Zürich (aktiencheck.de AG) - Angesichts von Sorgen um eine Verschärfung des Korea-Konflikts und Befürchtungen hinsichtlich des spanischen Bankensektors zeigen die europäischen Börsen auch am Dienstagmittag deutliche Verluste. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert aktuell 3,61 Prozent auf 2.466,04 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt daneben um 2,48 Prozent ab auf 2.273,00 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 sinkt indes um 3,04 Prozent auf 602,34 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen zeigen weiterhin teilweise heftige Abschläge.
Die wichtigen US-Börsen haben den gestrigen Handelstag mit Verlusten abgeschlossen - der Dow Jones fiel um 1,2 Prozent, während der Nasdaq Composite um 0,7 Prozent nachgab. Der Nikkei beendete den Handel heute mit einem deutlichen Abschlag von 3,1 Prozent. Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat sind die Auftragseingänge in der europäischen Industrie im März 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. So erhöhte sich der entsprechende Index der Eurozone (EZ16) auf Monatssicht um 5,2 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. In der gesamten EU27 kletterten die Auftragseingänge um 5,9 Prozent, während sie zuvor nur um 1,1 Prozent zugelegt hatten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Auftragseingänge in der Eurozone um 19,8 Prozent und in der EU27 um 20,7 Prozent zu. Im Februar waren Zuwächse von 12,5 bzw. 12,9 Prozent ermittelt worden. Wie National Statistics heute mitteilte, hat sich der Rückgang des britischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2010 verlangsamt. Gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um revidiert 0,2 (vorläufig: -0,3) Prozent. Im vierten Quartal war das BIP sogar um 3,1 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorquartal wuchs das BIP um revidiert 0,3 (vorläufig: 0,2) Prozent, nach einem Plus von 0,4 Prozent im Schlussquartal 2009. Aus den USA wird demnächst das Verbrauchervertrauen gemeldet.
In Großbritannien bauen Anteilsscheine der Marks & Spencer Group (MarksSpencer) ihre morgendlichen leichten Verluste aus. Der Kaufhauskonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gestiegen ist, was mit erhöhten Umsätzen, vor allem bei Nicht-Lebensmitteln wie Bekleidung, zusammenhängt. Jedoch gab sich der Konzern wegen der erwarteten Sparmaßnahmen der neuen konservativ-liberalen Regierung und den möglichen Auswirkungen auf seine Kunden vorsichtig für die Zukunft. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 526,3 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber 508 Mio. GBP im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn vor Einmaleffekten stieg in den 53 Wochen zum 3. April 2010 um 14,9 Prozent auf 694,6 Mio. GBP. Der Umsatz nahm um 5,3 Prozent auf 9,54 Mrd. GBP zu. Der Konzern beabsichtigt, für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 15 Pence (Vorjahr: 17,8 Pence) pro Aktie auszuschütten. Aktuell verliert die Aktie von Marks & Spencer 2 Prozent und befindet sich damit weiterhin im oberen Drittel des FTSE 100. Papiere von BP geben zurzeit gut 3 Prozent ab und zeigen sich damit gegenüber heute Morgen nahezu unverändert. Der Ölkonzern sieht sich Presseangaben zufolge mit Klagen seitens seiner Aktionäre wegen der Ölpest im Golf von Mexiko konfrontiert. Top-Verlierer sind am Mittag weiterhin Lloyds (-9 Prozent) und Eurasian Natural (-7 Prozent). Einziger Gewinner ist Severn Trent mit einem marginalen Aufschlag, während United Utilities, Reckitt Benckiser, Admiral Group und Rexam jeweils bis zu 0,5 Prozent leichter tendieren.
In Frankreich brechen im CAC 40 Titel von Societe Generale und Credit Agricole aktuell um jeweils mehr als 7 Prozent ein. Dahinter stehen Renault (-6,9 Prozent), Technip (-6,3 Prozent), STMicroelectronics (-6,2 Prozent) und AXA (-5,9 Prozent) stark unter Druck. Carlos Ghosn, Chef des Automobilherstellers Renault , hatte sich zuvor gegenüber einer Zeitung dahingehend geäußert, dass die Griechenland-Krise den Automarkt für den Rest des Jahres belasten könnte. Aktien der Bankgesellschaft BNP Paribas müssen mit -3,6 Prozent im Vergleich zu Papieren von Konkurrenten relativ wenig Federn lassen, was mit einer Hochstufung durch die Deutsche Bank zusammenhängt. Gewinner gibt es am Mittag keine. An der Spitze des französischen Leitindex stehen Titel von SUEZ (-0,2 Prozent), gefolgt von EDF (-0,9 Prozent) und Sanofi-Aventis (-1,6 Prozent).
In der Schweiz verbilligen sich im SMI Aktien von UBS, Julius Bär und Swatch Group am Mittag um jeweils über 5 Prozent. Ebenfalls wenig gefragt sind Credit Suisse, Adecco und Holcim mit einem satten Minus von jeweils über 4 Prozent. An der Spitze des schweizerischen Leitindex können Synthes, Novartis und Nestle die Abschläge in Grenzen halten - die Anteilsscheine geben jeweils weniger als 1 Prozent ab.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.466,04 (-3,61 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.273,00 (-2,48 Prozent) EURONEXT 100: 602,34 (-3,04 Prozent) FTSE 100 (London): 4.942,04 (-2,52 Prozent) CAC40 (Paris): 3.320,03 (-3,23 Prozent) MIB (Mailand): 18.255,72 (-4,07 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.919,00 (-3,97 Prozent) SMI (Zürich): 6.074,00 (-2,14 Prozent) ATX (Wien): 2.291,88 (-4,42 Prozent) (25.05.2010/ac/n/m)