Paris (aktiencheck.de AG) - An den europäischen Börsen dominieren heute auch im weiteren Handelsverlauf rote Vorzeichen. Die Sorgen hinsichtlich eines steigenden Ölpreises lasten unverändert auf der Stimmung der Anleger. Für weitere Verstimmung sorgt auch die wieder aufgeflammte Finanzkrise in der Eurozone, nachdem die Ratingagentur Moody´s am Morgen die Bonität Spaniens herabgestuft hatte. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 0,76 Prozent auf 2.912,77 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 fällt indes um 0,66 Prozent auf 2.619,88 Zähler zurück. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt 0,57 Prozent ab auf 713,75 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren mit Ausnahme von Wien schwächer.
Die Ratingagentur Moody´s hat die Bonität des EU-Mitglieds Spanien gesenkt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat die Ratingagentur das Rating des hochverschuldeten Euro-Landes von "Aa1" auf "Aa2" gesenkt. Der Ausblick wurde mit "negativ" angegeben. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem auf den hohen Finanzbedarf bei der Sanierung des maroden spanischen Bankensektors verwiesen. Wie ferner bekannt wurde hat sich der Umsatz des spanischen Einzelhandels im Januar 2011 weiter reduziert. Demnach schrumpften die Umsatzerlöse der Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent. Im Dezember war lediglich ein Umsatzrückgang um 4,0 Prozent verbucht worden.
Die US-Börsen dürften heute mit roten Vorzeichen in den Handel starten. So gibt der Dow Jones Future derzeit um 0,16 Prozent ab. Der NASDAQ-Future verschlechtert sich um 0,38 Prozent, während der S&P-Future 0,28 Prozent zurückgeht. Konjunkturseitig stehen am Nachmittag in den USA insbesondere noch die Handelsbilanz, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Staatshaushalt zur Veröffentlichung an.
Der neunköpfige Geldpolitische Rat (MPC) der Bank of England (BoE) hat am Donnerstag beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu lassen. Demnach wurde die als Leitzins dienende Repo-Rate bei 0,50 Prozent belassen. Marktteilnehmer hatten im Vorfeld mit dieser Entscheidung gerechnet. Auch das Volumen des Anleihe-Rückkaufprogramms wurde mit 200 Mrd. Britischen Pfund (GBP) bestätigt. Ferner ist die Industrieproduktion in Großbritannien im Januar 2011 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. So erhöhte sich der Produktionsausstoß der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Versorger) binnen Jahresfrist um 4,4 Prozent. Für Dezember war nur eine Steigerung um 3,7 Prozent ermittelt worden. Anteilscheine von Standard Life (ISN GB00B16KPT44/ WKN A0J3TV) verlieren in London über 2 Prozent. Der britische Lebensversicherer gab bekannt, dass sich sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund von Kundenzuwächsen und Kostensenkungen mehr als verdoppelt hat. Auch das operative Ergebnis konnte zulegen und die Erwartungen schlagen, wobei es auf EEV (European Embedded Value)-Basis zurückging. Wm Morrison Supermarkets brechen um 9,7 Prozent ein. Die viertgrößte Supermarktkette in Großbritannien meldete am Donnerstag, dass sie ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gesteigert hat, was mit einer stärkeren Nachfrage nach ihren Produkten zusammenhängt.
Im belgischen BEL20 markieren Aktien von Delhaize mit einem Plus von 3,5 Prozent die Indexspitze. Daneben liegen lediglich Anteile von UCB und Anheuser-Busch im Plus. Stärkste Verlierern sind Papiere von Dexia (-2,0 Prozent) und AGEAS (-1,7 Prozent). Aktien der RTL Group klettern in Brüssel um 0,8 Prozent nach oben. Der Medienkonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. Als Wachstumstreiber habe sich im vergangenen Jahr die kräftige Erholung im Bereich TV-Werbung erwiesen. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich der Konzern trotz der positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen weiterhin vorsichtig und gab keine konkrete Ergebnisprognose ab.
Im österreichischen ATX bilden Anteile von Intercell mit einem Plus von 3,9 Prozent die Indexspitze. Es folgen Papiere von Zumtobel und Telekom Austria mit Aufschlägen von 1,4 Prozent bzw. 1,3 Prozent. Anteile von Schoeller-Bleckmann (Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment) klettern um 0,4 Prozent nach oben. Der Ölfeldservicedienstleister legte heute die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2010 vor. Das Jahresergebnis nach Steuern erreichte 27,3 Mio. Euro, nach 15,3 Mio. Euro im Vorjahr. Ursachen für die Erholung der Oilfield Service-Industrie waren der steigende Ölverbrauch auf Grund der Stabilisierung der globalen Konjunktur, die hohe Energienachfrage in den Emerging Markets sowie ein steigender Ölpreis. Der Vorstand wird für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividendenerhöhung auf 1,00 Euro (Vorjahr: 0,50 Euro) je Aktie vorschlagen. Auf der Gegenseite verlieren Aktien von Flughafen Wien 1,1 Prozent an Wert. Dabei konnte der Konzern im Februar mit einem Passagierplus von 5,1 Prozent aufwarten. Die Flugbewegungen verzeichneten ein Plus von 1,6 Prozent. Am Indexende fallen Anteile von RHI um 3,4 Prozent zurück.
Im Schweizer SMI liegen Aktien der Pharmakonzerne Novartis und Roche mit Aufschlägen von 1,0 Prozent bzw. 0,8 Prozent ganz vorn. Am unteren Ende sind Papiere der Swiss Re (-1,4 Prozent) und Anteile von Adecco (-1,2 Prozent) auszumachen. Aktien von Swiss Life fallen indes um 0,1 Prozent. Der Konzern meldete heute, dass er erfolgreich eine nachrangige Anleihe von 325 Mio. Schweizer Franken mit einer unbeschränkten Laufzeit platziert hat. Die Anleihe soll Swiss Life eine teilweise Refinanzierung ausstehender nachrangiger Instrumente sowie eine weitere Optimierung der Kapitalstruktur ermöglichen.
Die Beschäftigungssituation in Frankreich hat sich im vierten Quartal 2010 verbessert. Dies gab die nationale Statistikbehörde INSEE am Donnerstag bekannt. So kletterte die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal um revidiert 37.600 (vorläufig: 35.500). Im dritten Quartal 2010 hatte die Beschäftigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 22.200 zugenommen. Damit lag die Beschäftigung um 0,2 Prozent über dem Vorquartalsniveau und 0,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Die französische Industrieproduktion hat sich im Januar 2011 weiter erhöht. Demnach wuchs die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent, während sie im Dezember nur um 0,2 Prozent gestiegen war.
Die italienische Industrieproduktion hat sich im Januar 2011 mit abgebremstem Tempo erhöht. Laut der nationalen Statistikbehörde Istat in Rom kletterte binnen Jahresfrist der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft kalenderbereinigt um 0,6 Prozent. Für Dezember 2010 war nur ein Plus von revidiert 5,6 (vorläufig: 5,4) Prozent verbucht worden.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.912,77 (-0,76 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.619,88 (-0,66 Prozent) EURONEXT 100: 713,75 (-0,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.874,72 (-1,05 Prozent) CAC40 (Paris): 3.973,52 (-0,51 Prozent) MIB (Mailand): 22.231,01 (-0,94 Prozent) SMI (Zürich): 6.438,79 (-0,12 Prozent) ATX (Wien): 2.831,62 (+0,15 Prozent) (10.03.2011/ac/n/m)