Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Indizes starten mit Aufschlägen in den neuen Handelstag. Dabei bleibt allerdings die Schuldenkrise das bestimmende Thema an den Märkten, nachdem gestern auch die Staatsanleihen von Frankreich, Belgien und Österreich unter Druck geraten waren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt derzeit 1,24 Prozent auf 2.281,94 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt indes um 0,53 Prozent zu auf 2.275,21 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notieren uneinheitlich.
Die spanische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2011 mit unverändertem Tempo gewachsen. Die nationale Statistikbehörde INE hat heute ihre vorläufigen Angaben bestätigt. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent, nachdem es im Vorquartal schon um 0,8 Prozent gestiegen war. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens unverändert geblieben, gegenüber einer Zunahme um 0,2 Prozent im zweiten Quartal 2011.
Die Aktie der London Stock Exchange gibt aktuell 3,8 Prozent ab, obwohl der Börsenbetreiber im ersten Halbjahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten konnte. Nach Aussage von CEO Xavier Rolet sieht man sich gut positioniert, um den Wachstumskurs auch weiterhin fortsetzen zu können. Die Zwischendividende für das erste Halbjahr wurde um 6 Prozent auf 9,3 Pence je Aktie erhöht. An der Spitze des FTSE 100 stechen Papiere von Intertek und Kingfisher mit einem Plus von 3,9 Prozent bzw. 2,7 Prozent hervor. Am Indexende finden sich Aktien von ICAP mit einem Minus von 4,6 Prozent wieder.
Aktien von Vivendi (Vivendi Universal) schießen im CAC40 um 4,5 Prozent in die Höhe und markieren damit die Indexspitze. Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern meldete, dass sein bereinigter Gewinn im dritten Quartal leicht gesunken ist, die Erwartungen jedoch geschlagen werden konnten. Indes wurde die Jahresprognose nach unten korrigiert. Hintergrund sind negative Auswirkungen aus neuen Steuergesetzen in Frankreich. Am Indexende verlieren Papiere von EDF 4,2 Prozent an Wert.
Im Schweizer SMI markieren Anteile von Adecco mit einem Plus von 2,9 Prozent die Indexspitze. Nach der schwachen Vortagesentwicklung befinden sich Finanztitel wie Credit Suisse, UBS und Zurich Financial mit Aufschlägen zwischen 0,9 Prozent und 1,1 Prozent auf Erholungskurs. Die Aktie von Bâloise (Bâloise-Holding) gibt unterdessen 0,9 Prozent ab. Bei dem Versicherungskonzern beeinträchtigen Sondereinflüsse die Gewinnerwartung 2011 erheblich. Unternehmensangaben zufolge entwickelt sich das Versicherungsgeschäft trotz Unwetter- und Großschäden operativ gut. Hingegen werden Ereignisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschaftslage das Geschäftsergebnis nach heutigem Kenntnisstand deutlich beeinträchtigen. Das Jahr sollte dennoch mit einem Gewinn abgeschlossen werden.
Im österreichischen ATX bewegt sich der Anteilschein von Schoeller-Bleckmann (Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment) mit -0,1 Prozent geringfügig im roten Bereich. Der Ölfeldservicedienstleister verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Gewinnanstieg auf 37,3 Mio. Euro, nach 17,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das vierte Quartal zeigte sich der Konzern angesichts des guten Auftragsbestands weiterhin zuversichtlich. Derzeit sieht man trotz der bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten keine Abschwächung auf der Nachfrageseite. Derweil ist die zum Ölkonzern OMV gehörende rumänische Tochter OMV Petrom in das Visier der rumänischen Kartellbehörden geraten. Gemäß den Bestimmungen des Kartellrechts kann eine Strafzahlung bis zu maximal 10 Prozent des Umsatzes betragen. Papiere von OMV reagieren mit einem Abschlag von 3,1 Prozent und nehmen damit den zweitletzten Platz im ATX ein. Am Indexende stechen Papiere von Andritz mit einem Minus von 3,9 Prozent hervor.
Aktien von Sanochemia (Sanochemia Pharmazeutika) notieren nahezu unverändert. Der Konzern hat die Patientenrekrutierung für eine klinische Phase IIb-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Vidon (PVP-Hyperizin) zur effizienten Diagnostik des nicht muskelinvasiven Blasenkarzinoms begonnen. Die Resultate der Studie werden im Frühjahr 2013 erwartet. Papiere von Binder+Co (Binder +) geben aktuell 1,3 Prozent ab. Der Maschinen- und Anlagenbauer konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. Beim Konzernergebnis wurde in den ersten neun Monaten ein Anstieg auf 3,65 Mio. Euro verzeichnet, nach 3,03 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Angesichts des gegenüber dem Vorjahreswert um 36,2 Prozent gesteigerten Auftragsbestands geht das Management davon aus, die Umsatz- und Ergebniswerte des Jahres 2010 im laufenden Geschäftsjahr deutlich übertreffen zu können.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.281,94 (+1,24 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.275,21 (+0,53 Prozent) FTSE 100 (London): 5.521,75 (+0,08 Prozent) CAC40 (Paris): 3.070,31 (+0,69 Prozent) MIB (Mailand): 15.551,43 (+1,66 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.237,60 (-1,61 Prozent) SMI (Zürich): 5.686,17 (+0,38 Prozent) ATX (Wien): 1.861,21 (-0,91 Prozent) (16.11.2011/ac/n/m)