Paris (aktiencheck.de AG) - An den europäischen Börsen werden heute im Mittagshandel deutliche Kursgewinne eingefahren, nachdem die Stimmung gestern noch von den eher verhaltenen Kommentaren der US-Notenbank Fed zur weiteren konjunkturellen Entwicklung in den USA gedämpft wurde. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,12 Prozent auf 2.230,52 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 steigt um 1,06 Prozent auf 2.287,37 Zähler. Auch die europäischen Länderbörsen tendieren im Plus.
Die europäischen Verbraucherpreise haben sich im November 2011 mit unverändertem Tempo erhöht. Dies gab das europäische Statistikamt Eurostat am heutigen Donnerstag bekannt. So verharrte die jährliche Inflationsrate der Eurozone bei 3,0 Prozent, nach 3,0 Prozent im Oktober 2011 und 1,9 Prozent im November 2010. Damit lag die Gesamtinflationsrate in der Eurozone über der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0 Prozent anstrebt. Die Monatsteuerungsrate betrug im Berichtsmonat 0,1 Prozent. In der EU blieb die jährliche Inflationsrate unverändert bei 3,4 Prozent, während sie im Oktober 2011 bei 3,4 Prozent und im November 2010 bei 2,3 Prozent gelegen hatte. Die monatliche Teuerung belief sich auf 0,2 Prozent. Zudem hat sich die Erwerbstätigkeit in der EU im dritten Quartal 2011 nach vorläufigen Schätzungen von Eurostat verringert. Im Euroraum (ER17) nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal zwar um 0,2 Prozent zu, verglichen mit dem Vorquartal ging sie jedoch um 0,1 Prozent zurück. Im zweiten Quartal 2011 war die Erwerbstätigkeit um 0,5 bzw. 0,2 Prozent gestiegen. In der EU27 reduzierte sich die Erwerbstätigkeit um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau und gegenüber dem zweiten Quartal 2011 ebenfalls um 0,1 Prozent. Im Vorquartal waren ein Plus von 0,4 bzw. 0,1 Prozent ausgewiesen worden.
In Großbritannien stehen im FTSE 100 zurzeit Anteilsscheine von Old Mutual mit einem Plus von 7,7 Prozent einsam an der Spitze. Der Versicherungskonzern gab heute bekannt, dass er beabsichtigt, sein skandinavisches Geschäft, die Skandia Insurance Co. Ltd. (Skandia AB), zu verkaufen. Den Angaben zufolge wird das Geschäft, bestehend aus den Savings- und Banking-Aktivitäten in Schweden, Dänemark und Norwegen unter der Marke Skandia, für 22,5 Mrd. Schwedische Kronen in bar - umgerechnet 2,1 Mrd. Britische Pfund (GBP) - an die Skandia Liv veräußert. Mit den Erlösen sollen u.a. Konzernverbindlichkeiten abgebaut werden. Wie National Statistics indes mitteilte, sind die britischen Einzelhandelsumsätze im November 2011 gestiegen. Im Vormonatsvergleich sank der Einzelhandelsabsatz demnach um 0,1 Prozent, während für Oktober ein Zuwachs um 1,0 Prozent ermittelt worden war. Binnen Jahresfrist zog das Absatzvolumen der britischen Einzelhändler um 4,6 Prozent an. Davor war im Oktober ein Plus von 5,6 Prozent gemeldet worden.
In der Schweiz tendieren im SMI momentan Swiss Re um 2,7 Prozent fester und stehen damit ganz oben auf der Gewinnerliste. Ebenfalls gefragt sind Papiere von Novartis (+2,1 Prozent) und Credit Suisse (+1,9 Prozent) sowie Julius Bare (+1,8 Prozent). Der Pharmakonzern Novartis hat heute positive Studiendaten zum Medikament Gilenya bei der Behandlung von Patienten mit schubförmig verlaufender Multiple Sklerose veröffentlicht. Demnach habe sich im Rahmen einer klinischen Phase-III-Studie mit dem Medikament eine deutliche Verringerung der Krankheitsschübe ergeben. Nach Aussage von Novartis habe sich das Auftreten von MS-Schüben bei Patienten, die mit Gilenya behandelt wurden gegenüber der mit Placebo behandelten Kontrollgruppe um 48 Prozent verringert. Auf der anderen Seite gibt es nur drei Verlierer. Während Richemont 1,2 Prozent abgeben, ist bei Swisscom und Nestle jeweils nur ein Abschlag von 0,2 Prozent zu beobachten. Die Schweizer Notenbank will derweil an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalten und den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung der Schweizerischen Nationalbank hervorgeht, sei man bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen um dieses Ziel durchzusetzen. Das Zielband für den n Dreimonats-Libor wurde bei 0 bis 0,25 Prozent belassen, wobei die schweizerische Notenbank nach wie vor einen Dreimonats-Libor nahe bei Null anstrebt.
In Frankreich rücken im CAC 40 Aktien von Veolia Environnement um 2,7 Prozent vor, gefolgt von Accor (+2,4 Prozent), Bouygues (+2,2 Prozent) und SAFRAN (+2,2 Prozent). Am Ende des französischen Leitindex büßen Credit Agricole 3,3 Prozent an Wert ein, während Anteilsscheine von Essilor und Suez Environnement um 0,8 Prozent bzw. 0,7 Prozent nachgeben.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.230,52 (+1,12 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.287,37 (+1,06 Prozent) FTSE 100 (London): 5.404,40 (+0,70 Prozent) CAC40 (Paris): 3.000,55 (+0,82 Prozent) MIB (Mailand): 14.574,07 (+1,00 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.182,00 (-1,79 Prozent) SMI (Zürich): 5.760,53 (+0,72 Prozent) ATX (Wien): 1.772,39 (+1,14 Prozent) (15.12.2011/ac/n/m)