Paris (aktiencheck.de AG) - Nachdem die wichtigsten europäischen Indizes am Morgen angesichts von Gewinnmitnahmen und des ergebnislosen Krisentreffens der Euro-Finanzminister zu Griechenland mit Verlusten gestartet waren, zeigt sich auch am Mittag kein besseres Bild. Für Impulse könnten später jedoch noch zahlreiche US-Konjunkturdaten sorgen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,70 Prozent auf 2.760,55 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt um 0,13 Prozent ab auf 2.532,60 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verschlechtert sich um 0,42 Prozent auf 687,31 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren überwiegend im Minus.
Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt gab, hat sich die Industrieproduktion in der Eurozone im April 2011 gegenüber dem Vormonat erhöht. Auf Monatssicht stieg die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ17) um 0,2 Prozent, wogegen sie im März stabil geblieben war. Im Vorjahresvergleich zog die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 5,2 Prozent an, nach einem Plus von 5,8 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) stieg die Erzeugung um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat an, gegenüber einem Minus von 0,2 Prozent im März. Binnen Jahresfrist legte der Output um 4,7 Prozent zu, während er im März um 5,1 Prozent zugenommen hatte.
In Großbritannien müssen im FTSE 100 auch am Mittag Papiere von Experian (-2,7 Prozent) deutlich Federn lassen, gefolgt von Glencore mit einem Minus von 2,6 Prozent. Der Rohstoffhändler hat Gerüchte über eine mögliche Übernahme des Rohstoffkonzerns Eurasian Natural Resources offiziell dementiert. Demnach befindet sich Glencore eigenen Angaben zufolge nicht in Verhandlungen über eine Übernahme von Eurasian Natural (-0,9 Prozent). Erst kürzlich hatte eine britische Zeitung berichtet, dass Glencore eine milliardenschwere Übernahme des operativ in Kasachstan tätigen Rohstoffkonzerns ins Auge fasst. Relativ weit oben auf dem Einkaufszettel der Anleger stehen unverändert Aktien von Sainsbury (J Sainsbury), die knapp ein halbes Prozent zulegen können. Die drittgrößte britische Supermarktkette meldete, dass sich ihr Umsatzwachstum im ersten Quartal beschleunigt hat. Die Erwartungen der Analysten wurden jedoch verfehlt. Am stärksten gefragt sind inzwischen Anteilsscheine von TUI Travel (+1,5 Prozent). Dahinter ziehen Smith & Nephew (+1,4 Prozent), British Land (+1,4 Prozent) und Burberry Group (+1,3 Prozent) deutlich an. Wie National Statistics heute mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien im Mai 2011 verschlechtert. Binnen Monatsfrist kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 29.600 auf 1,49 Millionen. Volkswirte hatten hier im Vorfeld nur eine Zunahme um 6.500 erwartet. Ferner stellte sich die Arbeitslosenquote auf 4,6 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 4,5 Prozent und im Vorjahresmonat bei 4,6 Prozent gelegen hatte. Daneben hat sich das britische Verbrauchervertrauen im Mai 2011 verbessert. So erhöhte sich der Index des Verbrauchervertrauens auf 55 Punkte, während Volkswirte lediglich einen Anstieg auf 45 Punkte prognostiziert hatten. Hierbei handelt es sich um den höchsten Wert seit November 2005. Im Vormonat war ein Indexstand von revidiert 44 (vorläufig: 43) Punkten ausgewiesen worden.
In Frankreich müssen im CAC 40 unverändert Bankenwerte satte Abschläge verbuchen. Während Societe Generale 1,8 Prozent verlieren, verbilligen sich BNP Paribas und Credit Agricole um 1,5 Prozent bzw. 1,2 Prozent. Die Rating-Agentur Moody`s hat die Ratings der drei Institute auf die Beobachtungsliste für eine Herabstufung gesetzt. Hintergrund ist das Kreditexposure der Banken in Griechenland. Ebenfalls wenig gefragt sind Carrefour (-1,6 Prozent) und Lafarge (-1,3 Prozent). Mit -0,3 Prozent tendieren auch Anteilsscheine von Sanofi im Minus, nachdem heute Morgen noch ein kleines Plus zu beobachten war. Der Pharmakonzern meldete heute, dass er knapp 58 Prozent der Dividende für das Geschäftsjahr 2010 in Aktien auszahlen wird, die restlichen 42 Prozent in bar. Die Hauptversammlung hat am 6. Mai 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,50 Euro pro Aktie beschlossen. Angesichts der jüngsten Entscheidung, die Dividende mehrheitlich in Form von Aktien auszubezahlen, wird das Unternehmen rund 38,1 Millionen neue Aktien (2,9 Prozent des Aktienkapitals) ausgeben. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2011 dividendenberechtigt, hieß es. Top-Gewinner im französischen Leitindex sind nach wie vor Titel von Danone mit einem Aufschlag von 2,4 Prozent, gefolgt von EADS (+1,4 Prozent) und Peugeot (+1,1 Prozent). Indes sind die französischen Verbraucherpreise im Mai 2011 mit abgebremstem Tempo angestiegen. So sank die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 2,0 Prozent, nach 2,1 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten mit einer Preissteigerung um 2,1 Prozent gerechnet. Im Vormonatsvergleich zogen die Lebenshaltungskosten um 0,1 Prozent an, nach einer Preissteigerung um 0,3 Prozent im April.
In der Schweiz büßen im SMI allen voran Julius Bär mit einem Abschlag von 1,4 Prozent ein. Daneben verbilligen sich Zurich Financial Services (Zurich Financial Services (N) (Zuerich)) um 1 Prozent. Der Versicherungskonzern gab heute bekannt, dass eine seiner nicht zum Kerngeschäft gehörenden Tochtergesellschaften in Großbritannien, Zurich Specialties London Ltd., ihr Run-off Versicherungsgeschäft auf Swiss Re (Schweizerische Rueckversicherungs-Gesellschaft) zum Buchwert übertragen wird. Swiss Re geben 0,4 Prozent ab. Auf der anderen Seite können am Mittag Papiere von Novartis, Transocean und Actelion um 1,2 Prozent, 0,9 Prozent bzw. 0,5 Prozent vorrücken.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.760,55 (-0,70 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.532,60 (-0,13 Prozent) EURONEXT 100: 687,31 (-0,42 Prozent) FTSE 100 (London): 5.795,07 (-0,14 Prozent) CAC40 (Paris): 3.848,80 (-0,41 Prozent) MIB (Mailand): 20.105,32 (-1,25 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.019,50 (-1,12 Prozent) SMI (Zürich): 6.257,08 (+0,02 Prozent) ATX (Wien): 2.744,69 (-0,13 Prozent) (15.06.2011/ac/n/m)