Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes tendieren im Freitaghandel zur Mittagszeit weiterhin uneinheitlich. Belastend wirken dabei die schwächeren Vorgaben aus New York und Tokio sowie anhaltende Sorgen hinsichtlich der europäischen Schuldenkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 0,49 Prozent auf 2.253,88 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt indes um 0,03 Prozent ab auf 2.245,01 Zähler. Die europäischen Länderbörsen bewegen sich mehrheitlich im Plus.
An der Wall Street zeichnet sich derzeit eine positive Handelseröffnung ab. So rückt der Dow Jones Future derzeit um 0,83 Prozent vor. Der NASDAQ-Future verbessert sich um 0,53 Prozent, während der S&P-Future um 1,07 Prozent nach oben geht. Konjunkturseitig werden am Nachmittag noch die US Frühindikatoren für Oktober erwartet.
In Großbritannien gewinnen im FTSE 100 zur Mittagszeit Titel von National Grid 0,4 Prozent. Der Netzbetreiber gab bereits gestern bekannt, dass sich sein Gewinn im ersten Halbjahr trotz rückläufiger Umsätze leicht erhöht hat. Der bereinigte operative Gewinn ging jedoch zurück und lag unter den Marktschätzungen, was mit Verlusten im US-Geschäft zusammenhängt.
In der Schweiz stehen im SMI auch zur Mittagszeit die Anteilsscheine von Credit Suisse mit einem Minus von 1,7 Prozent unter Druck. UBS gewinnen hingegen 0,8 Prozent an Wert. Die Großbank informierte gestern ihre Aktionäre über die zukünftige Stoßrichtung. Die Strategie der UBS konzentriere sich auf ihre langjährige Position als führender globaler Wealth Manager sowie als führende Universalbank in der Schweiz. Auf dieser Grundlage und in Kombination mit einer fokussierten, weniger komplexen und weniger kapitalintensiven Investment Bank und einem leistungsfähigen Global Asset Management werde man das Wachstum weiter vorantreiben und die eigene herausragende Marktstellung im Wealth Management ausbauen. Anvisiert wird eine Eigenkapitalquote (Tier 1 Common Equity) gemäß Basel III von 13 Prozent. UBS ist zuversichtlich, eine Eigenkapitalrendite zwischen 12 und 17 Prozent erreichen zu können. Für das Geschäftsjahr 2011 soll eine Dividende von 0,10 CHF pro Aktie ausgeschüttet werden. Anschließend soll ein Programm zur progressiven Kapitalrückführung an die Aktionäre implementiert werden. Ebenfalls in der Gewinnzone tendieren Papiere von Novartis , die sich um 0,2 Prozent verteuern. Der Pharmakonzern gab die Entdeckung einer neuen Klasse doppelt wirkender Antimalaria-Wirkstoffe - so genannter Imidazolopiperazine (IZPs) - bekannt. Die Wirkstoffe gehen sowohl gegen die Leber- als auch gegen die Blutinfektion vor und greifen den Parasit Plasmodium in beiden Stadien seines Reproduktionszyklus an. Sie haben das Potenzial, Malariainfektionen sowohl vorzubeugen als auch zu behandeln. Der erste Platz der Gewinnerliste im SMI wird allerdings von Holcim mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent eingenommen. Im breiten Marken büßen indes Aktien von Barry Callebaut 1,1 Prozent an Wert ein. Der Schokoladenhersteller gab bekannt, dass er und P.T. Comextra Majora, ein diversifizierter Agrarrohstoffhändler und führender Exporteur von Kakao aus Indonesien, ein Joint Venture geschlossen haben.
Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich im französischen Leitindex CAC 40 die Papiere von Vivendi mit einem Zugewinn von 2,8 Prozent wieder. Daneben stehen auch SUEZ ENVIRONNEMENT mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent hoch im Kurs. Auf dem letzten Platz büßen derweil Vallourec 2,8 Prozent an Wert ein.
In Österreich machen Flughafen Wien mit einer Gewinnwarnung auf sich aufmerksam. Hintergrund sind den Angaben zufolge Sondereffekte. Wie der Flughafenbetreiber mitteilte, betreffen die Wertberichtigungen und Einmaleffekte von insgesamt rund 74 Mio. Euro den Skylink, die Beteiligung am Flughafen Kosice, ein Bestandsobjekt am Flughafen sowie Rückstellungen für Altersteilzeit. Diese Einmaleffekte beeinflussen die Ergebnisentwicklung im dritten Quartal 2011 negativ, das vorläufige Periodenergebnis reduziert sich somit auf rund 20 Mio. Euro. Dessen ungeachtet entwickelt sich die Gesellschaft operativ positiv, das Verkehrswachstum zum dritten Quartal betrug 7,5 Prozent. Aktien von Flughafen Wien geben aktuell 4,4 Prozent ab.
In Schweden verschlechtern sich SEB (Skandinaviska Enskilda Banken AB (SEB)) um 0,6 Prozent. Die Bank hat heute den Verkauf ihrer Retail-Aktivitäten in der Ukraine angekündigt. So wurde eine Vereinbarung zum Verkauf der Privatkunden-Sparte der SEB in dem osteuropäischen Land an die Eurobank Group geschlossen. Nach Angaben des Kreditinstituts werde man in der Ukraine weiterhin im Geschäftskundensegment vertreten sein.
Akzo Nobel (Akzo Nobel) verlieren 0,5 Prozent an Wert, nachdem der Chemiekonzern verlautbarte, dass er an seinem chinesischen Standort Ningbo 45 Mio. Euro in eine neue Dicumylperoxid (DCP)-Anlage investieren will.
Wie die Notenbank in Rom heute mitteilte, belief sich der Passivsaldo in der italienischen Leistungsbilanz im September 2011 auf 3,53 Mrd. Euro, nach einem Minus von 5,96 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei verzeichnete die Handelsbilanz ein Defizit von 749 Mio. Euro, nach einem Passivsaldo von 2,8 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Nach Angaben der italienischen Statistikbehörde Istat ist ferner der Auftragseingang der italienischen Industrie im September 2011 gesunken. So verringerte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat um 8,3 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld nur mit einem Minus von 6,0 Prozent gerechnet. Weiteren Angaben zufolge lagen die Neuaufträge um 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.253,88 (+0,49 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.245,01 (-0,03 Prozent) FTSE 100 (London): 5.397,25 (-0,48 Prozent) CAC40 (Paris): 3.015,72 (+0,18 Prozent) MIB (Mailand): 15.367,95 (+1,12 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.324,70 (+0,65 Prozent) SMI (Zürich): 5.653,97 (+0,17 Prozent) ATX (Wien): 1.803,87 (-0,34 Prozent) (18.11.2011/ac/n/m)