Handelseröffnung ab. So gibt der Dow Jones Future momentan um 0,17 Prozent nach. Der NASDAQ-Future verliert 0,34 Prozent, während der S&P-Future 0,45 Prozent einbüßt. Konjunkturseitig steht am Nachmittag in den USA insbesondere noch die Veröffentlichung des US Verbrauchervertrauens für Februar an. Zudem geht die Berichtssaison in ihre nächste Runde.
Das britische Office for National Statistics (ONS) ermittelte im Rahmen des PSNB (Public Sector Net Borrowing)-Finanzierungsplans einen höheren Fehlbetrag für Januar 2011. So hatte die öffentliche Hand einen Finanzierungsbedarf in Höhe von 5,3 Mrd. Britischen Pfund (GBP), nach einem Minus von 0,1 Mrd. GBP im Vorjahresmonat. Die Prognose der Volkswirte hatte nur auf 0,3 Mrd. GBP gelautet. BHP Billiton verteuern sich um 0,4 Prozent. Der US-Erdgasproduzent Chesapeake Energy hat gestern milliardenschwere Asset-Verkäufe angekündigt. So wurde mit dem Minenbetreiber BHP Billiton ein Abkommen über den Verkauf der von Chesapeake Energy gehaltenen Beteiligung am Erdgasfeld in Fayetteville Shale im US-Bundesstaat Arkansas geschlossen. Derzeit werden dort den Angaben zufolge täglich rund 415 Kubikfuß Erdgas gefördert. Der Verkaufspreis wurde auf rund 4,75 Mrd. US-Dollar in bar beziffert. Im FTSE 100 rücken als bester Wert die Anteilsscheine der Royal Bank of Scotland um 1,6 Prozent vor, während am Indexende BAE Systems 4,7 Prozent an Wert verlieren. Im CAC 40 legen Essilor als bester Wert um 0,8 Prozent zu, während als Schlusslicht BNP Paribas 3,3 Prozent einbüßen. Auf den Plätzen zwei und drei der Verliererliste finden sich mit der Société Générale und Crédit Agricole zwei weitere Banktitel mit Abschlägen von 2,7 bzw. 2,6 Prozent wieder.
Der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz hat sich im Januar 2011 reduziert. Dies gab die Eidgenössische Zollverwaltung heute bekannt. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 1,96 Mrd. Schweizer Franken (CHF) und fiel damit um 18 Prozent kleiner aus als im Vorjahresmonat. Im Dezember 2010 war nur ein Überschuss von 1,26 Mrd. CHF ausgewiesen worden. Hierbei kletterten die Exporte nominal um 5 Prozent auf 15,2 Mrd. CHF (real: +15,5 Prozent). Die Importe wuchsen binnen Jahresfrist nominal um 9,4 Prozent auf 13,3 Mrd. CHF (real: +9,8 Prozent). In der Schweiz stehen heute zudem die Aktien von Zurich Financial Services (Zurich Financial Services (N) (Zuerich)) im Blick. Der Versicherungskonzern gab bekannt, dass er mit der Banco Santander (Banco Santander Central Hispano) ein Memorandum of Understanding (MOU) über den Abschluss einer 25-jährigen strategischen Vertriebsvereinbarung in Lateinamerika unterzeichnet hat. Im Rahmen der Transaktion wird Zurich eine Beteiligung in der Höhe von 51 Prozent am Lebens-, Renten- und Schadenversicherungsgeschäft von Santander in Brasilien, Mexiko, Chile, Argentinien und Uruguay erwerben. Zurich wird für die 51-prozentige Beteiligung am Versicherungsgeschäft sowie die jeweiligen Vertriebsvereinbarungen einen Preis von 1,67 Mrd. US-Dollar bezahlen. Die Aktie verbilligt sich um 0,7 Prozent. Schlusslicht im SMI ist der Anteilsschein der Swatch Group mit einem Abschlag von 2,3 Prozent, während vorne Nestlé lediglich um 0,1 Prozent verlieren.
Das italienische Verbrauchervertrauen hat sich im Februar 2011 verbessert. Dies teilte das von der Regierung finanzierte Wirtschaftsforschungsinstitut ISAE heute mit. So kletterte der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums auf 106,4 Punkte, nachdem er im Januar bei 105,9 Punkten gestanden hatte. Volkswirte hatten nur mit einem geringen Anstieg auf 106,0 Punkte gerechnet.
Die Lage am finnischen Arbeitsmarkt hat sich im Januar 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde deutlich verschlechtert. So kletterte die finnische Arbeitslosenquote auf 8,2 Prozent. Zuvor hatte sie im Dezember 2010 nur bei 7,9 Prozent und im Januar 2010 bei 9,5 Prozent gelegen. Ferner verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen auf 215.000 Personen, das waren 35.000 weniger als im Vorjahresmonat.
Einen Quartalsausweis gibt es heute aus Österreich. Wienerberger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem deutlich besseren Ergebnis aufwarten. So lag der Umsatz des Baumaterialherstellers mit 1,75 Mrd. Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 1,82 Mrd. Euro. Beim Nachsteuerergebnis wurde ein Verlust von 34,9 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Nettoverlust von 258,7 Mio. Euro im Vorjahr. Für das laufende Fiskaljahr geht Wienerberger insgesamt von einer deutlichen Ergebnissteigerung aus. Der Anteilsschein legt um 2 Prozent zu.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.985,48 (-0,89 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.701,03 (-0,85 Prozent) EURONEXT 100: 722,28 (-1,23 Prozent) FTSE 100 (London): 5.962,56 (-0,87 Prozent) CAC40 (Paris): 4.039,44 (-1,41 Prozent) MIB (Mailand): 22.230,20 IBEX 35 (Madrid): 10.692,70 (-1,09 Prozent) SMI (Zürich): 6.635,65 (-0,72 Prozent) ATX (Wien): 2.897,48 (-0,89 Prozent) (22.02.2011/ac/n/m)