08.03.2012 13:53
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Börsen in Europa am Mittag: Nach Zahlenflut und Griechenland-Hoffnung im Plus

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten Europäischen Indizes setzen im Zuge einer sich abzeichnenden positiven Eröffnung an der Wall Street im Donnerstaghandel auch zur Mittagszeit ihren Erholungskurs vom Vortag fort. Die Anleger setzen dabei auf einen erfolgreichen Schuldenschnitt für Griechenland. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,69 Prozent auf 2.502,44 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 1,11 Prozent auf 2.473,17 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigen eine positive Tendenz.

Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau nicht anzutasten. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, verharrt damit bei 1,00 Prozent. Damit scheint die Notenbank zunächst die Wirkung ihrer bisherigen Maßnahmen abwarten zu wollen. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet, da die jüngsten Konjunkturfrühindikatoren eine anhaltende konjunkturelle Stabilisierung signalisierten.

Die US-Börsen dürften heute mit grünen Vorzeichen in den Handel starten. So geht es für den Dow Jones Future derzeit um 0,75 Prozent nach oben. Der NASDAQ-Future legt um 0,68 Prozent zu, während sich der S&P-Future um 0,81 Prozent verbessert. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.

Die Britische Notenbank hat im Rahmen seiner turnusmäßigen Sitzung das Leitzinsniveau mit 0,5 Prozent bestätigt. Marktbeobachter hatten im Vorfeld mit dieser Entscheidung gerechnet. Das Volumen des Anleiherückkaufprogramms wurde ebenfalls bei 325 Mrd. Britische Pfund (GBP) belassen. Wm Morrison Supermarkets legen in Großbritannien um 2,4 Prozent zu. Die Supermarktkette hat ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert, was mit einer stärkeren Nachfrage nach ihren Produkten zusammenhängt. Auch beim Umsatz wurde ein Zuwachs erzielt. Der bereinigte Gewinn vor Steuern verbesserte sich um 8 Prozent auf 935 Mio. GBP. Analysten hatten hier einen Wert von 922 Mio. GBP in Aussicht gestellt. Daneben geht es für die Aktie des Energie- und Erdgasversorgers BG Group um 2,1 Prozent nach oben. Das Unternehmen trennt sich Presseangaben zufolge von einem Anteil an einem großen australischen LNG-Projekt. In Großbritannien stehen heute zudem Rohstoffwerte noch im Kurs. So rücken beispielsweise Antofagasta und Kazakhyms um jeweils 3,8 Prozent vor, während sich Rio Tinto um 3,4 Prozent verteuern.

Die Beschäftigungssituation in Frankreich hat sich im vierten Quartal 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INSEE verschlechtert. So sank die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal um 22.600 bzw. um 0,1 Prozent. Im dritten Quartal hatte die Beschäftigung im Vorquartalsvergleich um 31.500 oder 0,2 Prozent abgenommen. Unterdessen hat sich das französische Handelsbilanzdefizit im Januar nach Angaben der Zollbehörde vergrößert. So erhöhte sich das Defizit in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 5,32 Mrd. Euro. Für Dezember 2011 war nur ein Passivsaldo von 5,05 Mrd. Euro ausgewiesen worden. Hierbei kletterten die Ausfuhren auf 36,83 (Vormonat: 36,30) Mrd. Euro, während die Einfuhren auf 42,16 (Vormonat 41,35) Mrd. Euro zulegten. Zudem öffneten in Frankreich heute zahlreiche Unternehmen ihre Bücher zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2011.

Verhalten fiel dabei der Zahlenausweis von Carrefour aus. Der Handelskonzern musste im abgelaufenen Fiskaljahr trotz leicht höherer Umsatzerlöse einen Gewinnrückgang ausweisen. Vor dem Hintergrund des gesunkenen Gewinns soll ferner auch die Dividende um mehr als die Hälfte auf nur noch 0,52 Euro gekürzt werden. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Carrefour ein weiterhin schwieriges Umfeld und will diesem mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen und Restrukturierungen begegnen. Das Papier gibt als weiterhin einziger Verlierer im CAC 40 um 0,7 Prozent nach. EADS fliegen an der Indexspitze um 8,5 Prozent vor. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 gesteigert. Der Umsatz wuchs um 7 Prozent auf 49,1 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis konnte auf über eine Mrd. Euro fast verdoppelt werden. Der Auftragseingang verbesserte sich dank der steigenden Bestellungen von Zivilflugzeugen bei Airbus um 58 Prozent auf 131,0 Mrd. Euro. Ende Dezember 2011 stieg der Auftragsbestand des Konzerns den Angaben zufolge um 21 Prozent auf das Rekordniveau von 541,0 Mrd. Euro. Im CAC 40 stehen ferner Automobilwerte hoch im Kurs. So geht es für Renault um 5,6 Prozent nach oben, während sich Peugeot um 4 Prozent verteuern.

Für eine Enttäuschung sorgte derweil die Fluggesellschaft Air France-KLM . So musste man im abgelaufenen Geschäftsjahr angesichts gestiegener Kerosinpreise und der schwachen globalen Nachfrage einen Verlust ausweisen. Zudem erwartet man für das erste Halbjahr ein operatives Ergebnis unterhalb des Vorjahres. Der Nettoverlust belief sich auf 809 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 289 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren lediglich von einem Verlust von 669 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz nahm indes moderat zu. Angesichts der anhaltend hohen Treibstoffpreise geht der Konzern für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres 2012 davon aus, dass das operative Ergebnis unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes liegen wird. Das zweite Halbjahr dürfte Konzernangaben zufolge indes von ersten Erfolgen des Drei-Jahres-Plans "Transform 2015" profitieren. Der Titel verbessert sich trotzdem im breiten Markt um 2,1 Prozent. Daneben geht es für SCOR (SCOR SE Prov Regpt) um 2,7 Prozent nach oben. Der Rückversicherer verzeichnete im abgelaufenen Fiskaljahr einen Gewinnrückgang. Belastet wurde das Konzernergebnis vor allem durch die Auswirkungen zahlreicher Naturkatastrophen sowie die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten. Schließlich rücken JCDecaux um 1,6 Prozent vor. Der Werbekonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Gewinnanstieg ausweisen. Beim Umsatz konnte man ebenfalls zulegen. Nach Konzernangaben hat man insgesamt trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds weitere Margenverbesserungen zu verzeichnen gehabt. Dabei habe man den Marktanteil in allen Regionen weiter ausbauen können. Für das erste Quartal erwartet JCDecaux trotz der schwierigen konjunkturellen Gesamtlage einen organischen Umsatzanstieg von 3 Prozent.

Nach Zahlen zum abgelaufenen vierten Quartal befinden sich unterdessen die Aktien des Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev mit einem Zugewinn von 2,3 Prozent hoch im Kurs. Der Konzerngewinn hat sich im Berichtszeitraum dank eines starken Umsatzwachstums fast verdoppelt hat. Dabei profitierte der Konzern von einer starken Entwicklung der Marke Budweiser. Die Erwartungen wurden geschlagen. Auch im Gesamtjahr wurde ein Ergebniszuwachs erzielt. Delhaize Group brechen daneben um 5,8 Prozent ein. Der Einzelhandelskonzern konnte im vierten Quartal 2011 zwar die Umsatzerlöse deutlich verbessern, der operative Gewinn und der Nettogewinn waren allerdings klar rückläufig. Zu leiden hatte der Konzern vor allem unter den Auswirkungen der implementierten Effizienzsteigerungsprogramme und Wachstumsinitiativen auf dem US-Markt. Die umgesetzten Preiserhöhungen hatten sich außerdem negativ auf das Umsatzwachstum in den USA ausgewirkt. Im laufenden Fiskaljahr will Delhaize seine eingeleitete Portfoliooptimierung weiter fortsetzen und wird voraussichtlich 4,3 Prozent der konzernweiten Niederlassungen schließen, was den Umsatz in 2012 voraussichtlich um 500 Mio. Euro reduzieren werde. Im Zuge der geplanten Neustrukturierung und dem Umbau von Filialen wird außerdem für das erste Quartal ein negativer Effekt von 125 Mio. Euro beim Nettoergebnis erwartet.

Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment) notieren nach endgültigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr mit 0,1 Prozent im Minus. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 32,8 Prozent auf 408,6 Mio. Euro. Das Jahresergebnis nach Steuern erreichte 53,4 Mio. Euro, nach 27,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insgesamt hat der Konzern im abgelaufenen Fiskaljahr von der starken Entwicklung in der Ölfeld-Serviceindustrie profitieren können. Für das laufende Fiskaljahr geht man weiterhin von einer positiven Branchenkonjunktur aus.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.502,44 (+1,69 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.473,17 (+1,11 Prozent) FTSE 100 (London): 5.867,51 (+1,31 Prozent) CAC40 (Paris): 3.458,80 (+1,96 Prozent) MIB (Mailand): 16.631,56 (+1,42 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.235,60 (+0,90 Prozent) SMI (Zürich): 6.133,41 (+0,51 Prozent) ATX (Wien): 2.160,44 (+1,59 Prozent) (08.03.2012/ac/n/m)

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