Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten Europäischen Börsen notieren im Donnerstaghandel zur Mittagszeit in der Verlustzone. Dabei belastet die politische Krise in Libyen und die Angst vor einer Ölkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verschlechtert sich aktuell um 0,54 Prozent auf 2.939,07 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt indes um 0,70 Prozent nach auf 2.666,14 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verliert 0,35 Prozent auf 716,39 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Februar 2010 stabilisiert. Dies gab die Generaldirektion Wirtschaft der EU-Kommission heute bekannt. So verharrte der entsprechende Indexstand bei +1,45 Punkte, nach revidiert +1,45 (vorläufig: +1,58) Punkten im Vormonat und -0,43 Punkten im Februar 2010. Ferner hat sich die Wirtschaftsstimmung in der EU im Februar 2011 aufgehellt. Dies teilte die Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission heute mit. So kletterte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 107,2 Punkte, nach 105,8 Punkten im Januar 2011. Daneben zog der Index für die Eurozone auf 107,8 Zähler an, während er im Vormonat bei revidiert 106,8 (vorläufig: 106,5) Punkten gestanden hatte.
Die US-Börsen dürften heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 0,46 Prozent nach. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,56 Prozent, während der S&P-Future 0,61 Prozent einbüßt. Konjunkturseitig stehen am Nachmittag in den USA insbesondere noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter für Januar, der Chicago Fed National Activity Index sowie die Verkäufe neuer Häuser für Januar und der FHFA Hauspreisindex für Dezember auf der Agenda. Zudem geht die Berichtssaison in die nächste Runde.
Royal Bank of Scotland (RBS) (Royal Bank of Scotland (RBS)) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 einen deutlich geringeren Verlust erzielen. Die Erwartungen der Analysten wurden jedoch verfehlt, was auf gestiegene Kreditausfälle in Irland und rückläufige Gewinne im Investment Banking zurückzuführen ist. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettoverlust auf 1,13 Mrd. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Verlust von 3,61 Mrd. GBP im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 406,5 Mio. GBP ausgegangen. Die Aktie der Großbank verbilligt sich als schwächster Wert im FTSE 100 um 4,8 Prozent. Gleichzeitig geben die Papiere von British American Tobacco um 2,4 Prozent nach. Der Tabakkonzern steigerte seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 leicht. Zurückzuführen war dies auf Preiserhöhungen in Japan und einen stärkeren Absatz von Kent-Zigaretten in Russland. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 2,88 Mrd. GBP, im Vergleich zu 2,71 Mrd. GBP im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,25 Mrd. GBP ausgegangen. Der Umsatz erhöhte sich um 5 Prozent auf 14,88 Mrd. GBP. Die Jahresdividende soll um 15 Prozent auf 114,2 Pence pro Aktie angehoben werden. Darüber hinaus beabsichtigt der Konzern, wieder eigene Aktien im Volumen von bis zu 750 Mio. GBP zurückzukaufen. An der Indexspitze rücken Capital Group um 7,6 Prozent vor.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Februar 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee stabilisiert. So verharrte der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft bei 85 Zählern. Für Januar war bereits ein Indexwert von 85 Punkten ausgewiesen worden. Im CAC 40 können die Anteilsscheine der Crédit Agricole als bester Wert derzeit um 4,2 Prozent zulegen. Die Bankgesellschaft hat im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine Abschreibung in Zusammenhang mit der Beteiligung an der italienischen Intesa Sanpaolo . Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Im Gesamtjahr konnte indes angesichts geringerer Rückstellungen für Kreditausfälle ein Gewinnzuwachs um 12 Prozent verbucht werden. Der Nettoverlust belief sich im Schlussquartal auf 328 Mio. Euro, gegenüber einem Gewinn von 433 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 422 Mio. Euro ausgegangen. Die Erträge (Net Banking Income) stiegen um 8,1 Prozent auf 4,86 Mrd. Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 lag der Nettogewinn bei 1,26 Mrd. Euro, nach 1,13 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Erträge kletterten um 12,2 Prozent auf 20,13 Mrd. Euro. Gleichzeitig verliert die Aktie von France Télécom 2,2 Prozent an Wert. Die Telefongesellschaft steigerte ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2010 deutlich. Der Nettogewinn belief sich auf 4,88 Mrd. Euro, nach 3,02 Mrd. Euro im Vorjahr. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA lag bei 15,64 Mrd. Euro, im Vergleich zu 15,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem EBITDA von 15,4 Mrd. Euro ausgegangen. Der Umsatz kletterte um 1,5 Prozent auf 45,50 Mrd. Euro. Der organische Cash-Flow erreichte 8,11 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,22 Mrd. Euro). Für 2011 hält der Konzern an seinen Zielen fest und geht demnach weiterhin von einem organischen Cash-Flow von rund 8 Mrd. Euro aus. Schließlich verbilligen sich SAFRAN im breiten Markt um 0,6 Prozent. Der Mischkonzern konnte sein bereinigtes Ergebnis im Geschäftsjahr 2010 um 29 Prozent verbessern. Dabei profitierte man von einem Wachstum im Verteidigungsgeschäft. Zudem wurde die Gründung eines Joint Ventures angekündigt. Am Indexende geben Vallourec um 4,6 Prozent nach.
Sulzer hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen Ergebnisanstieg verzeichnet. Der Umsatz des Technologiekonzerns lag mit 3,18 Mrd. Schweizer Franken (CHF) zwar unter dem Vorjahreswert von 3,35 Mrd. CHF. Unter dem Strich verzeichnete Sulzer aber einen Anstieg beim Nettogewinn auf 300,4 Mio. CHF, nach 270,4 Mio. CHF im Vorjahr. Für 2011 erwartet Sulzer einen leicht höheren Bestellungseingang und ein Umsatzwachstum auf bereinigter Basis. Der Titel verteuert sich im breiten Markt um 0,4 Prozent. Im SMI geben als schwächster Wert Novartis um 4,1 Prozent nach, während sich ABB mit einem Abschlag von 0,1 Prozent noch am besten behaupten können.
Zahlen werden heute auch aus Spanien gemeldet. Der Energieversorger Iberdrola konnte im abgelaufenen Fiskaljahr dank der starken Entwicklung im internationalen Geschäft einen deutlichen Gewinnanstieg ausweisen. Der Umsatz des Energieversorgers stieg um 17,5 Prozent auf 30,43 Mrd. Euro. Unter dem Strich verzeichnete Iberdrola einen Nettogewinn von 2,87 Mrd. Euro, was einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Vor Einmaleffekten verbesserte sich der bereinigte Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent. Die Aktie verschlechtert sich um 0,7 Prozent.
AEGON verbilligen sich um 4 Prozent. Der Versicherer verlautbarte, dass er im vierten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste, was mit geringeren Investment-Gewinnen und höheren Sonderbelastungen zusammenhängt. Zudem will der Konzern weitere Staatshilfen zurückzahlen. Der Nettogewinn belief sich auf 318 Mio. Euro, nach 393 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 252,5 Mio. Euro ausgegangen. Der bereinigte Gewinn vor Steuern nahm von 478 Mio. Euro im vierten Quartal 2009 auf nun 489 Mio. Euro zu. Hier hatten Analysten jedoch 502,3 Mio. Euro erwartet. Darüber hinaus teilte AEGON mit, dass man weitere Staatshilfen in Höhe von 750 Mio. Euro zurückzahlen will und dazu 173,6 Millionen Anteilsscheine ausgeben wird.
EVN (EVN) konnte im ersten Quartal mit einem Umsatzplus aufwarten. So lag der Umsatz des Energieversorgers im Berichtszeitraum mit 802,2 Mio. Euro um 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode dank eines verbesserten Finanzergebnisses um 18,6 Prozent auf 87,9 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie lag mit 51 Cent über dem Vorjahreswert von 45 Cent. Der Titel rückt um 1,4 Prozent vor.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.939,07 (-0,54 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.666,14 (-0,70 Prozent) EURONEXT 100: 716,39 (-0,35 Prozent) FTSE 100 (London): 5.895,20 (-0,48 Prozent) CAC40 (Paris): 4.001,61 (-0,29 Prozent) MIB (Mailand): 21.936,50 (+0,03 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.603,90 (-0,28 Prozent) SMI (Zürich): 6.501,48 (-1,83 Prozent) ATX (Wien): 2.858,76 (-0,32 Prozent) (24.02.2011/ac/n/m)