Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte tendieren im Dienstaghandel auch zur Mittagszeit wenig verändert. Nach den Zugewinnen vom Vortag und im Vorfeld des morgen anstehenden EU-Gipfels schnaufen die Anleger nun erstmal durch. Zudem haben die Investoren heute auch aus Europa zahlreiche Quartalsausweise zu verarbeiten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,02 Prozent auf 2.369,63 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,10 Prozent auf 2.301,09 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Die US-Börsen dürften heute mit positiven Vorzeichen in den Handel starten. So rückt der Dow Jones Future derzeit um 0,31 Prozent vor. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 0,38 Prozent, während der S&P-Future 0,40 Prozent steigt. Konjunkturseitig stehen in den USA am Nachmittag vor allem der Case Shiller Composite-20 Hauspreisindex sowie der FHFA Hausmarktindex für August sowie die Daten zum Verbrauchervertrauen im Oktober zur Veröffentlichung an.
In Großbritannien wartete der Ölkonzern BP im dritten Quartal mit einem deutlichen Gewinnzuwachs auf. Dabei war das Vorjahresergebnis durch Sonderbelastungen in Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko beeinträchtigt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. So belief sich der Nettogewinn auf 4,91 Mrd. US-Dollar, nach 1,79 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Gewinn vor Bestandswertveränderungen (Replacement Cost Profit) betrug 5,14 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 1,85 Mrd. US-Dollar). Auf bereinigter Basis lag der Gewinn mit 5,3 Mrd. US-Dollar über der Analystenschätzung von 5,0 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtumsatz erreichte 97,6 Mrd. US-Dollar, nach 74,65 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal 2010. Die Öl- und Gasproduktion lag mit 3,32 Millionen BOE (Barrels of Oil Equivalent) pro Tag um 12 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Titel legt um 4,2 Prozent zu. Daneben verteuern sich die Aktien des Energie- und Erdgasversorgers BG Group um 5,4 Prozent. Das Unternehmen hat seinen Gewinn im dritten Quartal verbessert und profitierte dabei von einem starken LNG-Geschäft. Der Nettogewinn erhöhte sich von 849 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf 1,06 Mrd. US-Dollar. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 1,02 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 978 Mio. US-Dollar). Der Umsatz nahm von 4,41 Mrd. US-Dollar auf 5,39 Mrd. US-Dollar zu.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Oktober 2011 nach Angaben der französischen Statistikbehörde Insee verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 82 Zählern. Für September war ein Indexwert von 80 Punkten verbucht worden, der niedrigste Stand seit Februar 2009. STMicroelectronics brechen als Schlusslicht im französischen Leitindex CAC 40 um 6,7 Prozent ein. Der größte Chip-Hersteller in Europa meldete gestern nach US-Börsenschluss, dass sein Gewinn im dritten Quartal deutlich gesunken ist, was u.a. mit einem Umsatzrückgang zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 71 Mio. US-Dollar bzw. 8 Cents pro Aktie, nach 198 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der jüngste Gewinn bei 9 Cents (Vorjahr: 23 Cents) pro Aktie. Der Umsatz verringerte sich von 2,66 Mrd. US-Dollar auf 2,44 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 10 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,48 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der erste Platz der Gewinnerliste wird unterdessen zur Mittagszeit von PPR mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent eingenommen.
In der Schweiz stehen heute die Aktien von UBS im Blick. Die Großbank verlautbarte, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal angesichts eines hohen Verlust aus unautorisierten Handelsgeschäften deutlich verringert hat. Die Erwartungen der Analysten wurden allerdings geschlagen. So belief sich der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn auf 1,02 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 1,66 Mrd. CHF im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 318 Mio. CHF ausgegangen. Dabei ist das jüngste Ergebnis durch einen Verlust aus unautorisierten Handelsgeschäften in Höhe von rund 1,8 Mrd. CHF belastet. Der Geschäftsertrag fiel auf 6,41 Mrd. CHF (Vorjahr: 6,66 Mrd. CHF), der Geschäftsaufwand nahm auf 5,43 Mrd. CHF (Vorjahr: 5,84 Mrd. CHF) ab. Die BIZ-Kernkapitalquote verbesserte sich auf 18,4 Prozent, verglichen mit 17,8 Prozent im dritten Quartal 2010. Der Vorsteuerverlust der Investment Bank belief sich im dritten Quartal 2011 auf 650 Mio. CHF, bedingt durch die herrschenden Marktverhältnisse und den Verlust von 1,8 Mrd. CHF aus unautorisierten Handelsgeschäften. Die Aktie rückt um 2,4 Prozent vor. Daneben geht es für Novartis nach Drittquartalszahlen als schwächster Wert im SMI um 2,5 Prozent nach unten. Der Pharmakonzern konnte im dritten Quartal 2011 ein Umsatz- und Gewinnwachstum einfahren. So wuchs der Nettoumsatz um 18 Prozent (+12 Prozent kWk) auf 14,8 Mrd. US-Dollar. Der Reingewinn stieg dank einer starken Verbesserung des operativen Ergebnisses um 7 Prozent (+15 Prozent kWk) auf 2,5 Mrd. US-Dollar und der Kerngewinn pro Aktie erhöhte sich um 7 Prozent (+10 Prozent kWk) auf 1,45 US-Dollar. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich derweil Transocean mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent wieder.
Die spanischen Erzeugerpreise haben sich im September 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit unverändertem Tempo erhöht. Im Vorjahresvergleich verharrte die Teuerungsrate bei 7,1 Prozent, nachdem sie im August schon bei 7,1 Prozent gelegen hatte. Auf Monatssicht kletterten die Preise auf Produzentenebene um 0,2 Prozent, gegenüber einem Preisrückgang um 0,3 Prozent im August.
Der Umsatz des italienischen Einzelhandels hat sich im August 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat reduziert. So fielen die Umsatzerlöse der Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent, während Volkswirte im Vorfeld ein Minus von 2,3 Prozent geschätzt hatten. Auf Monatssicht blieben die Einzelhandelsumsätze in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone unverändert. Damit wurde die Analystenprognose getroffen. Unterdessen hat sich das italienische Verbrauchervertrauen im Oktober 2011 überraschend verschlechtert. So schrumpfte der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums auf 92,9 Punkte, nachdem er im September noch bei 94,2 Punkten gelegen hatte. Dagegen hatten Volkswirte mit einem Anstieg auf 97,6 Punkte gerechnet.
KPN (Koninklijke KPN) verschlechtern sich nach Drittquartalszahlen um 2,9 Prozent. Der Umsatz des Telekommunikationskonzerns verringerte sich auf 3,26 Mrd. Euro, nach 3,38 Mrd. Euro im Vorjahr. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 368 Mio. Euro verzeichnet, nach 405 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
In Schweden fahren Volvo (Volvo AB (B)) um 2,5 Prozent vor. Der Lkw-Hersteller verbesserte im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis deutlich. So lag der Umsatz mit 73,32 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem Vorjahreswert von 64,0 Mrd. SEK. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 3,90 Mrd. SEK verbucht, nach 2,85 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Getragen wurde der deutliche Ergebnisanstieg vor allem von der anhaltend robusten Nutzfahrzeug-Nachfrage sowie höheren Marktanteilen in Europa, Nordamerika und Südamerika.
In Finnland schließen Neste Oil um 14 Prozent nach oben. Der Raffineriekonzern konnte im dritten Quartal mit einem deutlichen Umsatzanstieg aufwarten. Auch das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich dank der deutlich höheren Nachfrage nach Biodiesel.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.369,63 (+0,02 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.301,09 (+0,10 Prozent) FTSE 100 (London): 5.559,58 (+0,21 Prozent) CAC40 (Paris): 3.208,93 (-0,36 Prozent) MIB (Mailand): 16.199,31 (-0,20 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.927,10 (-0,33 Prozent) SMI (Zürich): 5.766,76 (-0,38 Prozent) ATX (Wien): 2.002,53 (+0,91 Prozent) (25.10.2011/ac/n/m)