Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes tendieren am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten zur Mittagszeit uneinheitlich. Dabei stützen Hoffnungen auf entschiedene Maßnahmen gegen die europäische Schuldenkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,15 Prozent auf 2.400,23 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,13 Prozent auf 2.433,22 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren mehrheitlich in der Verlustzone.
Nach Ansicht der Weltbank wird die Eurozone in diesem Jahr in eine Rezession abgleiten. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet sie für 2012 einen Rückgang um 0,3 Prozent, wogegen sie zuvor noch einen Anstieg um 1,8 Prozent prognostiziert hatte. Für 2013 wird dann wieder mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet.
Die Wall Street dürfte heute mit grünen Vorzeichen in den Handel starten. So geht es für den Dow Jones Future derzeit um 0,16 Prozent nach oben. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 0,36 Prozent, während der S&P-Future um 0,19 Prozent zulegt. Aus den USA werden heute die Erzeugerpreise, die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung gemeldet.
Italien verzeichnete beim Außenhandel im November 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat ein kleineres Defizit. So schrumpfte der Passivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,6 Mrd. Euro, nach einem Defizit in Höhe von 3,4 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 6,5 Prozent an, während die Importe um 0,5 Prozent zulegten. Unterdessen hat sich das Defizit in der italienischen Leistungsbilanz im November 2011 nach Angaben der Notenbank etwas verkleinert. So verringerte sich der Passivsaldo auf 3,45 Mrd. Euro, nach einem Minus von 5,15 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei verzeichnete die Warenhandelsbilanz ein Defizit von 1,12 Mrd. Euro, nach einem Passivsaldo von 2,77 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Daneben schrumpfte das Plus in der Dienstleistungsbilanz von 1,42 Mrd. auf 815 Mio. Euro.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im November 2011 nach Angaben von National Statistics verschlechtert. In den drei Monaten von September bis November kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 118.000 auf 2,68 Millionen. Damit wurde der höchste Stand seit 1994 erreicht. Ferner stieg die ILO-Arbeitslosenquote von September bis November auf 8,4 Prozent, nachdem sie zuvor bei 8,1 Prozent gestanden hatte. Hierbei handelt es sich um den höchsten wert seit 1995. Man Group verbessern sich um 5,6 Prozent. Der Hedgefonds-Anbieter musste im dritten Geschäftsquartal einen kräftigen Rückgang beim verwalteten Vermögen hinnehmen. Die so genannten Assets under Management beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 58,4 Mrd. US-Dollar, ein Minus von 9,5 Prozent im Vergleich zum 30. September 2011. Für den Neun-Monatszeitraum geht der Konzern von einem Vorsteuergewinn in Höhe von 190 Mio. US-Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 7,4 Cents aus. Auf bereinigter Basis werden diese Ergebniszahlen bei 257 Mio. US-Dollar bzw. 10,5 Cents gesehen.
Ferner brechen Tullow Oil um 4,4 Prozent ein. Der Ölkonzern rechnet für das Geschäftsjahr 2011 mit Rekordzahlen und geht er für 2011 von einem Umsatz von 2,3 Mrd. US-Dollar aus, was gegenüber dem Vorjahreswert mehr als einer Verdopplung entspräche. Die Investitionen werden 2011 bei 1,4 Mrd. US-Dollar erwartet, während für 2012 Investitionen in Höhe von 2,0 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt werden. Die Nettoverbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2011 beliefen sich auf rund 2,8 Mrd. US-Dollar. Wie es weiter heißt, hat Tullow Oil mit dem britisch-niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell (Royal Dutch Shell Grou a) ein nicht-bindendes Memorandum of Understanding unterzeichnet, in dessen Rahmen beide Unternehmen gemeinsam neue Explorationen in ausgewählten Gebieten im bzw. um das Atlantikbecken durchführen wollen. Daneben gewinnen BHP Billiton 0,7 Prozent an Wert. Der Minenbetreiber hat seine Eisenerzproduktion im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dank einer starken Nachfrage aus China deutlich gesteigert. So erhöhte sich die Eisenerzproduktion in den sechs Monaten zum 31. Dezember 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 80,6 Millionen Tonnen. Dabei stieg sie im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 41,1 Millionen Tonnen. Die Kupferproduktion im zweiten Halbjahr sank gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent, während die Goldproduktion um 17 Prozent fiel. Die Silberproduktion verzeichnete ein Minus von 15 Prozent.
In den Niederlanden geht es für die Aktie von ASML Holding um 1,7 Prozent nach oben, nachdem der weltgrößte Hersteller von Lithographiesystemen im vierten Quartal angesichts einer schwächeren Nachfrage einen Gewinnrückgang verbucht hat. Der Nettogewinn belief sich auf 284,7 Mio. Euro, nach 406,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich von 1,52 Mrd. Euro auf 1,21 Mrd. Euro. Die Bruttomarge erreichte im Schlussquartal 41,0 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent). Im Gesamtjahr 2011 stieg der Nettogewinn allerdings auf 1,47 Mrd. Euro, nach 1,02 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 4,51 Mrd. Euro auf 5,65 Mrd. Euro. Die Bruttomarge belief sich in 2011 auf 43,3 Prozent (Vorjahr: 43,4 Prozent).
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.400,23 (+0,15 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.433,22 (-0,13 Prozent) FTSE 100 (London): 5.693,69 (-0,00 Prozent) CAC40 (Paris): 3.269,15 (-0,03 Prozent) MIB (Mailand): 15.296,55 (-0,19 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.495,40 (-0,47 Prozent) SMI (Zürich): 6.069,32 (+0,22 Prozent) ATX (Wien): 1.947,68 (-0,12 Prozent) (18.01.2012/ac/n/m)