Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte tendieren am Freitag zur Mittagszeit deutlich schwächer. Die Anleger sorgen sich darum, dass der am Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht schwach ausfallen könnte. Zudem drücken anhaltende Diskussionen um einen möglichen Zahlungsausfall Griechenlands auf die Stimmung der Investoren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 2,53 Prozent auf 2.247,52 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 1,60 Prozent auf 2.220,91 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Die Erzeugerpreise der europäischen Industrie haben sich im Juli 2011 nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat erhöht. Binnen Monatsfrist zogen die Preise in der Eurozone um 0,5 Prozent und in der gesamten Union (EU27) um 0,4 Prozent an. Davor waren die Preise im Juni in den beiden Gebieten unverändert geblieben. Im Vorjahresvergleich kletterten die Industrie-Erzeugerpreise in der Eurozone um 6,1 Prozent und in der EU27 um 7,0 Prozent. Im Juni hatte die Jahresteuerungsrate bei 5,9 bzw. 6,8 Prozent gestanden.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine negative Handelseröffnung ab. So verliert der Dow Jones Future derzeit 0,64 Prozent an Wert. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,77 Prozent, während der S&P-Future 0,50 Prozent abgibt. Konjunkturseitig stehen am Nachmittag in den USA die Arbeitslosenquote, die Beschäftigten ex Agrar, die Stundenlöhne sowie die Wochenstunden für August zur Veröffentlichung an.
In Großbritannien geben die Aktien der London Stock Exchange (LSE) um 2,4 Prozent nach. Der Börsenbetreiber hat Medienberichte über eine mögliche Beteiligung an dem Clearinghaus LCH.Clearnet bestätigt. So steht man derzeit in entsprechenden Verhandlungen mit LCH.Clearnet. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es jedoch noch keine Gewißheit darüber, ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommen werde, teilte der Konzern weiter mit. Daneben geht es für die Papiere von AstraZeneca um 2,8 Prozent nach unten. Der Pharmakonzern hat in einer Phase-IIIb-Studie mit dem Cholesterinsenker Crestor enttäuschende Ergebnisse erzielt. So zeigte das Präparat in einem Vergleich keine deutliche Überlegenheit bei der Behandlung von Atherosklerose gegenüber dem Konkurrenzprodukt Lipitor von Pfizer . Der nachgewiesene leichte Unterschied zugunsten von Crestor war statistisch nicht relevant. Damit hat die Studie ihren primären Endpunkt verfehlt.
In der Schweiz stehen unter anderem auch Lonza Group mit einem Abschlag von 1,5 Prozent im Blick. Der Spezialchemiekonzern hat mit der Oxford BioTherapeutics Ltd eine nicht exklusive Lizenzvereinbarung geschlossen. So gewährt das Unternehmen Oxford BioTherapeutics eine Lizenz für die Nutzung des firmeneigenen GS Gene Expression Systems. Die Vereinbarung umfasst zudem auch Standardzahlungen und Lizenzgebühren. Allerdings wurde die Höhe dieser Zahlungen nicht offengelegt. Roche Holding hat unterdessen von der zuständigen Europäischen Kommission die Zulassung für das Medikament Tarceva als Erstlinientherapie für Patienten mit einem bestimmten genetischen Typ von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erhalten. Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, ermöglicht diese Zulassung die Anwendung von Tarceva als Erstlinien-Monotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC, wenn sie Mutationen aufweisen, welche den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) aktivieren. Nach Angaben von Roche sprechen Tumore mit diesen Mutationen sehr gut auf Tarceva an. Es habe sich gezeigt, dass die Behandlung mit diesem Medikament im Vergleich zur Chemotherapie die Anzahl an Patienten, deren Tumore geschrumpft sind (Ansprechrate) mehr als verdreifacht. Tarceva verdoppelt nahezu die Zeit, in der die Patienten ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung leben. Die Titel des Pharmakonzerns geben um 2,6 Prozent nach. Im SMI notieren auch zur Mittagszeit alle 20 Werte im negativen Bereich. Am besten können sich weiterhin Nestlé mit einem Verlust von 0,6 Prozent behaupten, während es am Ende für Julius Baer um 5,3 Prozent nach unten geht.
Swiss Life Holding (Swiss Life) verschlechtern sich im breiten Markt um 3,5 Prozent. Der Lebensversicherer stockt aufgrund der zusätzlichen Nachfrage seitens der Investoren seine im ersten Semester 2011 ausgegebene nachrangige Anleihe mit unbeschränkter Laufzeit um weitere 100 Mio. Schweizer Franken (CHF) auf.
Die spanische Arbeitsmarktlage hat sich im August 2011 nach Angaben des Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 1,3 Prozent auf 4,13 Millionen. Die Zahl lag damit um 51.185 über dem Vormonatsniveau. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen damit um 161.266 Personen angewachsen. Indes sind die spanischen Außenhandelspreise im Juli 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Demnach kletterten die Exportpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent, nach einem Plus von 4,7 Prozent im Juni. Gleichzeitig zogen die Importpreise um 9,2 Prozent an, während sie im Juni um 7,7 Prozent geklettert waren. Auf Monatssicht stiegen die Ausfuhrpreise um 0,3 Prozent an, wogegen die Einfuhrpreise um 0,6 Prozent nachgaben.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.247,52 (-2,53 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.220,91 (-1,60 Prozent) FTSE 100 (London): 5.336,97 (-1,51 Prozent) CAC40 (Paris): 3.189,53 (-2,34 Prozent) MIB (Mailand): 15.279,40 (-2,50 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.549,10 (-2,42 Prozent) SMI (Zürich): 5.392,24 (-2,52 Prozent) ATX (Wien): 2.226,93 (-2,23 Prozent) (02.09.2011/ac/n/m)