Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes notieren am letzten Handelstag der Woche zur Mittagszeit weiterhin im Plus. Die Stimmung wird dabei weiter durch den Beschluss für ein neues Hilfspaket für Griechenland aufgehellt. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,75 Prozent auf 2.783,99 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich um 0,64 Prozent auf 2.569,66 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt um 0,87 Prozent zu auf 693,20 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Der EU-Gipfel in Brüssel hat sich gestern auf ein zweites Griechenland-Rettungspaket geeinigt. Der Umfang des Pakets wird in einer Pressekonferenz von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy mit 109 Mrd. Euro angegeben. Dabei soll sich der Privatsektor in den kommenden 30 Jahren mit 135 Mrd. Euro an der Griechenland-Rettung beteiligen. Konkret sollen die Banken mit 37 Mrd. Euro beteiligt werden, allerdings auf freiwilliger Basis, so Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Der Euro-Rettungsschirm EFSF soll ferner künftig Altschulden Griechenlands aufkaufen können. Zudem ist geplant die Laufzeiten der bisherigen Kredite von 7,5 auf 15 Jahre zu verlängern. Außerdem soll der Zinssatz auf 3,5 Prozent gesenkt werden. Für Griechenland ist zudem ein "Marshallplan" vorgesehen, in den EU-Hilfsgelder für schwache Regionen fließen sollen.
Die Leistungsbilanz der EU27 hat das erste Quartal 2011 nach Angaben der europäischen Statistikbehörde mit einem höheren Passivsaldo abgeschlossen. So wuchs das Defizit auf 38,8 Mrd. Euro, nach Passivsalden von 20,4 Mrd. Euro im Vorquartal und 27,7 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Ferner stieg der Aktivsaldo bei den Dienstleistungen von 11,5 Mrd. Euro im entsprechenden Quartal 2010 auf nun 16,9 Mrd. Euro. Beim Warenhandel kletterte das Defizit auf 46,5 Mrd. Euro, nach einem Minus von 32,6 Mrd. Euro im ersten Quartal 2010. Gleichzeitig haben die Auftragseingänge in der europäischen Industrie im Mai 2011 zugenommen. So erhöhte sich der entsprechende Index der Eurozone (EZ17) auf Monatssicht um 3,6 Prozent, gegenüber einem Rückgang um 0,1 Prozent im April. In der gesamten EU27 kletterten die Auftragseingänge um 2,5 Prozent, während sie zuvor um 0,3 Prozent gestiegen waren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Auftragseingänge in der Eurozone um 15,5 Prozent und in der EU27 um 14,3 Prozent zu. Im April waren Zuwächse von 10,3 bzw. 8,4 Prozent verbucht worden.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit 0,40 Prozent. Der NASDAQ-Future rückt momentan um 0,50 Prozent vor, während der S&P-Future um 0,37 Prozent steigt. Konjunkturseitig stehen heute keine besonders wichtigen Daten mehr zur Veröffentlichung an. Allerdings geht die Berichtssaison in ihre nächste Runde.
Das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Juli 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INSEE überraschend deutlich verschlechtert. So verringerte sich der entsprechende saisonbereinigte Stimmungsindex auf 105 Punkte, während Volkswirte nur mit einem Rückgang auf 107 Punkten gerechnet hatten. Im Vormonat war ein Indexstand von revidiert 110 (vorläufig: 109) Punkten ermittelt worden. Im CAC 40 verbessern sich Lafarge um 2,1 Prozent, nachdem der Baustoffhersteller vermeldete, dass er seine australischen Gips-Aktivitäten für 120 Mio. Euro an den weltweit tätigen Baustoffkonzern Knauf verkaufen wird. Mit 3,6 können Alcatel-Lucent zur Mittagszeit die größten Aufschläge verzeichnen, während sich die Anleger gleichzeitig vornehmlich von den Papieren der Publicis Groupe trennen, die sich um 1,4 Prozent verschlechtern.
In Großbritannien stehen heute insbesondere die Anteilsscheine von Vodafone Group mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent im Blick. Der Mobilfunkbetreiber veröffentlichte heute sein Interim Management Statement für das erste Quartal. Dabei konnte der Umsatz leicht zulegen, während sich auch der Free Cash-Flow verbesserte. Das Geschäft hat sich den Angaben zufolge im Rahmen der eigenen Erwartungen entwickelt. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. So belief sich der Konzernumsatz in dem Quartal zum 30. Juni 2011 auf 11,66 Mrd. Britische Pfund (GBP), was einem Wachstum von 3,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Organisch nahmen die Erlöse um 2,3 Prozent zu. Der Free Cash-Flow erreichte 1,26 Mrd. GBP und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent. Der Konzern hält an seinem Ausblick für das Gesamtjahr fest. United Utilities Group verteuern sich indes um 1,1 Prozent. Der Wasserversorger geht für das Gesamtjahr von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen aus. Daneben befinden sich im breiten Markt easyJet mit einem Zugewinn von 13,7 Prozent im Höhenflug, nachdem die Billigfluglinie im dritten Quartal mit einem Umsatzplus aufwarten konnte. So erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23,2 Prozent auf 935 Mio. GBP. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um 17,3 Prozent auf 14,4 Millionen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern trotz der hohen Kerosinpreise einen Vorsteuergewinn im Bereich von 200 bis 230 Mio. GBP, während man beim ROCE einen Wert im Bereich von 10 bis 12 Prozent erwartet. Im FTSE 100 setzen sich derzeit mit Barclays (+3,3 Prozent) und der Royal Bank of Scotland (+4,8 Prozent) zwei Bankwerte an die Indexspitze, während die rote Laterne von AstraZeneca mit einem Verlust von 0,9 Prozent gehalten wird.
Julius Bär Gruppe (Julius Baer Gruppe) verteuern sich nach Zahlen zum ersten Halbjahr als bester Wert im SMI um 4 Prozent. Dabei wurde das Finanzergebnis erneut von der weiteren Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber wichtigen Hauptwährungen beeinflusst. Der Betriebsertrag ging leicht zurück, während die durchschnittlich verwalteten Vermögen praktisch unverändert blieben. Der adjustierte Konzerngewinn ging zurück und belief sich auf 196 Mio. CHF, der Gewinn pro Aktie auf 0,96 CHF. Ohne den Einfluss einer einmaligen Zahlung an Deutschland von 51 Mio. CHF nach Steuern nahm der zugrunde liegende Konzerngewinn um 5 Prozent auf 248 Mio. CHF ab. Syngenta verschlechtern sich gleichzeitig am Indexende um 1,4 Prozent, nachdem der Agrochemiekonzern verlautbarte, dass er im ersten Halbjahr 2011 bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen konnte. Der Umsatz bei konstanten Wechselkursen (kWk) erhöhte sich um 12 Prozent auf 7,70 Mrd. US-Dollar. Der ausgewiesene Umsatz lag um 14 Prozent höher. Der ausgewiesene Reingewinn stieg um 14 Prozent auf 1,43 Mrd. US-Dollar. Ferner legte der Gewinn pro Aktie vor Restrukturierung und Wertberichtigung um 12 Prozent auf 15,60 (2010: 13,95) US-Dollar zu. Swiss Life Holding verlautbarte daneben, dass für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von 4,50 Schweizer Franken (CHF) je Aktie ausbezahlt wird. Die Ausschüttung wird analog zu den vergangenen Jahren in Form einer Nennwertrückzahlung vorgenommen. Die Aktie des Lebensversicherers verteuert sich im breiten Markt um 2,2 Prozent.
Der Umsatz des italienischen Einzelhandels hat sich im Mai 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat reduziert. So fielen die Umsatzerlöse der Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent, wogegen im April ein Plus von 2,5 Prozent ausgewiesen worden war. Auf Monatssicht schrumpften die Einzelhandelsumsätze in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 0,1 Prozent. Im April war hingegen ein Anstieg um 0,4 Prozent ermittelt worden.
In Schweden fahren Aktien des Lkw-Herstellers Volvo (Volvo AB (B)) nach Zahlen zum zweiten Quartal um 5,3 Prozent vor. Der Umsatz lag mit 78,96 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) über dem Vorjahreswert von 68,77 Mrd. SEK. Unter dem Strich verbesserte sich das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter auf 5,12 Mrd. SEK, nach 3,15 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Dabei konnte der Lkw-Absatz um 41 Prozent auf 59.911 Modelle gesteigert werden.
TomTom (TomTom) verteuern sich um 1 Prozent. Der Navigationsgerätehersteller musste im zweiten Quartal angesichts hoher Einmalbelastungen einen Verlust ausweisen und hat seine zuvor nach unten revidierte Gewinnprognose bestätigt. So lag der Umsatz mit 314 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 362 Mio. Euro. Die zuletzt veröffentlichte konzerneigene Prognose beim Umsatz für das zweite Quartal in Höhe von 300 und 310 Mio. Euro konnte indessen übertroffen werden. Beim operativen Ergebnis musste man einen Verlust von 494 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: +50 Mio. Euro) hinnehmen. Dabei hatten Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 512 Mio. Euro das Ergebnis belastet. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 489 Mio. Euro verzeichnet, nachdem man im Vorjahreszeitraum hier noch einen Gewinn von 34 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Neben den hohen negativen Einmaleffekten hatte der anhaltende Absatzrückgang bei Navigationsgeräten das Ergebnis belastet.
Wolford (Wolford) geben in Österreich um 0,6 Prozent nach. Der Modekonzern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. Mai 2010 bis 30. April 2011) den Umsatz erhöhen und die Ergebniskennzahlen überproportional verbessern. So stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 152,2 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss hat sich sogar um 97,2 Prozent von 2,6 Mio. auf 5,1 Mio. Euro beinahe verdoppelt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.783,99 (+0,75 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.569,66 (+0,64 Prozent) EURONEXT 100: 693,20 (+0,87 Prozent) FTSE 100 (London): 5.955,65 (+0,95 Prozent) CAC40 (Paris): 3.851,19 (+0,90 Prozent) MIB (Mailand): 19.633,39 (+0,73 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.153,10 (+1,35 Prozent) SMI (Zürich): 6.067,90 (+0,43 Prozent) ATX (Wien): 2.699,08 (+0,52 Prozent) (22.07.2011/ac/n/m)