Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes tendieren im Freitaghandel zur Mittagszeit knapp im Plus. Neben diversen Quartalsberichten steht vor allem auch die Abstufung der Bonität Spaniens im Blickfeld der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,13 Prozent auf 2.325,68 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 steigt indes um 0,16 Prozent auf 2.413,96 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren mehrheitlich im Plus.
Die US-Börsen dürften heute mit Verlusten in den Handel starten. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,26 Prozent. Der NASDAQ-Future gibt um 0,15 Prozent nach, während der S&P-Future 0,21 Prozent verliert. Aus den USA werden heute die Arbeitskosten, das BIP und die Verbraucherstimmung gemeldet.
Die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) hat die Bonität des hoch verschuldeten Euro-Mitglieds Spanien deutlich herabgestuft. Wie die US-Agentur am späten Donnerstagabend bekannt gab, wurde das Kreditrating Spaniens gleich um zwei Stufen von zuletzt "A" auf "BBB+" heruntergestuft. In der Begründung verwies S&P auf die nach wie vor hohe Staatsverschuldung des Landes und die zu erwartende Abschwächung des Wirtschaftswachstums, was sich zusätzlich negativ auf die Haushaltssituation Spaniens auswirken dürfte. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Spanien erneut Hilfen für den Bankensektor des Landes bereitstellen müsse, so die Ratingagentur. Der Ausblick für Spanien wurde von S&P außerdem mit "negativ" angegeben, was eine weitere Abstufung der Bonität Spaniens wahrscheinlich macht.
Unterdessen hat sich der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise im April mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. Dies teilte die nationale Statistikbehörde INE in Madrid auf Basis vorläufiger Berechnungen mit. So erhöhte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,0 Prozent, nachdem sie im März lediglich bei 1,9 Prozent gestanden hatte. Der für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Verbraucherpreis-Index (HVPI) wies eine Jahresteuerung von 2,0 Prozent aus, nach zuvor 1,8 Prozent.
Der private Konsum in Frankreich hat sich derweil im März 2012 nach Angaben der Statistikbehörde INSEE verringert. Im Vormonatsvergleich gingen die Verbraucherausgaben um 2,9 Prozent zurück. Für Februar war ein Zuwachs um revidiert 2,9 Prozent ausgewiesen worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat reduzierte sich der private Verbrauch um 2,0 Prozent. Sanofi verbessern sich um 2,8 Prozent. Der Pharmakonzern verlautbarte, dass sein Gewinn im ersten Quartal deutlich gestiegen ist, was mit der Übernahme des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genzyme und gestiegenen Umsätzen beim Diabetes-Medikament Lantus zusammenhängt. Die Erwartungen des Marktes wurden übertroffen. Für 2012 geht Sanofi weiterhin davon aus, dass der Gewinn pro Aktie (Business EPS) auf Basis konstanter Währungen gegenüber dem Vorjahr um 12 bis 15 Prozent sinken wird. Hintergrund ist das Auslaufen der Patente bei den Medikamenten Plavix und Avapro. Daneben geht es für Total (TOTAL) um 1,9 Prozent nach unten. Der drittgrößte Ölkonzern in Europa verlautbarte, dass sein Gewinn im ersten Quartal trotz eines klaren Umsatzwachstums gesunken ist, was mit einer deutlich schwächeren Entwicklung im Segment Refining & Chemicals zusammenhängt. An der Indexspitze legen Vinci um 3,7 Prozent zu, während am Indexende Technip um 2 Prozent nachgeben.
WPP (WPP Group) verschlechtern sich um 0,4 Prozent. Der Werbe- und Marketingkonzern wartete im ersten Quartal mit einem Umsatzanstieg auf. Profitieren konnte man vor allem von dem weiterhin starken Wachstum in den so genannten Emerging Markets. Daneben habe man zahlreiche Neuaufträge akquirieren können. In den Kernmärkten Nordamerika und Westeuropa habe sich das Umsatzwachstum angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa im ersten Quartal erwartungsgemäß abgeschwächt. Im britischen Leitindex FTSE 100 finden sich die Anteilsscheine von MAN Group mit einem Zugewinn von 7,1 Prozent ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren wieder. Gleichzeitig trennen sich die Anleger bevorzugt von den Papieren der BT Group, die am Indexende um 1,3 Prozent nachgeben.
Eni (Eni) legen um 1,5 Prozent zu. Der Öl- und Erdgaskonzern steigerte im ersten Quartal seinen Gewinn. Profitiert hat man vor allem von den kräftig gestiegenen Ölpreisnotierungen und einer weiteren Erholung der Ölproduktion in Libyen. Hingegen hat man im Erdgas-Segment angesichts der schwachen Gesamtnachfrage einen Absatzrückgang von 5,3 Prozent hinnehmen müssen. Auch im Raffinerie-Segment hat sich die schwache Ergebnisentwicklung angesichts anhaltend rückläufiger Margen fortgesetzt.
In Österreich verteuern sich STRABAG (STRABAG SE) um 0,7 Prozent. Der Baukonzern konnte im ersten Quartal mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten. Beim Umsatz wurde ebenfalls ein Zuwachs erzielt. Basierend auf dem nach Regionen und Segmenten gut ausbalancierten Geschäft rechnet der Konzern für das laufende Fiskaljahr mit einer gleich bleibenden Leistung von 14,3 Mrd. Euro. Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bezeichnete STRABAG die konzerneigene Prognose von über 300 Mio. Euro beim EBIT als "mehr als ehrgeizig".
Für Norsk Hydro (Norsk Hydro ASA) geht es um 2 Prozent nach unten, nachdem der Öl- und Aluminiumkonzern im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste. Dabei haben sich schwache Märkte, vor allem für das Presswerkgeschäft in Europa, negativ auf die bereinigten Ergebnisse ausgewirkt. Yara International (Yara International ASA) verbessern sich daneben nach Zahlen zum ersten Quartal um 2,7 Prozent. Umsatz und Gewinn konnten im Berichtszeitraum gesteigert werden. Unter anderem hat man im ersten Quartal von einem höheren Düngemittelabsatz in Europa profitieren können. Auch die Margen hatten sich nach Konzernangaben dank höherer Absatzpreise in einigen Produktsegmenten weiterhin positiv entwickelt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.325,68 (+0,13 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.413,96 (+0,16 Prozent) FTSE 100 (London): 5.761,08 (+0,22 Prozent) CAC40 (Paris): 3.242,93 (+0,42 Prozent) MIB (Mailand): 14.617,26 (+0,74 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 7.110,10 (+1,18 Prozent) SMI (Zürich): 6.114,91 (-0,12 Prozent) ATX (Wien): 2.103,28 (+0,40 Prozent) (27.04.2012/ac/n/m)