Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte weisen im Freitaghandel zur Mittagszeit moderate Zugewinne aus. Die Anleger halten sich allerdings vor der für den Abend erwarteten Vertrauensabstimmung im griechischen Parlament mit Neuengagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,17 Prozent auf 2.351,96 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,13 Prozent auf 2.306,81 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Die Erzeugerpreise der europäischen Industrie haben sich im September 2011 nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat erhöht. Binnen Monatsfrist zogen die Preise in der Eurozone um 0,3 Prozent und in der gesamten Union (EU27) um 0,4 Prozent an. Davor waren die Preise im August in den beiden Gebieten hingegen um jeweils 0,2 Prozent gefallen. Im Vorjahresvergleich kletterten die Industrie-Erzeugerpreise in der Eurozone um 5,8 Prozent und in der EU27 um 6,9 Prozent. Im August hatte die Jahresteuerungsrate bei 5,8 bzw. 6,7 Prozent gelegen.
Die US-Börsen dürften heute mit uneinheitlichen Vorzeichen in den Handel starten. So legt der Dow Jones Future derzeit um 0,07 Prozent zu. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich momentan um 0,30 Prozent, während es für den S&P-Future um 0,08 Prozent nach unten geht. Besonders wichtige Konjunkturdaten stehen heute nicht mehr zur Veröffentlichung an.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will auf die angekündigte Volksabstimmung über das EU-Hilfspaket, das mit harten Auflagen verknüpft ist, verzichten, steht aber trotzdem kurz vor dem Aus. Heute Abend will sich Papandreou im Parlament einer Vertrauensabstimmung stellen. Der Ausgang ist ungewiss, da er aufgrund einer zunehmenden Zahl an Abweichlern keine Mehrheit mehr zu besitzen scheint. Sollte er die Vertrauensabstimmung nicht überstehen, müssen innerhalb von 30 Tagen Wahlen stattfinden. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr der französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy erklärten, werde die nächste Hilfstranche erst ausgezahlt, wenn Klarheit über die Haltung der Griechen zum Krisenplan besteht.
Die spanische Industrieproduktion ist im September 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich der Output um 1,7 Prozent reduziert. Davor war für August hingegen ein Plus von 0,3 Prozent gemeldet worden. Kalenderbereinigt belief sich der Rückgang binnen Jahresfrist auf 1,8 Prozent, nach einem unveränderten Produktionsniveau im August.
Royal Bank of Scotland (Royal Bank of Scotland (RBS)) legen um 3,7 Prozent zu, nachdem die Bank im dritten Quartal 2011 ein positives Ergebnis ausgewiesen hat. So belief sich der Konzerngewinn auf 1,23 Mrd. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Verlust von 1,15 Mrd. GBP im Vorjahresquartal. Beim operativen Ergebnis sank der Gewinn jedoch aufgrund der EU-Schuldenkrise von 726 Mio. auf 267 Mio. GBP. Die Erträge gingen daneben auf 6,36 Mrd. GBP zurück, nach zuvor 7,92 Mrd. GBP. Derweil geht es für Anglo American um 3 Prozent nach oben. Der Minenkonzern verlautbarte, dass er von der Oppenheimer-Familie deren 40 Prozent-Anteil an dem Diamantenkonzern De Beers erwirbt. Der Kaufpreis für die De Beers-Anteile beläuft sich auf 5,1 Mrd. US-Dollar in bar. Anglo American ist bereits mit 45 Prozent an dem Diamantenproduzenten beteiligt.
International Consolidated Airlines Group (IAG) (International Consolidated Airlines Group) fliegen mit einem Abschlag von 4,1 Prozent hinterher. Der Luftfahrtkonzern hat die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. So verbesserten sich die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum auf 4,49 Mrd. Euro, nach 4,39 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verzeichnete der Luftfahrtkonzern einen Nettogewinn von 267 Mio. Euro, nach 362 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt wurde ein Nettogewinn von 283 Mio. Euro ausgewiesen. Ferner haben die Deutsche Lufthansa und IAG eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf von British Midland Ltd. (BMI) an IAG abgeschlossen.
In Frankreich brechen die Papiere des Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent als schwächster Wert im CAC 40 um 13,3 Prozent ein. Das Unternehmen konnte zwar im dritten Quartal mit einem Gewinn aufwarten, gab jedoch einen verhaltenen Ausblick für das Schlussquartal. Ferner kündigte man zusätzliche Sparmaßnahmen an. So lag der Umsatz mit 3,80 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 4,07 Mrd. Euro. Beim Nettogewinn wurde ein Anstieg auf 194 Mio. Euro ausgewiesen, nach 25 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter Basis verbuchte Alcatel-Lucent beim Nettoergebnis einen Anstieg auf 235 Mio. Euro, nach zuvor 68 Mio. Euro. Für das vierte Quartal erwartet man angesichts der negativen Entwicklungen im Kernmarkt Europa nunmehr einen schwächeren Umsatz als ursprünglich geplant. Außerdem geht Alcatel-Lucent für das Gesamtjahr jetzt von einer operativen Marge von 4 Prozent aus, nachdem man zuvor einen Wert von mehr als 5 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Zudem will man in 2012 mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket die Fixkosten um 200 Mio. Euro senken und die variablen Kosten um 300 Mio. Euro reduzieren. Daneben verteuern sich die Aktien von Lafarge an der Indexspitze des CAC 40 um 3,2 Prozent. Der Baustoffhersteller hat beim Umsatz im dritten Quartal zugelegt, musste aber einen rückläufigen Nettogewinn ausweisen. So lag der Umsatz mit 4,21 Mrd. Euro um 1 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis wurde ein Umsatzplus von 6 Prozent verzeichnet. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter ein Rückgang auf 336 Mio. Euro verzeichnet, nach 372 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr geht Lafarge von einer weiter steigenden Nachfrage nach Zement aus und erwartet weiterhin ein Wachstum des Gesamtmarktes von insgesamt 2 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Konkrete Ergebnisprognosen nannte der Konzern nicht. Vor dem Hintergrund der weiterhin rückläufigen Ergebnissituation kündigte der Konzern im Anschluss für das Fiskaljahr 2012 ein neues Sparprogramm im Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro an, um die Profitabilität des Konzerns zu verbessern und die Kostenbasis zu verringern.
Im breiten Markt rücken in Frankreich die Papiere des Luxusgüterkonzerns Hermès International um 1,7 Prozent vor, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal seinen Umsatz steigern konnte und sein Gesamtjahresziel erhöhte. So lag der Umsatz im dritten Quartal mit 683,2 Mio. Euro um 15,8 Prozent über dem Vorjahreswert von 590,1 Mio. Euro. Auf Basis konstanter Wechselkurse wurde ein Umsatzanstieg von 18,2 Prozent ausgewiesen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nunmehr einen wechselkursbereinigten Umsatzanstieg von 15 bis 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuletzt hatte man hier ein Plus von 12 bis 14 Prozent in Aussicht gestellt.
In der Schweiz legen ABB um 0,9 Prozent zu. Der Mischkonzern verlautbarte, dass er davon ausgeht, zwischen 2011 und 2015 schneller als seine Märkte zu wachsen. Hierfür werde der Schwerpunkt auf Sektoren gelegt werden, in denen ABB mit seinem kombinierten Portfolio aus Energie- und Automationstechnik einen Wettbewerbsvorteil erzielen könne. Beim Umsatz erwartet ABB zwischen 2011 und 2015 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 7 bis 10 Prozent (organisch), verglichen mit einem geschätzten jährlichen weltweiten BIP-Wachstum von 3 bis 4 Prozent und einem Marktwachstum von insgesamt 5 bis 6 Prozent. Die in diesem Zeitraum erfolgenden Übernahmen - deren Umfang und Terminierung von den Marktbedingungen abhängig ist - haben das Potenzial, die angestrebte organische Wachstumsrate um weitere 3 bis 4 Prozentpunkte anzuheben. Der Zielkorridor für die operative EBITDA-Marge liegt bei 13 bis 19 Prozent, das organische EPS-Wachstum (CAGR) soll sich zwischen 2011 und 2015 auf 10 bis 15 Prozent belaufen, hieß es. Die rote Laterne wird unterdessen von Richemont mit einem Wertverlust von 1 Prozent eingenommen, während sich vorne UBS und Credit Suisse um 1,4 bzw. 1,2 Prozent verteuern.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.351,96 (+0,17 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.306,81 (+0,13 Prozent) FTSE 100 (London): 5.595,28 (+0,90 Prozent) CAC40 (Paris): 3.206,69 (+0,35 Prozent) MIB (Mailand): 15.819,12 (+0,34 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.774,70 (+0,71 Prozent) SMI (Zürich): 5.697,76 (+0,52 Prozent) ATX (Wien): 1.994,19 (+1,31 Prozent) (04.11.2011/ac/n/m)