Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes können nach den Verlusten vom Vortag im Dienstaghandel auch zur Mittagszeit wieder zulegen. Als Stütze wirken dabei die jüngsten Beschlüsse des EU-Gipfels. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,07 Prozent auf 2.430,39 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,77 Prozent auf 2.427,69 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigen eine positive Tendenz.
Im Rahmen des EU-Gipfels am Montag in Brüssel haben die EU-Staaten einen Fiskalpakt beschlossen. Von den 27 EU-Staaten werden lediglich Tschechien und Großbritannien nicht teilnehmen. Durch das Sparpakt und die enthaltenden Schuldenbremsen soll mehr Haushaltsdisziplin erreicht werden. Ferner wurde auch der dauerhafte Rettungsfonds ESM beschlossen. Dieser soll bereits am 1. Juli 2012 starten und mit einem Umfang von 500 Mrd. Euro dem EFSF nachfolgen. Neben dem Fiskalpakt wurden auch Maßnahmen zur Stärkung von Wachstum und Beschäftigung beschlossen. So soll vor allem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden. Unterdessen hat sich die Arbeitsmarktsituation im Euroraum im Dezember 2011 stabilisiert. Dies gab das europäische Statistikamt Eurostat heute bekannt. Im Euroraum (ER17) verharrte die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 10,4 Prozent, nach 10,4 Prozent im Vormonat und 10,0 Prozent im Vorjahresmonat. Gleichzeitig belief sich die Arbeitslosenquote der gesamten Union (EU27) auf 9,9 Prozent, im Vergleich zu 9,9 Prozent im November 2011 und 9,5 Prozent im Dezember 2010.
An den US-Börsen dürften heute mit Pluszeichen in den Handel starten. So rückt der Dow Jones Future derzeit um 0,55 Prozent vor. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 0,53 Prozent, während es für den S&P-Future um 0,38 Prozent nach oben geht. Aus den USA werden heute die Arbeitskosten, der Case-Shiller-Hauspreisindex, Einkaufsmanagerindex Chicago und das Verbrauchervertrauen gemeldet.
BSkyB (British Sky Broadcasting Group) verteuern sich um 3,8 Prozent. Der Satellitenfernsehanbieter hat im ersten Halbjahr einen Gewinnanstieg ausgewiesen. Dabei profitierte man unter anderem von einem starken Neukundenzuwachs. Der Nettogewinn belief sich auf 441 Mio. Britische Pfund (GBP), nach 407 Mio. GBP im Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 632 Mio. GBP (Vorjahr: 491 Mio. GBP). Das EBITDA betrug 803 Mio. GBP (Vorjahr: 648 Mio. GBP). Der Umsatz kletterte von 3,19 auf 3,36 Mrd. GBP. Daneben rücken ARM Holdings um 4,3 Prozent vor, nachdem der Halbleiterhersteller im vierten Quartal aufgrund der starken Nachfrage nach Chips für Smartphones ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen konnte. So erhöhte sich der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 137,8 Mio. GBP. Ferner kletterte der Vorsteuergewinn um 45 Prozent auf 69,0 Mio. GBP, nach zuvor 47,6 Mio. GBP. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 2,90 auf 3,71 Pence. Schließlich geht es für Vedanta Resources um 2,6 Prozent nach oben. Der Minenkonzern musste im dritten Geschäftsquartal (per 31. Dezember) ein rückläufiges Ergebnis ausweisen. Verantwortlich hierfür waren u.a. sinkende Aluminiumpreise. So sank der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 5 Prozent auf 848,4 Mio. Dollar, nach 890,4 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz verbesserte sich hingegen im Vorjahresvergleich um 11 Prozent von 3,07 Mrd. auf 3,40 Mrd. Dollar.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im Januar 2012 weiter verlangsamt. Dies teilte die nationale Statistikbehörde INE heute auf Basis vorläufiger Berechnungen mit. So verringerte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,0 Prozent, nachdem sie im Dezember noch bei 2,4 Prozent gestanden hatte. Derweil musste die Banco Santander (Banco Santander Central Hispano) im vierten Quartal aufgrund von Sonderbelastungen einen massiven Gewinneinbruch verkraften. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 47 Mio. Euro, im Vergleich zu 2,10 Mrd. Euro im Vorjahr. Dabei hatte das jüngste Ergebnis vor allem unter einer Sonderbelastung in Höhe von 1,81 Mrd. Euro im Zusammenhang mit Immobilienverlusten in Spanien zu leiden. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,78 Mrd. Euro ausgegangen. Die Nettozinseinnahmen erhöhten sich von 7,33 Mrd. Euro auf 7,97 Mrd. Euro. Die Rückstellungen für Kreditausfälle erreichten insgesamt 2,79 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,40 Mrd. Euro). Die Anteilsscheine der Bank legen um 0,8 Prozent zu.
Die französischen Erzeugerpreise sind im Dezember 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee gefallen. Binnen Monatsfrist reduzierten sich die Erzeugerpreise um 0,1 Prozent, gegenüber einer Preissteigerung von 0,4 Prozent im November. Gegenüber dem Vorjahresmonat zogen die Erzeugerpreise um 4,7 Prozent an. Derweil hat sich der private Konsum in Frankreich im Dezember verringert. Im Vormonatsvergleich gingen die Verbraucherausgaben um 0,7 Prozent zurück. Für November war hingegen ein Zuwachs um 0,1 Prozent ermittelt worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich der private Verbrauch um 3,1 Prozent.
Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) rücken um 0,7 Prozent vor, nachdem der Hersteller von Mobilfunknetzen vom niederländischen Telekommunikationskonzern KPN (Koninklijke KPN) Aufträge in Deutschland und Belgien im Bereich Mobile Backhaul erhalten hat.
ThyssenKrupp und der finnische Stahlkocher Outokumpu Oy haben sich auf einen Verkauf der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum geeinigt. Die Einigung mit Outokumpu sieht vor, dass ThyssenKrupp für die Einbringung von Inoxum einen Minderheitsanteil von 29,9 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen erhält. Zudem wird Outokumpu den Angaben zufolge unter anderem eine signifikante Barzahlung leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei ThyssenKrupp abzulösen, sowie weitere Schulden von Inoxum bestehend aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen übernehmen. Die Aktie von Outokumpu bricht um 13,5 Prozent ein.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.430,39 (+1,07 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.427,69 (+0,77 Prozent) FTSE 100 (London): 5.710,61 (+0,70 Prozent) CAC40 (Paris): 3.312,62 (+1,44 Prozent) MIB (Mailand): 15.999,70 (+1,57 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.563,60 (+0,55 Prozent) SMI (Zürich): 5.989,40 (+0,31 Prozent) ATX (Wien): 2.092,94 (+1,47 Prozent) (31.01.2012/ac/n/m)