Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes notieren im Donnerstaghandel zur Mittagszeit kaum verändert. Die Investoren halten sich vor dem Hintergrund des heute stattfindenden EU-Krisengipfels mit Neuengagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,03 Prozent auf 2.706,46 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,03 Prozent auf 2.527,21 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt um 0,04 Prozent nach auf 675,27 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach Angaben der europäischen Zentralbank (EZB) im Mai 2011 mit einem kleineren Defizit abgeschlossen. So verringerte sich der saisonbereinigte Passivsaldo auf 5,2 Mrd. Euro, nach einem Minus von 5,4 Mrd. Euro im April. In der wichtigsten Teilbilanz, der Handelsbilanz, belief sich der Überschuss auf 3,6 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit von 3,8 Mrd. Euro im April. Dagegen wuchs der Überschuss bei den Dienstleistungen auf 3,9 Mrd. Euro, nach 3,3 Mrd. Euro im Vormonat.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine uneinheitliche Handelseröffnung ab. So notiert der Dow Jones Future derzeit auf Vortagesniveau. Der NASDAQ-Future fällt um 0,21 Prozent, während sich der S&P-Future um 0,38 Prozent verbessert. In den USA werden am Nachmittag konjunkturseitig noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Frühindikatoren für Juni und der Philadelphia Fed Index für Juli erwartet.
Das britische Verbrauchervertrauen hat sich im Juni 2011 verschlechtert. Dies gab die Nationwide Building Society heute bekannt. So verringerte sich der Index des Verbrauchervertrauens auf 51 Punkte. Im Vormonat war noch ein Indexstand von 55 Punkten ausgewiesen worden. Kingfisher rücken nach ihrem Trading Update für das zweite Quartal als zweitbester Wert im FTSE 100 um 3 Prozent vor. Der Konzernumsatz der größten Baumarktkette in Europa konnte in den elf Wochen zum 16. Juli 2011 auf Basis konstanter Währungen um 1,0 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zulegen. Auf vergleichbarer Basis wurde indes ein Rückgang des Gesamtumsatzes um 0,5 Prozent ausgewiesen. Auf Platz eins geht es für AstraZeneca um 3,4 Prozent nach oben. Die rote Laterne wird gleichzeitig von Xstrata mit einem Abschlag von 2,4 Prozent gehalten.
In der Schweiz stehen heute die Papiere des Mischkonzerns ABB mit einem Wertverlust von 2,4 Prozent als schwächster Wert im SMI im Blick. Das Unternehmen verbesserte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 43 Prozent und profitierte dabei vor allem von einem kräftigen Wachstum in den Industriesektoren. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Konzerngewinn belief sich auf 893 Mio. US-Dollar. Der Umsatz nahm um 28 Prozent auf 9,68 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 866 Mio. US-Dollar und Erlösen von 9,18 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Gleichzeitig musste Roche im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinnrückgang ausweisen. So sanken die Umsatzerlöse auf 21,67 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 12 Prozent (in CHF), während der Umsatz in Lokalwährungen unverändert blieb. Der Konzergewinn verschlechterte sich um 5 Prozent (+10 Prozent in Lokalwährungen) auf 5,26 Mrd. CHF. Für das laufende Jahr stellt Roche einen Anstieg des Gewinns je Aktie von rund 10 Prozent (in Lokalwährungen) in Aussicht. Die Aktie notiert derzeit auf Vortagesniveau. Actelion können auch zur Mittagszeit ihre Spitzenposition im SMI mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent verteidigen.
In Frankreich verteuern sich im breiten Markt die Papiere von Remy Cointreau um 5 Prozent. Der Spirituosenhersteller konnte im ersten Quartal den Umsatz um 16,2 Prozent auf 198,6 Mio. Euro verbessern. Das organische Umsatzwachstum lag im Auftaktquartal im Vorjahresvergleich bei 22,5 Prozent. Publicis Groupe verschlechtern sich um 1,3 Prozent, nachdem der Werbekonzern bekannt gab, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr gestiegen ist, was mit einem Umsatzwachstum als Folge von Akquisitionen, unter anderem Rosetta, zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 231 Mio. Euro, im Vergleich zu 213 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 6,3 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro zu, wobei er sich organisch um 7,1 Prozent verbesserte. Im CAC 40 rücken Pernod-Ricard auf Platz eins der Gewinnerliste um 2,5 Prozent vor. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen mit Crédit Agricole, Société Générale und Natixis drei Banktitel mit Aufschlägen zwischen 1,3 und 1,4 Prozent. Indes trennen sich die Anleger vornehmlich von den Papiere von Alcatel-Lucent, die sich um 4,2 Prozent verschlechtern.
Iberdrola (Iberdrola) gewinnen nach Zahlen zum ersten Halbjahr 0,4 Prozent an Wert. Der Energieversorger konnte mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Während der konsolidierte Konzernumsatz im ersten Halbjahr mit 15,55 Mrd. Euro um 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert lag, wurde unter dem Strich beim Nettogewinn ein Anstieg auf 1,56 Mrd. Euro (+6,6 Prozent) aus gewiesen. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 9,4 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro.
Für eine Enttäuschung sorgte in Schweden Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)). Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen hat seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar deutlich erhöht, was auf eine anhaltend starke Nachfrage nach mobiler Breitband-Ausrüstung zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt, was mit Kosten für Stellenstreichungen und einem geringeren Wachstum im Services-Bereich zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 3,12 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 1,88 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 54,77 Mrd. SEK. Analysten waren im Vorfeld von einem Nettogewinn von 3,88 Mrd. SEK und Erlösen von 54,5 Mrd. SEK ausgegangen. Die Titel brechen um 8,9 Prozent ein. Gleichzeitig fahren Scania (Scania AB (B)) mit einem Abschlag von 6 Prozent hinterher. Der Nutzfahrzeughersteller verbesserte im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis. So lag der Umsatz mit 43,67 Mrd. SEK über dem Vorjahreswert von 37,11 Mrd. SEK. Maßgeblich zu dem Umsatzplus von 18 Prozent beigetragen hat dabei die um 42 Prozent auf 40.300 Modelle gestiegene Zahl der Nutzfahrzeugauslieferungen. Unter dem Strich wurde ein Nettogewinn von 4,95 Mrd. SEK verbucht, nach zuvor 3,80 Mrd. SEK.
In den Niederlanden geben die Papiere des Chemiekonzerns Akzo Nobel um 0,7 Prozent nach. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verkraften. Zurückzuführen war dies auf steigende Rohstoffkosten, eine schwankende Nachfrage, Kosten als Folge von wartungsbedingten Ausfällen und einen starken Euro.
In Norwegen rücken Telenor (Telenor ASA) um 1,5 Prozent vor. Die Telefongesellschaft meldete heute, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal deutlich reduziert hat, was neben einer Sonderbelastung im Berichtszeitraum auf hohe Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Indes wurde der Ausblick bestätigt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.706,46 (+0,03 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.527,21 (+0,03 Prozent) EURONEXT 100: 675,27 (-0,04 Prozent) FTSE 100 (London): 5.836,49 (-0,30 Prozent) CAC40 (Paris): 3.747,95 (-0,18 Prozent) MIB (Mailand): 18.762,25 (-0,12 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.772,70 (+0,41 Prozent) SMI (Zürich): 5.967,88 (+0,02 Prozent) ATX (Wien): 2.627,16 (-0,15 Prozent) (21.07.2011/ac/n/m)