Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten Europäischen Börsen konnten im Donnerstagshandel nach einem schwächeren Start bis zur Mittagszeit in die Gewinnzone vorrücken. Das Interesse der Investoren richtet sich derweil auf die zahlreichen Quartalsausweise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 0,44 Prozent auf 2.980,89 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt indes um 0,20 Prozent zu auf 2.684,28 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbessert sich um 0,37 Prozent auf 725,11 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Plus.
Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Januar 2010 klar verbessert. Dies gab die Generaldirektion Wirtschaft der EU-Kommission heute bekannt. So erhöhte sich der entsprechende Indexstand auf +1,58 Punkte, nach revidiert +1,38 (vorläufig: +1,31) Punkten im Vormonat und -0,59 Punkten im Januar 2010. Indes hat sich die Wirtschaftsstimmung in der EU im Januar 2011 eingetrübt. So schrumpfte der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 105,8 Punkte, nach 106,1 Punkten im Dezember 2010. Daneben ging der Index für die Eurozone auf 106,5 Zähler zurück, während er im Vormonat bei 106,6 Punkten gestanden hatte.
Die Wall Street dürfte heute mit Aufschlägen in den Handel starten. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,15 Prozent. Der NASDAQ-Future rückt momentan um 0,44 Prozent vor, während der S&P-Future um 0,15 Prozent zulegt. Am Nachmittag stehen in den USA unter anderem noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, der Chicago Fed National Activity Index und die anstehenden Hausverkäufe zur Veröffentlichung an.
Der Immobilienmarkt in Großbritannien hat sich im Januar 2011 stärker abgekühlt als noch im Vormonat. Wie heute bekannt gegeben wurde, verringerte sich der britische Hometrack-Immobilienpreisindex um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau. Im Dezember war ein Minus von 0,4 Prozent verzeichnet worden. Im Vorjahresvergleich reduzierten sich die Immobilienpreise um 2,2 Prozent, nach einem Minus von 1,6 Prozent Dezember. AstraZeneca gab heute die Geschäftszahlen für das vierte Quartal bekannt. So verringerte sich der Umsatz von 8,95 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 8,62 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter stieg um 0,07 Mrd. Dollar auf 1,62 Mrd. Dollar bzw. 1,15 Dollar je Aktie. Um Einmaleffekte bereinigt verringerte sich der Gewinn je Aktie im Berichtszeitraum auf 1,39 Dollar (Vorjahreswert: 1,42 Dollar). Die Aktie verteuert sich um 1,2 Prozent. British Sky Broadcasting (BSkyB) (British Sky Broadcasting Group) legen indes um 2 Prozent zu. Der Satellitenfernsehanbieter konnte sein Ergebnis in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2010/2011 deutlich steigern, was mit einem starken Kundenzuwachs zusammenhängt. So verbesserten sich die Umsatzerlöse um 15 Prozent auf 3,19 Mrd. Britische Pfund (GBP). Der Nettogewinn stieg um 59 Prozent auf 407 Mio. GBP. Bester Wert im FTSE 100 ist derzeit die Aktie von Fresnillo mit einem Zugewinn von 4,4 Prozent, während am Ende Next um 2,2 Prozent nachgeben.
Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Januar 2011 nach Angaben der Statistikbehörde Insee leicht verschlechtert. So verringerte sich der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 85 Zähler. Für Dezember war ein Indexwert von 86 Punkten ausgewiesen worden. Im CAC 40 rücken an der Indexspitze STMicroelectronics um 5,1 Prozent vor, während am Ende Lafarge 2,9 Prozent verlieren.
In der Schweiz steht heute der Quartalsausweis von Novartis im Blick. Der Pharmakonzern meldete am Donnerstag, dass er Umsatz und Ergebnis im Jahr 2010 zweistellig steigern konnte. Den Angaben zufolge wuchs der Nettoumsatz des Konzerns um 14 Prozent auf 50,62 Mrd. Dollar, wobei auf Basis konstanter Wechselkurse ebenfalls ein Plus von 14 Prozent ausgewiesen wurde. Das operative Ergebnis nahm um 15 Prozent auf 11,53 Mrd. Dollar zu. Der Reingewinn belief sich auf 9,97 Mrd. Dollar, gegenüber 8,45 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2009. Der Verwaltungsrat schlägt für 2010 eine Dividende von 2,20 Schweizer Franken (CHF) pro Aktie vor, was einer Erhöhung um 5 Prozent gegenüber der Vorjahresdividende von 2,10 CHF pro Aktie entsprechen würde. Auf Konzernebene wird für 2011 bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstum etwa um den zweistelligen Bereich erwartet. Die Aktie verbilligt sich als schwächster Wert im SMI um 2,1 Prozent. An der Indexspitze legen Transocean um 1,9 Prozent zu. Wie ferner bereits gestern Abend bekannt wurde, konnte der Hardware-Hersteller Logitech (Logitech International) im dritten Quartal den Umsatz und den Gewinn steigern und hob im Anschluss die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Logitech jetzt einen Umsatz von 2,40 bis 2,42 Mrd. Dollar, nachdem man zuvor Umsatzerlöse von 2,35 bis 2,40 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt hatte. Das Papier legt im breiten Markt um 0,8 Prozent zu.
Im Blick steht heute insbesondere auch der Quartalsausweis von Nokia . Der Mobiltelefonhersteller verlautbarte, dass sein Gewinn im vierten Quartal gesunken ist. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Indes wurde ein schwacher Ausblick gegeben. So belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 745 Mio. Euro bzw. 20 Cent pro Aktie, im Vergleich zu 948 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Einmaleffekte lag der jüngste Gewinn bei 22 Cent (Vorjahr: 25 Cent) pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 19 Cent pro Aktie ausgegangen. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 12,65 Mrd. Euro. Für das erste Quartal rechnet der Konzern im Bereich Devices & Services mit einem Umsatz von 6,8 bis 7,3 Mrd. Euro sowie einer bereinigten operativen Marge von 7 bis 10 Prozent. Das Papier verbilligt sich um 6,7 Prozent.
Der Umsatz des spanischen Einzelhandels hat sich im Dezember 2010 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE weiter reduziert. Demnach schrumpften die Umsatzerlöse der Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent. Im November war lediglich ein Umsatzrückgang um 1,1 Prozent ausgewiesen worden.
Zahlen gab es heute auch aus Schweden. Die Bekleidungskette Hennes & Mauritz (H&M) (HennesMauritz AB (HM, H&M)) verlautbarte, dass ihr Gewinn im vierten Quartal um rund 11 Prozent gesunken ist. Zurückzuführen war dies auf höhere Rohstoffkosten. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 5,49 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), gegenüber 6,15 Mrd. SEK im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 5,98 Mrd. SEK ausgegangen. Der Umsatz erhöhte sich von 28,01 Mrd. SEK auf 29,71 Mrd. SEK. Der Anteilsschein bricht um 6,7 Prozent ein. Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B)) geben um 0,2 Prozent nach. Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, gab heute bekannt, dass er von der China Unicom (Hong Kong) Ltd. , dem zweitgrößten chinesischen Mobilfunkbetreiber, einen Auftrag erhalten hat.
Fiat (Fiat Group) fahren um 1 Prozent vor. Der Automobilkonzern hat im vierten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies auf ein klares Umsatzwachstum. Auch im Gesamtjahr wurde ein Gewinn ausgewiesen. Die Analystenerwartungen konnten geschlagen werden. Wie der Konzern weiter mitteilte, wurde das Demerger von Fiat Industrial im Dezember 2010 erfolgreich durchgeführt. Die Aktien der neuen Fiat Industrial (Fiat Industrial SpA) werden seit dem 3. Januar 2011 gehandelt.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.980,89 (+0,44 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.684,28 (+0,20 Prozent) EURONEXT 100: 725,11 (+0,37 Prozent) FTSE 100 (London): 5.990,75 (+0,36 Prozent) CAC40 (Paris): 4.063,67 (+0,36 Prozent) MIB (Mailand): 22.266,09 (+1,18 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.670,70 SMI (Zürich): 6.575,80 (-0,26 Prozent) ATX (Wien): 2.884,89 (+0,92 Prozent) (27.01.2011/ac/n/m)