Paris (aktiencheck.de AG) - Die drohende Senkung der Bonitätsnote zahlreicher Eurostaaten lastet weiterhin auf den europäischen Börsen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,28 Prozent auf 2.362,82 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verbessert sich hingegen um 0,19 Prozent auf 2.329,21 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendieren mehrheitlich im Minus.
Standard & Poor´s (S&P) hat am Montagabend fast die gesamte Eurozone ins Visier genommen. Wie aus einer Pressemitteilung der Ratingagentur hervorgeht, habe man sich entschlossen, den Ausblick für fünfzehn Staaten der Eurozone auf "negativ" herabzustufen. Begründet wurde dieser Schritt von S&P damit, dass die systemischen Risiken innerhalb der Eurozone in den vergangenen Wochen ein Ausmaß erreicht hätten, welche nun die Bonität der Eurozone als Ganzes gefährden würden. Moniert wurde seitens der Ratingagentur auch die unentschlossene Haltung der Politiker bei der Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise. Neben Deutschland könnten damit auch Länder wie Finnland, Österreich, Frankreich, Luxemburg oder die Niederlande ihre Spitzenbonitätsnote "AAA" verlieren.
Das europäische Statistikamt Eurostat legte am Dienstag seine zweite Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal 2011 vor, wonach die Wirtschaft mit erhöhtem Tempo angewachsen ist. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das BIP im Euroraum (ER17) um 0,3 Prozent und in der gesamten Europäischen Union (EU27) ebenfalls um 0,3 Prozent. Im zweiten Quartal war das BIP nur um jeweils 0,2 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich zog die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,4 Prozent und auch in der EU27 um 1,4 Prozent an, während sie im Vorquartal um jeweils 1,7 Prozent angewachsen war.
Der britische Immobilienmarkt hat sich im November 2011 weiter abgekühlt. Dies wurde heute bekannt gegeben. So lag der Halifax-Hauspreisindex im Durchschnitt der drei Monate zum November um 1,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Davor war das Preisniveau zum Oktober um 1,8 Prozent gefallen. Binnen Monatsfrist gingen die Häuserpreise um 0,9 Prozent zurück, gegenüber einer Preissteigerung um 1,2 Prozent im Oktober. Auf der Unternehmensseite gewinnt Wolseley 4,2 Prozent. Der weltweit tätige Baustoffhändler konnte im ersten Quartal mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Wie der Konzern verkündete, verbesserte sich der Umsatz im Berichtszeitraum auf 3,64 Mrd. Britische Pfund (GBP), was gegenüber dem Vorjahreswert von 3,47 Mrd. GBP einem Plus von 5 Prozent entspricht. Für die kommenden Monate zeigte sich der Baustoffhändler weniger optimistisch und geht angesichts der wachsenden konjunkturellen Schwierigkeiten von einem zunehmend schwierigeren Umfeld aus.
In Paris ziehen Anteilsscheine von Sanofi um 0,5 Prozent an und zählt damit zu den wenigen Gewinnern im CAC40. Der Pharmakonzern gab am heutigen Dienstag erfreuliche Studienergebnisse zu Lyxumia, einer Kombination von Lixisenatide und Lantus, bekannt. So konnte in einer Phase-III-Studie der primäre Endpunkt bezüglich der Wirksamkeit erreicht werden. Stärker zeigen sich lediglich LVMH (+0,8 Prozent) und Publicis Groupe (+0,6 Prozent). Veolia Environnement notieren aktuell nahezu unverändert. Der Umweltservice-Konzern will seinen Transformationsplan beschleunigen und die Konzernsverschuldung weiter reduzieren. Wie der Konzern am Dienstag im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, plant der Konzern in diesem Zusammenhang in den kommenden beiden Jahren Asset-Verkäufe im Gesamtvolumen von rund 5 Mrd. Euro. Am Indexende verlieren Credit Agricole und Alcatel-Lucent über 3 Prozent sowie Carrefour über 4 Prozent.
In Amsterdam legen TomTom um 1,0 Prozent zu. Der Navigationsgerätehersteller hat ein Joint Venture in Thailand vollständig übernommen. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat TomTom seinen Anteil an einem Joint Venture für Kartenmaterial in Thailand von 80 auf 100 Prozent aufgestockt.
Die schweizerischen Verbraucherpreise haben sich im November 2011 mit beschleunigtem Tempo reduziert. So schrumpften die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent, während sie im Oktober 2011 um 0,1 Prozent nachgegeben und im November 2010 um 0,2 Prozent zugelegt hatten. Binnen Monatsfrist gingen die Konsumentenpreise um 0,2 Prozent zurück.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.362,82 (-0,28 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.329,21 (+0,19 Prozent) FTSE 100 (London): 5.579,66 (+0,21 Prozent) CAC40 (Paris): 3.189,66 (-0,36 Prozent) MIB (Mailand): 15.843,56 (-0,52 Prozent) SMI (Zürich): 5.773,56 (+0,59 Prozent) ATX (Wien): 1.865,80 (-0,32 Prozent) (06.12.2011/ac/n/m)