Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes zeigen sich im Donnerstaghandel zur Mittagszeit weiter in schwächerer Verfassung. Nach den deutlichen Zugewinnen vom Vortag schnaufen die Anleger im Vorfeld von diversen am Nachmittag anstehenden US-Konjunkturdaten erstmal durch und nehmen Gewinne mit. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 1,03 Prozent auf 2.278,33 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechtert sich um 0,29 Prozent auf 2.231,73 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Minus.
Die US-Börsen dürften heute mit Abschlägen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 0,26 Prozent nach. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,36 Prozent, während der S&P-Future 0,33 Prozent verliert. Konjunkturseitig steht am Nachmittag in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Arbeitsproduktivität und die Lohnstückkosten im zweiten Quartal sowie der ISM Index für August und die Bauausgaben für Juli zur Veröffentlichung an.
Der britische Immobilienmarkt hat sich im August 2011 abgekühlt. Wie die Nationwide Building Society heute mitteilte, hat sich der entsprechende Index gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent reduziert. Im Juli hatte er hingegen um 0,3 Prozent zugelegt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging der Häuserpreis-Index um 0,4 Prozent zurück, nach einem Minus von ebenfalls 0,4 Prozent im Juli.
Die französische Arbeitsmarktlage hat sich im zweiten Quartal 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Insee weiter verbessert. So verringerte sich die ILO-Arbeitslosenquote in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft (ohne Überseegebiete) auf 9,1 Prozent. Im ersten Quartal 2011 war noch eine Quote von 9,2 Prozent ausgewiesen worden. Die Zahl der Arbeitslosen lag bei 3,3 Millionen. Im CAC 40 stehen nach Zahlen heute insbesondere die Papiere von Pernod Ricard mit einem Abschlag von 2,3 Prozent im Blick. Der Likör- und Spirituosenhersteller wartete im abgelaufenen Fiskaljahr 2010/11 mit einem deutlichen Gewinnanstieg auf. So erhöhte sich der Umsatz um 8 Prozent auf 7,64 Mrd. Euro. Das organische Umsatzwachstum hatte bei 7 Prozent gelegen. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter verzeichnete man einen Anstieg auf 1,05 Mrd. Euro, nach 951 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter aus dem fortgeführten Geschäft wurde ein Zuwachs auf 1,09 Mrd. Euro ausgewiesen, nach zuvor 1,00 Mrd. Euro. Konkrete Prognosen für das laufende Fiskaljahr will der Konzern bei der Vorlage der Umsatzzahlen für das erste Quartal am 20. Oktober abgeben. Peugeot fahren indes mit einem Verlust von 2,5 Prozent hinterher. Der Automobilkonzern will einen dreistelligen Millionenbetrag in ein neues Werk in Indien investieren. So wurde heute eine entsprechende Vereinbarung mit den zuständigen Behörden im indischen Bundesstaat Gujarat unterzeichnet, die den Bau einer vollintegrierten Automobilfabrik in der indischen Stadt Sanand vorsieht. Das in Westindien gelegene Werk soll nach seiner Fertigstellung eine Jahreskapazität von 170.000 Fahrzeugen erreichen. Daneben sind auch Produktionsniederlassungen für Motoren und Getriebe vorgesehen. Insgesamt sollen hier rund 5.00 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für das neue Werk wurde auf umgerechnet rund 650 Mio. Euro beziffert. Bereits gestern verlautbarte zudem der Medienkonzern Lagardère (Lagardere SCA), dass man im ersten Halbjahr 2011 den Konzernumsatz ganz leicht um 0,2 Prozent auf 3,72 Mrd. Euro steigern konnte. Der dem Konzern zurechenbare Nettogewinn wurde auf 28 Mio. Euro beziffert. Im Vorjahr hatte man hier noch 80 Mio. Euro erzielt. Die Aktie bricht im breiten Markt um 9,6 Prozent ein. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im CAC 40 momentan die Anteilsscheine von EDF mit einem Zugewinn von 1,2 Prozent wieder, während am Indexende Crédit Agricole um 3,8 Prozent nachgeben.
Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft seco ermittelte für das zweite Quartal 2011 einen abgebremsten Anstieg der Wirtschaftsleistung. Wie heute mitgeteilt wurde, erhöhte sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal hat das reale BIP um 0,4 Prozent zugelegt, nach einem Plus von 0,6 Prozent im ersten Quartal 2011. Mit Swisscom notiert im SMI zur Mittagszeit lediglich ein Titel in der Gewinnzone. Daneben können Nestlé zumindest noch das Vortagesniveau verteidigen. Die rote Laterne geht unterdessen derzeit an die Aktie von Lonza mit einem Wertverlust von 3,5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.278,33 (-1,03 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.231,73 (-0,29 Prozent) FTSE 100 (London): 5.369,09 (-0,47 Prozent) CAC40 (Paris): 3.224,15 (-1,00 Prozent) MIB (Mailand): 15.405,14 (-1,02 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.645,10 (-0,84 Prozent) SMI (Zürich): 5.486,57 (-0,76 Prozent) ATX (Wien): 2.260,16 (-0,87 Prozent) (01.09.2011/ac/n/m)