Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Börsen bewegen sich nach wie vor im Plus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verbessert sich aktuell um 0,75 Prozent auf 3.053,07 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt indes um 0,44 Prozent zu auf 2.753,43 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gewinnt 0,58 Prozent auf 737,49 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren ebenfalls mehrheitlich im Plus.
Die spanische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2010 stärker gewachsen. Die nationale Statistikbehörde INE hat heute ihre vorläufigen Angaben bestätigt. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 Prozent, nachdem es im dritten Quartal nur um 0,2 Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens um 0,2 Prozent geklettert, nach einer Stagnation im dritten Quartal. Im Gesamtjahr 2010 lag das BIP um 0,1 Prozent unter dem Niveau von 2009.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im Januar 2011 verschlechtert. Dies gab National Statistics in London bekannt. Binnen Monatsfrist kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 2.400 auf 1,46 Millionen, gegenüber einem Rückgang um 3.400 im Vormonat. Ferner verharrte die ILO-Arbeitslosenquote für den Drei-Monats-Zeitraum Oktober bis Dezember bei 7,9 Prozent. Die Bank of England sieht nach dem starken Anstieg der Konsumentenpreise weitere Inflationsgefahren. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichen "Inflation-Report" hervorgeht, dürfte sich die Inflation angesichts weiter steigender Rohstoff- und Energiepreise auch in 2011 fortsetzen. Angesichts der zuletzt erfolgten Anhebung der Mehrwertsteuersätze und weiterer Faktoren dürfte sich die Inflationsentwicklung im weiteren Verlauf des Jahres wieder abschwächen. Wann dies der Fall ist, sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch unklar, so die Währungshüter.
Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel veröffentlichte für Januar 2011 einen erneuten Rückgang bei den Auto-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU27). So verringerte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent auf 1.041.650 Einheiten. Für Deutschland, den größten Automobilmarkt in Europa, wurde ein Zuwachs um 16,5 Prozent auf 211.056 Neuzulassungen gemeldet.
Die Wall Street dürfte heute schwächer starten. So verschlechtert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,35 Prozent. Der NASDAQ-Future verliert 0,15 Prozent, und der S&P-Future gibt um 0,32 Prozent nach. Konjunkturseitig werden heute aus den USA die Erzeugerpreise, Wohnbaubeginne, Wohnbaugenehmigungen, Industrieproduktion, der Ölmarktbericht sowie das FOMC-Sitzungsprotokoll gemeldet.
Im FTSE 100 bewegen sich Aktien von BHP Billiton mit 2,1 Prozent im Minus. Der Minenbetreiber konnte im ersten Halbjahr dank der weiter gestiegenen Preise bei Industrie- und Edelmetallen mit einem deutlichen Gewinnplus aufwarten. Ferner wurde eine Erhöhung der Zwischendividende und eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms angekündigt. Außerdem will BHP Billiton bis 2015 insgesamt rund 80 Mrd. US-Dollar in den Ausbau des operativen Geschäfts investieren. Der Ölkonzern BG Group ist derweil bei einer Explorationsbohrung erneut auf Öl gestoßen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde man rund 244 Kilometer vor der Küste Brasiliens im Santos Basin fündig. Papiere der BG Group klettern daraufhin um 2,0 Prozent nach oben.
Im CAC40 legen Aktien von Sanofi-Aventis 2,8 Prozent zu. Der Pharmakonzern gab bekannt, dass er mit Genzyme eine Einigung erzielt hat und den US-Biotechnologiekonzern für 20,1 Mrd. US-Dollar übernehmen wird. Anteile der Société Générale markieren mit einem Aufschlag von 4,8 Prozent weiterhin die Indexspitze. Der Konzern meldete, dass sich sein Gewinn im vierten Quartal vervierfacht hat, was mit einem Turnaround der Russland-Sparte sowie deutlich geringeren Rückstellungen für Kreditausfälle zusammenhängt. Zudem wurde das Gewinnziel für 2012 bestätigt.
Im niederländischen AEX schießen Anteile von Heineken um 4,8 Prozent in die Höhe. Der Bierkonzern hat seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 um 41 Prozent gesteigert, was mit Kostensenkungen zusammenhängt. Das konsolidierte Absatzvolumen ging allerdings organisch um 3,1 Prozent zurück. Analysten hatten hier ein Minus von lediglich 2,8 Prozent erwartet. Anteile von ASML können um 2,2 Prozent zulegen. Aktien von TomTom und Akzo Nobel geben 1,3 Prozent bzw. 1,2 Prozent ab.
Im italienischen MIB notieren Aktien von Eni mit 0,3 Prozent im Minus. Der Öl- und Erdgaskonzern hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt, was auf höhere Erdölpreise und eine gestiegene Produktion zurückzuführen ist. Bereinigt um Einmaleffekte stieg der Gewinn um 23,6 Prozent auf 1,72 Mrd. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,59 Mrd. Euro ausgegangen. Anteile von Fiat und Mediaset müssen Abschläge von jeweils 1,0 Prozent verbuchen. Zu den Gewinnern zählen unter anderem Papiere von Banco Populare (+2,9 Prozent) und UniCredit (+2,1 Prozent).
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.053,07 (+0,75 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.753,43 (+0,44 Prozent) EURONEXT 100: 737,49 (+0,58 Prozent) FTSE 100 (London): 6.071,59 (+0,57 Prozent) CAC40 (Paris): 4.142,43 (+0,78 Prozent) MIB (Mailand): 22.982,55 (+0,70 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.826,20 (+0,48 Prozent) SMI (Zürich): 6.694,58 (+0,06 Prozent) ATX (Wien): 2.989,24 (+0,22 Prozent)
(16.02.2011/ac/n/m)