Zürich (aktiencheck.de AG) - Schwache Vorgaben aus Übersee machen den europäischen Börsen am Donnerstag zu schaffen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 verliert aktuell 0,43 Prozent auf 2.810,54 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt daneben 0,36 Prozent ein auf 2.523,58 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 geht es um 0,39 Prozent nach unten auf 672,35 Stellen. Auch an den europäischen Länderbörsen haben die Bären die Oberhand.
Die Wall Street hat am Vorabend kaum verändert geschlossen und die Tageshöchststände damit nicht halten können. Laut dem Konjunkturbericht Beige Book der US-Notenbank Fed hat sich das Umfeld für die US-Wirtschaft seit dem letzten Bericht etwas verbessert. Unterdessen hat Präsident Barack Obama dem Kongress einen Gesetzentwurf mit neuen Handelsregeln für die Finanzbranche übermittelt. Der Nikkei-Index verlor heute in Tokio 1,1 Prozent. Noch schlechter war es um die Börsen in China bestellt. Im weiteren Handelsverlauf entscheidet neben der EZB auch die Bank of England über die weitere Zinspolitik. Aus den USA werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Arbeitsproduktivität, die Industrieaufträge und die anstehenden Hausverkäufe erwartet.
Die französische Arbeitsmarktlage hat sich im vierten Quartal 2009 deutlich verschlechtert. So erhöhte sich die ILO-Arbeitslosenquote in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft auf 9,6 Prozent. Im dritten Quartal war eine Quote von 9,1 Prozent ausgewiesen worden. Ferner kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,73 Millionen, nach 2,58 Millionen im vorangegangenen Quartal. Der Energieversorger GDF SUEZ (GDF SUEZ ) konnte im Geschäftsjahr 2009 aufgrund sinkender Gaspreise und einer schwächeren Nachfrage nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Wie der Energie- und Gasversorger erklärte, schrumpften der Nettogewinn um 31 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro, nach 6,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Dagegen erhöhte sich das EBITDA um 1 Prozent von 13,89 Mrd. auf 14 Mrd. Euro. Die im CAC40 gelistete Aktie verliert als Schlusslicht 2,6 Prozent.
Wie der britische Versicherer Aviva bekannt gab, konnte er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielen, was auf höhere Investment-Erlöse zurückzuführen ist. Demnach belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 1,09 Mrd. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Vorjahresverlust von 915 Mio. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,4 Mrd. GBP ausgegangen. Der operative Gewinn vor Steuern reduzierte sich hingegen um 12 Prozent auf 2,02 Mrd. GBP. Analysten hatten hier zuvor einen Gewinn von 1,95 Mrd. GBP erwartet. Aviva geben im FTSE 100 in London 1,6 Prozent ab. Kazakhmys können dagegen um ein halbes Prozent vorrücken. Der Kupferminenbetreiber musste im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen operativen Gewinnrückgang ausweisen. Das EBITDA lag mit 1,21 Mrd. Dollar unter dem Vorjahresniveau von 1,63 Mrd. Dollar. Beim Konzernumsatz wurden im Berichtszeitraum ein Rückgang auf 3,68 Mrd. Dollar ausgewiesen, nach 5,15 Mrd. Dollar im Vorjahr. easyJet legen im breiten Markt gut 1 Prozent zu. Der Billigflieger verzeichnete im Februar einen kräftigen Anstieg der Passagierzahlen. Demnach wurden 3,39 Millionen Fluggäste befördert, was einem Plus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich hingegen um 1,7 Prozentpunkte auf 85,3 Prozent.
Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold meldete, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 8 Prozent gesunken ist, womit die Erwartungen jedoch geschlagen wurden. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 267 Mio. Euro. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 244 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz nahm indes um 3,4 Prozent auf 6,80 Mrd. Euro zu. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Mio. Euro beschlossen, das in den nächsten zwölf Monaten abgeschlossen werden soll. Ahold schießen im AEX um gut 4 Prozent in die Höhe.
Papiere des weltgrößten Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev sacken im Brüssel um fast 4 Prozent ab. Wie der Konzern erklärte, hat sich sein Gewinn im vierten Quartal deutlich erhöht, was mit der Übernahme von Anheuser-Busch und Kostensenkungen zusammenhängt. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei klar übertroffen. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 1,28 Mrd. Dollar, gegenüber 29 Mio. Dollar im Vorjahr (ohne Anheuser-Busch). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 671 Mio. Dollar ausgegangen. Der Umsatz nahm von 6,88 Mrd. Dollar auf 9,3 Mrd. Dollar zu, wobei der Pro-Forma-Vorjahresumsatz (inkl. Anheuser-Busch) bei 8,96 Mrd. Dollar lag.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.810,54 (-0,43 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.523,58 (-0,36 Prozent) EURONEXT 100: 672,35 (-0,39 Prozent) FTSE 100 (London): 5.523,58 (-0,17 Prozent) CAC40 (Paris): 3.828,51 (-0,36 Prozent) MIB (Mailand): 21.748,40 (+0,02 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.664,40 (-0,00 Prozent) SMI (Zürich): 6.778,75 (-0,51 Prozent) ATX (Wien): 2.428,99 (-1,14 Prozent) (04.03.2010/ac/n/m)