Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Indizes tendieren am Mittwoch auch zur Mittagszeit schwächer. Die Kauflaune der Investoren wird dabei durch schwindende Hoffnungen auf konjunkturelle Stützungsmaßnahmen von Seiten der Notenbanken eingetrübt. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,31 Prozent auf 2.424,82 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt um 0,23 Prozent nach auf 2.564,71 Zähler. Die europäischen Länderbörsen weisen mehrheitlich Abschläge aus.
Die US-Börsen dürften heute wenig verändert in den Handel starten. So gewinnt der Dow Jones Future derzeit 0,04 Prozent an Wert. Der NASDAQ-Future gibt um 0,04 Prozent nach, während der S&P-Future ebenfalls um 0,04 Prozent fällt. Aus den USA werden heute die Verbraucherpreise, der Empire State Index, das Realeinkommen, der NAHB/WF Hausmarktindex und der Ölmarktbericht gemeldet.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im Juni nach Angaben von National Statistics verbessert. In den drei Monaten von April bis Juni schrumpfte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,56 Millionen, das sind 46.000 weniger als in den drei Monaten zum Februar 2012 aber 51.000 mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Ferner fiel die ILO-Arbeitslosenquote für den Zeitraum April bis Juni auf 8,0 Prozent, nachdem sie in den drei Monaten zum März bei 8,2 Prozent gelegen hatte und in er Vorjahresperiode bei 7,9 Prozent. Im FTSE 100 geht es für Lloyds Banking Group um 0,3 Prozent nach oben. Der Finanzkonzern setzt ihre Portfoliobereinigung weiter fort. So hat man ein Portfolio mit Private Equity-Beteiligungen im Gesamtvolumen von 1,05 Mrd. Britischen Pfund (GBP) (zuzüglich weiterer Mittel in Höhe von 220 Mio. GBP) an den Fonds PE1 LP veräußert. Der Verkaufspreis wurde auf rund 1,03 Mrd. GBP beziffert. Im Zuge der Transaktion erwartet die Lloyds Banking Group nach Auflösung der zuvor gebildeten Rückstellungen einen Vorsteuergewinn. Das Kreditinstitut Standard Chartered konnte unterdessen eine Katastrophe abwenden: Das Unternehmen zahlt eine Strafe in Höhe von 340 Mio. US-Dollar und darf hierfür seine Lizenz für den US-Markt behalten. Dieser Vergleich wurde mit der New Yorker Finanzaufsicht erzielt. Marktbeobachter hatten eine viel höhere Summe befürchtet, ein Entzug der Banklizenz im weltweit wichtigsten Finanzmarkt wäre aber noch schlimmer gewesen. Trotz dieser Einigung laufen noch weitere Ermittlungen und zwar von Seiten des US-Justizministeriums, des Finanzministeriums und der Notenbank Fed. Der Vorwurf lautet, dass Standard Chartered fast zehn Jahre lang trotz Sanktionen Geschäfte in einem Umfang von mindestens 250 Mrd. US-Dollar mit dem Iran gemacht habe. Der Titel rückt als bester Wert im FTSE 100 um 4,6 Prozent vor, während gleichzeitig am Indexende Eurasian um 7,1 Prozent einbrechen.
Im Blickfeld der Investoren stehen im Mittwochhandel in der Schweiz die Aktien des Zementherstellers Holcim , die sich um 0,3 Prozent verteuern. Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr dank höherer Produktabsätze und Sparmaßnahmen einen leichten Ergebnisanstieg ausweisen. Der Umsatz legte ebenfalls zu. 2012 erwartet Holcim einen steigenden Baustoffbedarf in den aufstrebenden Ländern Asiens und Lateinamerikas sowie in Russland und Aserbaidschan. Während die Nachfrage in Nordamerika den früheren Ausblick übertreffen sollte, rechnet Holcim nun in Europa mit einer Abnahme. Daneben geht es für die Papiere des Nahrungsmittelherstellers Nestlé um 0,3 Prozent nach oben. Der Konzern will von einer Aufspaltung des Konzerns nach dem Vorbild des US-Rivalen Kraft Foods nichts wissen. Vorne rücken Julius Baer um 1,3 Prozent vor, während gleichzeitig die rote Laterne von Zurich Financial mit einem Abschlag von 0,8 Prozent gehalten wird.
Positiv aufgenommen wird der Zahlenausweis von Carlsberg . So gewinnt die Aktie des Brauereikonzerns 2,4 Prozent an Wert, nachdem man im zweiten Quartal dank positiver Einmaleffekte mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten konnte. Der Umsatz verbesserte sich ebenfalls. Beim um Einmaleffekte bereinigten operativen Ergebnis wurde aber ein Rückgang verzeichnet. Für das laufende Fiskaljahr rechnet Carlsberg mit einem bereinigten operativen Gewinn auf Vorjahresniveau. Beim um Einmaleffekte bereinigten Nettoergebnis geht man für das Gesamtjahr von einem leichten Anstieg aus.
H&M (HennesMauritz AB (HM, H&M)) tendieren nahezu unverändert. Die Bekleidungskette wartete im Juli mit einem Umsatzanstieg auf. So erhöhten sich die Umsatzerlöse in Lokalwährungen im Berichtsmonat auf Konzernebene um 11 Prozent.
Der Telekommunikationskonzern KPN (Koninklijke KPN) hat ferner den Verkaufsprozess für die belgische Mobilfunktochter BASE gestoppt. KPN erklärte, dass die bis dato eingegangenen Gebote für die belgische Mobilfunksparte BASE unterhalb der Erwartungen gelegen hätten. Die Papiere verschlechtern sich daraufhin um 1,5 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.424,82 (-0,31 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.564,71 (-0,23 Prozent) FTSE 100 (London): 5.839,95 (-0,42 Prozent) CAC40 (Paris): 3.439,97 (-0,30 Prozent) MIB (Mailand): 14.656,87 SMI (Zürich): 6.522,12 (+0,25 Prozent) ATX (Wien): 2.055,51 (15.08.2012/ac/n/m)