Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen können die am Morgen markierten Tagestiefststände weit hinter sich lassen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 liegt aktuell mit 0,11 Prozent im Minus bei 2.819,60 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 0,05 Prozent ein auf 2.531,29 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt 0,09 Prozent ab auf 674,40 Stellen. Die europäischen Länderbörsen melden mehrheitlich Verluste.
Das europäische Statistikamt Eurostat hat seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal 2009 vorgelegt, wonach die Wirtschaft geringfügig angewachsen ist. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das BIP in der Eurozone (EZ16) um 0,1 Prozent und in der gesamten Europäischen Union (EU27) ebenfalls um 0,1 Prozent. Im dritten Quartal 2009 war das BIP um 0,3 bzw. 0,4 Prozent gestiegen. Die EZB hält wie erwartet an ihrer Zinspolitik fest. Gespannt warten die Marktteilnehmer auf die nachfolgende Pressekonferenz, von der sie sich Signale über den weiteren Kurs der EZB erhoffen. Auch die Schuldenkrise in Griechenland und Konzepte zu ihrer Bewältigung dürften auf der Tagesordnung der Notenbank stehen. Zuvor hat auch schon die Bank of England das Zinsniveau bestätigt.
Im weiteren Handelsverlauf werden in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Arbeitsproduktivität, die Industrieaufträge und die anstehenden Hausverkäufe erwartet. Die US-Futures deuten auf eine leicht positive Eröffnung der Wall Street hin. Aktuell gewinnen der Dow Jones Future 0,15 Prozent, der S&P 500 Future 0,11 Prozent und der Nasdaq 100 Future 0,05 Prozent.
Die französische Arbeitsmarktlage hat sich im Schlussquartal 2009 spürbar verschlechtert. Demnach stieg die ILO-Arbeitslosenquote in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 9,6 Prozent. Im dritten Quartal war eine Quote von 9,1 Prozent ausgewiesen worden. Ferner kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,73 Millionen, nach 2,58 Millionen im vorangegangenen Quartal. GDF SUEZ (GDF SUEZ ) verlieren im CAC40 in Paris 2,6 Prozent. Der Energieversorger konnte im Geschäftsjahr 2009 aufgrund sinkender Gaspreise und einer schwächeren Nachfrage nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Der Nettogewinn fiel um 31 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro, nach 6,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Dagegen erhöhte sich das EBITDA um 1 Prozent von 13,89 Mrd. auf 14 Mrd. Euro.
Aviva (Aviva) sacken im FTSE 100 in London um 3,5 Prozent ab. Wie der britische Versicherer erklärte, konnte er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielen, was auf höhere Investment-Erlöse zurückzuführen ist. Demnach belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 1,09 Mrd. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Vorjahresverlust von 915 Mio. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,4 Mrd. GBP ausgegangen. Der operative Gewinn vor Steuern reduzierte sich hingegen um 12 Prozent auf 2,02 Mrd. GBP. Analysten hatten hier zuvor einen Gewinn von 1,95 Mrd. GBP erwartet. Kazakhmys rücken dagegen um 1,3 Prozent vor. Der Kupferminenbetreiber musste im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen operativen Gewinnrückgang ausweisen. Das EBITDA lag mit 1,21 Mrd. Dollar unter dem Vorjahresniveau von 1,63 Mrd. Dollar. Beim Konzernumsatz wurden im Berichtszeitraum ein Rückgang auf 3,68 Mrd. Dollar ausgewiesen, nach 5,15 Mrd. Dollar im Vorjahr. Für easyJet geht es im breiten Markt um gut 2 Prozent nach oben. Der Billigflieger verzeichnete im Februar einen kräftigen Anstieg der Passagierzahlen. Demnach wurden 3,39 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich hingegen um 1,7 Prozentpunkte auf 85,3 Prozent.
Wie der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold bekannt gab, ist sein Gewinn im Schlussquartal um 8 Prozent gesunken, womit die Schätzungen jedoch übertroffen wurden. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 267 Mio. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 244 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz nahm indes um 3,4 Prozent auf 6,80 Mrd. Euro zu. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Mio. Euro beschlossen, das in den nächsten zwölf Monaten abgeschlossen werden soll. Ahold gewinnen im AEX mehr als 5 Prozent.
Titel des weltgrößten Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev geben in Brüssel gut 1 Prozent ab. Der Konzern hat im vierten Quartal deutlich mehr verdient, was mit der Übernahme von Anheuser-Busch und Kostensenkungen zusammenhängt. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei klar übertroffen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 1,28 Mrd. Dollar, gegenüber 29 Mio. Dollar im Vorjahr (ohne Anheuser-Busch). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 671 Mio. Dollar ausgegangen. Der Umsatz nahm von 6,88 Mrd. Dollar auf 9,3 Mrd. Dollar zu, wobei der Pro-Forma-Vorjahresumsatz (inkl. Anheuser-Busch) bei 8,96 Mrd. Dollar lag.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.819,60 (-0,11 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.531,29 (-0,05 Prozent) EURONEXT 100: 674,40 (-0,09 Prozent) FTSE 100 (London): 5.524,59 (-0,16 Prozent) CAC40 (Paris): 3.835,71 (-0,18 Prozent) MIB (Mailand): 21.824,30 (+0,36 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.748,50 (+0,79 Prozent) SMI (Zürich): 6.789,23 (-0,35 Prozent) ATX (Wien): 2.435,16 (-0,89 Prozent) (04.03.2010/ac/n/m)