Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes tendieren am letzten Handelstag der Woche auch zur Mittagszeit weiter im Minus und setzen ihren Abwärtstrend fort. Nach dem gestrigen Ausverkauf an der Wall Street flüchten auch in Europa immer mehr Anleger aus Angst vor einer weltweiten Rezession aus Aktien. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,46 Prozent auf 2.401,12 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 1,57 Prozent auf 2.291,46 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Die US-Börsen dürften heute mit negativen Vorzeichen in den Handel starten. So verliert der Dow Jones Future derzeit 0,39 Prozent an Wert. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,18 Prozent, während der S&P-Future um 0,08 Prozent nachgibt. Aus den USA werden heute die Arbeitsmarktdaten und Verbraucherkredite gemeldet.
Royal Bank of Scotland Group (Royal Bank of Scotland (RBS)) rauschen um 5,4 Prozent nach unten. Die Großbank hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Verlust ausgewiesen. Zurückzuführen war dies auf Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und andere Sonderbelastungen. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettoverlust auf 1,43 Mrd. Britische Pfund (GBP), nach einem Gewinn von 9 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Das jüngste Ergebnis wurde u.a. durch Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 733 Mio. GBP belastet. Zudem hat man eine Rückstellung in Höhe von 850 Mio. GBP gebildet, um Schadenersatzansprüche von Kunden abzudecken, die die Bank mit Kreditausfallversicherungen falsch beraten hatte. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von lediglich 571 Mio. GBP ausgegangen. Beim Ergebnis vor Steuern erzielte das Institut einen Verlust von 794 Mio. GBP, im Vergleich zu einem Gewinn vor Steuern von 1,17 Mrd. GBP im ersten Halbjahr 2010. Daneben geben die Aktien von Prudential um 2,5 Prozent nach. Der Versicherungskonzern konnte seinen operativen Gewinn im ersten Halbjahr um 25 Prozent steigern und profitierte dabei von einem schnelleren Wachstum bei seinen asiatischen und US-Sparten. Der operative Gewinn kletterte auf 1,06 Mrd. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 935 Mio. GBP ausgegangen. Das Neugeschäft nach APE (Annual Premium Equivalent) belief sich auf 1,82 Mrd. GBP, was einem Plus von 10 Prozent entspricht. Die Dividendenausschüttung für das erste Halbjahr soll gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf 7,95 Pence gesteigert werden.
Das französische Handelsbilanzdefizit hat sich im Juni 2011 nach Angaben der Zollbehörde verkleinert. So verringerte sich das Defizit in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 5,59 Mrd. Euro. Für Mai 2011 war ein Passivsaldo von 6,42 Mrd. Euro ausgewiesen worden. Hierbei sanken die Ausfuhren auf 34,57 (Vormonat 34,58) Mrd. Euro, während die Einfuhren auf 40,17 (Vormonat 40,99) Mrd. Euro zurückgingen. Air France-KLM fliegen im breiten Markt um 1,7 Prozent vor. Die Airline konnte ihre Passagierzahlen und die Auslastung im Juli 2011 steigern. So wurden mit 7,3 Millionen Passagieren 6,0 Prozent mehr Personen befördert als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Sitzladefaktor zog um 1,2 Prozentpunkte auf 87,3 Prozent an. Das Frachtgeschäft verzeichnete unterdessen einen Rückgang um 2,7 Prozent auf 952 Millionen Tonnenkilometer. Der Ladefaktor verschlechterte sich auf 64,0 Prozent (-2,1 Prozentpunkte). Carrefour rücken um 1 Prozent vor, nachdem der Handelskonzern schon gestern bekannt gab, dass Pierre Jean Sivignon zum neuen CFO bestellt wurde. Sivignon, der zuletzt (seit 2005) als CFO, Executive Vice President und Mitglied des Board of Management beim niederländischen Technologiekonzern Philips Electronics fungierte, tritt zum 1. September 2011 die Nachfolge von Pierre Bouchut an. Bouchut wird zum 1. November 2011 als Executive Director, Growth Markets tätig sein und somit Thierry Garnier nachfolgen. Bouchut wird indes weiterhin den Bereich Financial Services (Carrefour Bank) verantworten. Im CAC 40 können sich zur Mittagszeit Natixis mit einem Zugewinn von 7,4 Prozent die Spitzenposition sichern. Am schlechtesten läuft es indes bei Unibail-Rodamco. Der Titel gibt um 4,1 Prozent nach.
Im SMI notieren lediglich Syngenta knapp in der Gewinnzone, während die rote Laterne zur Mittagszeit an Roche Holding mit einem Abschlag von 4,4 Prozent geht.
In Belgien stehen die Papiere des Einzelhandelskonzerns Delhaize Group mit einem Wertverlust von 7,6 Prozent unter Druck. Der Konzern konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal leicht verbessern und profitiert dabei von niedrigeren Finanzierungskosten und einer geringeren Steuerlast. Die Margen zeigten sich jedoch rückläufig, nachdem man Preissenkungen auf dem US-Markt nicht mit Kosteneinsparungen kompensieren konnte. So belief sich der Nettogewinn auf 117 Mio. Euro, nach 114 Mio. Euro im Vorjahr. Der operative Gewinn fiel um 7,8 Prozent auf 209 Mio. Euro. Der Umsatz nahm um 4,2 Prozent auf 5,11 Mrd. Euro ab, wobei wechselkursbereinigt eine Zunahme um 3,9 Prozent verbucht wurde.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Juni 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat mit abgebremstem Tempo erhöht. Binnen Jahresfrist kletterte der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 0,2 Prozent. Für Mai war noch ein Plus von 2,0 Prozent ermittelt worden. Im Vormonatsvergleich ging die Industrieproduktion saisonbereinigt um 0,6 Prozent zurück, während sie zuvor ebenfalls um 0,6 Prozent gesunken war. Indes ist die italienische Wirtschaft im zweiten Quartal 2011 mit abgebremstem Tempo angewachsen. Auf Jahressicht erhöhte sich die Wirtschaftsleistung nur noch um 0,8 Prozent. Im vorangegangenen Quartal hatte das BIP um 1,0 Prozent zugelegt. Gegenüber dem Vorquartal stieg das kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent. Im ersten Quartal 2011 war das BIP der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums nur um 0,1 Prozent gewachsen.
Die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2011 nach Angaben der Bank of Spain langsamer gewachsen. So kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 Prozent, nachdem es im ersten Quartal 2011 noch um 0,8 Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens um 0,2 Prozent angezogen, nach einer Steigerung um 0,3 Prozent im ersten Quartal 2011.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.401,12 (-0,46 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.291,46 (-1,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.282,78 (-2,05 Prozent) CAC40 (Paris): 3.311,98 (-0,25 Prozent) MIB (Mailand): 16.311,86 (-1,64 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.801,60 (+1,33 Prozent) SMI (Zürich): 5.179,50 (-2,00 Prozent) ATX (Wien): 2.266,38 (-3,07 Prozent) (05.08.2011/ac/n/m)